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Normalerweise herrschte bei den Starlights am Morgen nach einer Party immer eine unheimliche Stille, doch nach der diesjährigen Silvesterparty war schon am frühen Morgen reger Betrieb in der Küche des Internats. „Himmel, was ist denn hier los? Ich dachte ihr hättest Silvester gefeiert?“, fragte Joker als er gegen elf die Küche betrat. „Ja haben wir auch, aber wie du sicher gehört hast, hatte dein Sohnemann heute Morgen ja nicht gerade einen tiefen Schlaf!“, sagte Leo und gähnte. „Oh sorry – tut uns Leid – Zoe ist jetzt ein bisschen mit ihm spazieren – in letzter Zeit schreit er nur noch!“, entschuldigte sie Joker, aber Leo winkte nur ab. „Ist doch egal – so haben wir wenigstens noch was vom Tag. Außerdem bin ich ja selbst schuld – hätte ich mehr getrunken, dann hätte ich friedlich weitergeschlummert!“, grinste Leo und setzte eine neue Kanne Kaffee auf. „Sag mal waren das gestern Chris und Bonny die so nen Lärm gemacht haben?“, fragte Joker und Leo nickte verheißungsvoll. „Oh ja, das waren sie – ich bin ja gespannt wie es Bonny heute geht. Ich meine wenn sie mit Chris abstürzt muss sie ja einiges gebechert haben!“ „Wer ist mit Chris abgestürzt?“, fragte Ved, der gerade ziemlich verschlafen die Küche betreten hatte. „Bonny!“, drückte Leo ihm aufs Auge. „Schön für sie!“, entgegnete Ved und versuchte dabei so gleichgültig wie möglich zu klingen. Doch nicht nur Ved schien wenig begeistert von Bonnys nächtlichen Abenteuern, auch sie selbst, schien ziemlich überrascht als sie die Augen öffnete und Chris neben ihr lag. „Ach du scheiße!“, fluchte sie und Chris der gerade am Aufwachen war, sah sie verwundert an. „Ich wünsche dir auch einen schönen guten Morgen!“ „Sorry war nicht so gemeint – ich war nur ehrlich gesagt ein wenig überrascht, aber so langsam kann ich mich wieder an gestern Nacht erinnern… naja es wäre jetzt ganz angebracht, wenn du gehen würdest!“, sagte Bonny und versuchte angestrengt zu lächeln. „Keine Angst, ich hatte nicht vor hier einzuziehen!“, lachte Chris und schwang sich aus dem Bett um seine Klamotten zusammenzusuchen. „Na dann, schönen Tag noch!“, sagte er als er alles zusammengesammelt hatte und pfeifend das Zimmer verließ. Erledigt ließ Bonny sich in die Kissen fallen und fasste sich an den Kopf: „Ich trinke nie mehr Tequila!“, jammerte sie und vergrub ihr Gesicht in ihrem Kissen. Es vergingen wenige Minuten als sich plötzlich ihre Zimmertür öffnete. „Schon mal was von Anklopfen gehört!“, murmelte sie in ihr Kissen. „Keine Sorge – bin nur ich!“, antwortete Leo und schmiss sich auf die kleine Couch, die in Bonnys Zimmer stand. „Und was hättest du gemacht, wenn Chris noch hier rumgeturnt wäre?“ „Der ist gerade unten in der Küche aufgetaucht – glaub mir da bin ich schon auf Nummer sicher gegangen!“ „Na super, wahrscheinlich wird er wieder allen groß und breit erklären, dass wir miteinander geschlafen haben… oh Mann – ich bereue das ganze jetzt schon – wenn wir das nächste Mal auf ner Party sind gib mir keinen Alkohol und lass mich vor allem nicht mit irgendwelchen Männern zurück… mir ist so schlecht…!“ „Ach komm, so schlimm kann es ja nicht gewesen sein, sonst wärst du ja nicht zum zweiten Mal mit ihm in die Kiste gesprungen - außerdem bist du Single. Und selbst wenn er rumprahlt – das Gesprächsthema Nummer 1 ist heute Rya. Sie hat gestern auch irgendeinen Typen mit hierhergeschleppt. Wahrscheinlich ist sie deswegen immer so oft weg gewesen – aber sie hat nen guten Geschmack, das muss man ihr lassen!“ In der Tat war Ryas Übernachtungsgast das zentrale Gesprächsthema am Frühstückstisch – zumindest so lange bis er und Rya in der Küche auftauchten und abrupt Stille herrschte. „Guten Morgen, ich möchte euch Radan vorstellen – vielleicht habt ihr ihn ja gestern schon auf der Party gesehen!“, stellte Rya ihn vor. „Und da schon so viele hier sind wollte ich gleich fragen, ob jemand etwas dagegen hat, wenn er zu uns in den Tribe kommt?“ „Quatsch, kein Problem – sehr gerne sogar – wir haben ja noch ein paar Zimmer frei!“, antwortete Joker und Radan lächelte dankbar. „Das ist super – allein in dem riesigen Haus meiner Eltern wäre es auf die Dauer auch ein wenig langweilig geworden – außerdem staubt ohne Putzfrauen alles so schnell ein!“, sagte er selbstverständlich und lachte amüsiert. „Naja, Putzfrauen haben wir hier auch nicht, aber einen Putzdienst, aber das hat dir Rya ja sicher schon alles erzählt!“, antwortete Alex trocken und erst jetzt kapierte Radan dass seine Aussage wohl etwas arrogant geklungen hatte. „Nein, hab ich noch nicht, aber ich zeig ihm dann alles und erkläre ihm auch wie das bei uns mit dem Tierheim funktionert!“ , antwortete Rya und sah Alex tadelnd an. „Ihr habt ein Tierheim?“, fragte Radan etwas überrascht. „Ja, das zeig ich dir gleich, aber willst du nicht erstmal frühstücken?“ „Oh ja klar – danke!“, antwortete Radan etwas unsicher – er schien von den Putzplan und dem vorhandenem Tierheim wenig begeistert zu sein. „Mal ne andere Frage, wer schläft denn eigentlich im Wohnzimmer?“, fragte Nika in die Runde um ein wenig von Radan abzulenken. „Oh das sind die Zwillinge!“, antwortete Justin. „Die Zwillinge? Wollen die auch bei uns bleiben?“, fragte Chris neugierig. „Ja wahrscheinlich schon – aber mach die keine Hoffnungen Chris – die beiden sind zu jung für dich – sie sind erst 14, also halt besser die Füße oder was auch immer still!“, sagte Justin, der sofort erkannt hatte, warum Chris so interessiert an den Zwillingen war. „Ja lasst sie noch ein wenig schlafen, ich glaube sie hatten schon seit geraumer Zeit kein ordentliches Bett mehr. Eine von ihnen war auch verletzt – sie wollte uns aber nicht sage was passiert war und die andere hat nicht ein Wort gesprochen!“, erzählte Alex den anderen. „Naja, besser sagt sie gar nichts als wenn sie sie sich aufführt wie ein pubertärer Teenie!“ „Hey die beiden sind neu hier, also seid gefälligst nett zu ihnen!“, ermahnte Joker die anderen. „Ich kann mich schon wehren!“, sagte Leylie die gerade in der Küche erschienen war und grinste frech. „Und Saira ist halt ein bisschen schüchtern – aber wenn sie euch alle ein bisschen besser kennengelernt hat, gibt sich das schon – vorausgesetzt wir dürfen bleiben?“, fragte Leylie und nun erschien auch Saira und sah erwartungsvoll in die Runde. „Natürlich dürft ihr bleiben, keine Frage – ihr könnt euch eines der Zimmer aussuchen. Die Couch heute Nacht war bestimmt nicht gerade bequem!“ „Ach, wenn du n paar Mal auf der Straße geschlafen hast, ist man dankbar wenn man ein Dach über dem Kopf hat!“, plauderte sie fröhlich drauf los. „Schön dass ihr hierbleibt! Wollt ihr gleich mit rumlaufen? Ich wollte Radan gerade alles zeigen und ihm alles erklären?“, fragte Rya. „Oh ja super – gute Idee!“, entgegnete Leylie dankbar und Saira nickte nur stumm.
Nach ein paar Tagen hatten sich die drei Neuankömmlinge bereits gut eingelebt – die Zwilinge hatten ihre Zimmer schon komplett um dekoriert und gestrichen und fühlten sich so langsam richtig wohl bei den Starlights. „Sagt mal kommt euch Saira auch so komisch vor?“, fragte Alex Zoe und Mary, die gerade dabei waren einen Kuchen zu backen. „Naja – sie ist schon sehr ruhig – im Gegensatz zu Leylie. Leo und Bonny haben ihr geholfen ihr Zimmer zu streichen – das war ein Gegackere!“ erzählte Mary und Alex zuckte nur mit den Schultern. „Ich war am Anfang auch total schüchtern – vielleicht braucht sie einfach noch ein bisschen Zeit sich an uns alle zu gewöhnen – außerdem ist sie ja noch total jung – der Virus hat sie bestimmt ganz schön mitgenommen!“ „Ja du hast Recht. Ich wäre allerdings froh wenn Radan auch mal so schweigsam wäre wie sie – ich kann es ja schon fast nicht mehr hören- mir geht seine arrogante Art so langsam ein bisschen auf den Zeiger!“, sagte Zoe und die beiden anderen Mädels stimmten ihr eifrig zu. „Wenn es so toll war wieso ist er dann nicht in seinem tollen großem Haus geblieben – und habt ihr gesehen was der ständig für Klamotten trägt? Also ich würde wenn ich Tierheim-Dienst habe nicht irgendwelchen Designerfetzen anziehen – aber wahrscheinlich hat er gar nichts anderes!“, kicherte Alex. „Hey schaut mal wir kriegen Besuch“, unterbrach Mary die beiden und sah aus dem Fenster, „irgendwie kommt mir der Typ bekannt vor!“ „Wahrscheinlich schmeißt er nur ne Einladung für irgendeine Anführer Versammlung in den Briefkasten!“, sagte Alex, doch es dauerte nicht lange und schon klingelte es. „Mh scheint wohl ne persönliche Zustellung zu sein, ich mach mal auf!“, sagte Mary und schlenderte zur Haustür. „Hey, ich hoffe ich störe nicht, ist Aereen da?“, fragte der Junge und jetzt erkannte Mary ihn auch: „Du warst auf der Silvester-Party richtig?“ „Ja genau – und ist Aereen jetzt da oder nicht?“ „Oh ja natürlich, komm mit rein, du kannst in der Küche warten – ich hol sie!“, sagte Mary freundlich und ging nach oben. Wenig später tauchte sie mit Aereen im Schlepptau wieder auf, doch diese schien ganz und gar nicht begeistert von ihrem Besuch. „Was machst du Penner hier?“, raunte sie ihn an. „Ähm… du hast doch gesagt ich soll bei Gelegenheit mal vorbeikommen und ich war gerade in der Nähe!“, erklärte Robin völlig gelassen. „Ich habe was gesagt? Das wüsste ich aber – und ihr drei glotzt nicht so!“, schnauzte Aereen Mary, Alex und Zoe an. „Ich glaube wir beiden sollten uns mal ernsthaft unterhalten – aber nicht hier – komm mit wir gehen ins Wohnzimmer – ich kann kein Publikum gebrauchen!“, sagte Aereen und Robin trabte amüsiert hinter ihr her. „Ähm… weiß sie das Phönix und Joker im Wohnzimmer gerade irgendwas für die nächste Tribeversammlung machen?“, fragte Mary und konnte sich ein hämisches Grinsen nicht verkneifen. „Mh, wohl eher nicht – ich glaube jetzt wird es amüsant!“, kicherte Zoe und lehnte sich an die Küchentür um einen Blick Richtung Wohnzimmer zu erhaschen. Als Aereen das Wohnzimmer betrat und ihren Freund erblickte, trat sie sofort wieder den Rückzug an. „Ich werde bekloppt in diesem Haus – Robin verpiss dich einfach ok? Du hast da scheinbar irgendwas gewaltig falsch verstanden! Ich will nicht dass du mich besuchst – und woher weißt du überhaupt wo ich wohne?“ „ Ist alles klar Aereen?“, fragte Phönix der gerade aus dem Wohnzimmer gekommen war. „Ja alles fein – Robin wollte gerade gehen!“, stellte Aereen klar, doch ihr Besuch schien gar nicht daran zu denken. „Wer ist Robin?“ „Herrgott nur ein Bekannter - Robin das ist mein Freund Phönix – und jetzt solltest du wirklich wieder gehen!“ „Ok jetzt verstehe ich – du hättest mir ja auch einfach sagen können dass du einen Freund hast, dann wäre ich hier besser nicht vorbeigekommen -ich dachte nur weil du an Silvester… naja egal – nicht so wichtig. Ich glaube ich gehe jetzt wirklich besser!“, sagte Robin, „vielleicht sieht man sich ja mal wieder!“ „Hattest du vor mir irgendwann davon zu erzählen?“, fragte Phönix als die Haustür hinter Robin ins Schloss gefallen war. „Wieso soll ich dir etwas erzählen, wenn es nichts zu erzählen gibt? Ich weiß gar nicht was er gerade wollte – ich hab ihm nicht nur einmal gesagt, dass wir beide zusammen sind und außerdem haben wir nur etwas miteinander getrunken!“ „Das hättest du mir zum Beispiel erzählen können – aber nur mal als Tipp, wenn du schon mit anderen Kerlen rummachst, dann wäre es vielleicht intelligenter sie nicht hierherzubestellen!“, antwortete Phönix wütend. „Sag mal hörst du mir eigentlich zu? Ich hab nicht mit ihm rumgemacht – keine Ahnung was er hier wollte, also komm mal wieder runter!“ „Wahnsinnig glaubwürdig - lass mich einfach in Ruhe Aereen – die Story kannst du echt jemand anderem erzählen!“ „Bitte Phönix lass uns doch in Ruhe darüber reden und vor allem nicht hier auf dem Gang – und ihr drei passt besser auf euren beschissenen Kuchen auf, bevor ihr uns hier belauscht!“, rief Aereen in Richtung Küche. „Ich werde jetzt wieder ins Wohnzimmer gehen und den Mist mit Joker fertig machen, danach bin ich erst mal zwei Tage auf der Anführer Versammlung und bis ich wieder zurückkomme kannst du dir ja nochmal Gedanken darüber machen, ob du mir nicht doch die Wahrheit erzählen willst!“, antwortete Phönix und ließ Aereen einfach stehen .Als Phönix und Joker von der Tribe-Versammlung wieder zurückkamen, erwartete Zoe ihren Freund schon in der Küche. „Da bist du ja wieder – du wirst nicht glauben was passiert ist – Luca hat gestern Nacht komplett durchgeschlafen!“, erzählte Zoe fröhlich. „Naja, das trifft auf mich auch zu!“, lachte Joker und küsste Zoe zärtlich, „war sonst noch irgendwas?“ „Nein, außer das Mary endlich ihre völlig sinnlose Diät aufgegeben hat und Radan uns zum 200. Mal erzählt hat wie toll doch sein Leben vor dem Virus war ist nichts passiert!“, lachte Zoe. „Achja, weißt du wen ich getroffen habe? Lea und Ben, die beiden waren gerade zufällig in der Stadt!“ „Ehrlich? Und was haben sie gesagt?? Gott die haben wir ja schon ewig nicht mehr gesehen… wo leben die beiden denn?“ „Sie haben sich riesig gefreut – und sie wohnen außerhalb der Stadt – in nem kleinen Häuschen. Sascha wohnt auch mit da – die ganze alte Clique eben – und weißt du was das Beste ist? Lea und Ben kommen uns nächste Woche hier besuchen!“ „Wirklich?? Oh Mann das ist ja Wahnsinn – das ist ja ne tolle Überraschung – hast du ihnen schon von Luca erzählt?“, fragte Zoe neugierig. „Nein das habe ich erstmal für mich behalten – ich bin ja gespannt was sie dazu sagen!“, grinste Joker und Zoe umarmte ihn. „Mir war bis gerade eben gar nicht bewusst wie sehr ich unsere alten Freunde alle vermisse!“ „Ging mir genauso als ich die beiden gesehen habe! Das war das einzig Gute an dem Wochenende! Phönix hatte übelst schlechte Laune und die Versammlung war total langweilig!“ „Naja, ehrlich gesagt hätte man ja drauf wetten können, dass Aereen ihm wohl nicht treu sein würde – aber ist ja nicht unser Bier!“ „Richtig, wollen wir nach oben gehen und schonmal ein Zimmer für die beiden vorbereiten?“
Doch Zoe musste sich noch ein wenig gedulden – erst ein paar Tage später war es endlich soweit und Ben und Lea standen vor dem Quartier der Starlights. Die Wiedersehensfreude war natürlich riesig. Aereen die gerade von draußen kam schenkte den vieren nur einen genervten Blick und murmelte etwas von ‚ekelhaft guter Laune‘ bevor sie nach oben stürmte und an der Treppe mit Saira zusammenstieß. „Oh sorry tut mir Leid ich war total im Gedanken!“, entschuldigte sich Aereen und half Saira ihre Sachen die sie hatte fallen lassen zusammenzusuchen. „Hey, das sind ja Tarot-Karten – und was für schöne – ich wusste ja gar nicht, dass du dich für so was interessierst. Aber das ist ja auch kein Wunder, du sprichst ja auch kein Wort!“, sagte Aereen und sah sich Karte für Karte an. „Es gibt ja auch nichts zu sagen!“, antwortete Saira leise und Aereen sah sie erstaunt an: „Mh, du kannst also doch reden – ich brauch deine Hilfe – kannst du mit nach oben kommen?“, fragte sie leise, da sie bemerkt hatte, dass Joker, Zoe und ihre beiden bekannten sie beobachteten. Als sie in Aereens Zimmer angekommen waren sah sich Saira interessiert um. Aereen hatte überall in ihrem Zimmer Pendel, Kerzen und Tarot Karten. „Die anderen denken alle das ist Blödsinn, aber wir beide wissen das besser – du musst mir die Karten legen Saira – ich selbst kann sie mir nicht legen!“ „Ja das kenne ich bei mir selbst, klappt das auch nicht!“, sagte Saira mit einem schwachen Lächeln und mischte ihre Karten, bevor sie sie nach und nach auf den Tisch legte. „Mh…kann natürlich sein, dass ich total danebenliege, aber kann es sein, dass es hier ein paar Leute gibt die nicht so gut mit dir zurechtkommen?“, fragte Saira vorsichtig. „Ja das ist richtig – aber das liegt nur daran dass ich gerne mal die Wahrheit sage, wenn die anderen lieber über Sachen tuscheln. Von daher ist mir das egal – naja, und mein Freund ist im Moment auch nicht so gut auf mich zu sprechen, besser gesagt spricht er gar nicht mehr mit mir, was eigentlich total blöd ist, weil ich gar nichts gemacht habe!“, erzählte Aereen und Saira nickte nur. „Ok, also eine Beziehung an sich sehe ich hier nicht, aber dass jemand große Gefühle für dich hat – aber trotzdem sehe ich viel Streit!“, las Saira aus den Karten. „Naja, besser wir streiten, als wenn wir gar nicht miteinander reden!“, seufzte Aereen. „Was ist denn passiert? Also du musst mir nichts sagen, wenn du es nicht erzählen willst, eigentlich geht mich das ja auch nichts an – vergiss die Frage einfach!“, sagte Saira hektisch und sammelte eilig ihre Karten zusammen. „Ach Quatsch – schließlich hast du mir die Karten gelegt, da ist es dein gutes Recht zu fragen. Ich und Phönix waren schonmal ein Paar – ziemlich lange sogar, fast drei Jahre und irgendwann hab ich dann Schluss gemacht, weil ich der Meinung war ich müsste mich ausleben. Naja, das hab ich dann auch gemacht – ich war nicht gerade ein Kind von Traurigkeit. Aber Ende letzten Jahres sind wir doch wieder zusammengekommen und an Silvester war ich mit so nem Typen in der Bar und wir haben nur was miteinander getrunken. Und letzte Woche taucht der Typ plötzlich hier auf und tut so als wäre zwischen uns irgendwas gewesen!“, schweifte Aereen ab und Saira nickte immer nur. „Naja, jetzt denkt Phönix natürlich ich habe ihn betrogen, was aber nicht stimmt – aber so wirklich übel nehmen, kann ich es ihm auch nicht, ich bin ja selbst daran schuld, dass jeder denkt ich wäre die größte Hure im ganzen Universum!“ „Aber du warst doch sicher nicht alleine auf der Party, oder?“ „Na klar waren alle anderen dabei – aber von denen denkt doch auch jeder ich hätte was mit dem Typen am Laufen – und wenn Estelle als meine beste Freundin sagt da war nichts, ist das nicht gerade glaubwürdig! Sie würde mich natürlich nicht verpetzen. Egal – dass muss ich selbst ausbaden. Aber jetzt erzähl doch mal wie bist du denn eigentlich zum Kartenlegen gekommen?“
Am Abend hatten sich die meisten Mitglieder der Starlights im Wohnzimmer niedergelassen. Auch Chris freute sich seine alten Bekannten Lea und Ben wiederzusehen. „Und ihr habt euch nur durch Zufall getroffen?“, fragte Lily. „Jap mitten in der Stadt – ich dachte ja erst ich sehe nicht richtig!“, erzählte Joker und Lily lächelte nur schwach. „So wenn es mir mit meiner Schwester gehen würde!“ „Süße es ist kein Wunder wenn du deine Schwester nicht triffst, schließlich verkriechst du dich schon seit Monaten in deinem Zimmer. Dort wirst du sie wohl kaum treffen!“, neckte Jessica sie. „Ich verkrieche mich ja nicht weil ich traurig bin, aber wenn ich Nika über den Weg laufe, bekomme ich so eine Wut! Ihr schien die Trennung ja gar nichts ausgemacht zu haben – es ist echt traurig!“ „Vielleicht überspielt sie es auch nur!“ „Glaube ich kaum – sie ist ja eigentlich keine Person die ihre Gefühle versteckt. Das weißt du doch genauso gut wie ich! Egal – ich hol noch ein paar Kekse!“, sagte Lily und schlenderte in die Küche um in den Schränken nach Alex Keksen zu suchen. „Sie versteckt sie immer gut, mh?“, hörte sie plötzlich Sharis Stimme. „Oh ja, das tut sie!“, antwortete Lily kühl. Sie wusste dass es nie Sharis Absicht war sie und Nika auseinanderzubringen, dennoch war Shari wohl der Hauptgrund dafür, warum sich Lily und Nika auseinandergelebt hatten. „Lily es tut mir wirklich leid das mit dir und Nika und ich will dass du weißt dass es nie meine Absicht war, dass…!“ „Shari ist schon gut!“, unterbrach Lily sie, „ ich weiß dass du das nicht wolltest. Ich an deiner Stelle wäre auch froh gewesen wenn mich jemand abgelenkt hätte!“ „Naja, vielleicht hätte ich Nika öfter sagen müssen, dass sie eure Beziehung aufs Spiel setzt!“ „Das hätte auch nichts mehr gebracht Shari – du warst nicht daran Schuld! Ich hätte auf mich aufmerksam machen müssen – es wäre auch passiert wenn sie weniger Zeit mit dir verbracht hätte!“ „Naja, wenn du meinst – ich habe eigentlich gehofft ihr kriegt das wieder auf die Reihe!“ „Naja, hat ja eher nicht geklappt – komm lass uns wieder rübergehen – und mach dir bitte keine Gedanken mehr darüber!“ Im Wohnzimmer erzählten Ben und Lea inzwischen von ihrem Zuhause: „Ein total süßes Häuschen – und es ist total ruhig – nicht so wie hier in der Stadt. Am Anfang haben wir überlegt ob wir hierbleiben, aber dann haben wir unser jetziges zuhause entdeckt und haben uns sofort verliebt!“, sagte Lea und kramte ein paar Bilder heraus um sie den anderen zu zeigen. „Habt ihr da auch Mädels? Ich stell mir das n bisschen fade vor so auf dem Land!“, grinste Chris. „Wieso war mir klar, dass das dein erster Gedanke ist!“ „Naja, hier kann ich mich nicht beschweren!“ „Bitte verschone uns mit deinen Ausführungen über deine One-Night-Stands mit Bonny!“, lachte Joker. „Mein Gott, nur weil du jetzt in wilder Ehe lebst, muss ich das ja nicht auch tun. Aber wie ihr wünscht, dann erzähle ich euch eben nichts – nicht dass ihr noch neidisch werdet!“, lachte Chris und Ved der ziemlich schweigsam in der Ecke saß verdrehte die Augen: „Das will auch keiner hören – und Bonny hält bestimmt auch nicht allzu viel davon, dass du ständig damit rumprahlst, dass ihr miteinander im Bett wart!“, verteidigte er Bonny. „Ach Ved, sei doch nicht eifersüchtig. Ich bin nicht der Typ für feste Beziehungen, wenn Bonny jemanden zum kuscheln sucht wird sie sich bestimmt wieder an dich wenden!“ „Halt einfach die Klappe Chris!“, entgegnete Ved und verließ wütend das Wohnzimmer. „Versteht ihr jetzt was wir mit stressig meinen?“, fragte Zoe Ben und Lea. „Oh ja – naja so viele verschiedene Menschen auf einem Haufen – das kann schonmal schwierig werden!“
Als Ved nach oben ging, kamen ihm Simon, Jake und Phönix entgegen. „Hey, was habt ihr denn vor?“ „Wir gehen in die Kneipe und betrinken uns!“, antwortete Simon und Ved überlegte kurz. „Wartet drei Minuten ich komme mit!“ Nachdem Ved sich im Schnelldurchgang zurechtgemacht hatte, machten sich die drei auf den Weg in die Stadt und fanden auch schnell eine gemütliche Kneipe. „Endlich mal raus aus dem Internat – Chris geht mir echt auf die Nerven mit seiner Prahlerei – ist ja schön für ihn dass er mit Bonny geschlafen hat, aber kann er das nicht einfach für sich behalten?“, beschwerte sich Ved, nachdem er den ganzen Weg zur kneipe geschmollt hatte. „Ganz schön scheiße, mh? Erst rennen dir zwei Mädels hinterher und dann schaffst du es das ganze so dermaßen zu verbocken, dass sie sich beide nicht mehr für dich interessieren!“, sagte Jake belustigt und Ved schüttelte nur den Kopf. „Warum bin ich eigentlich mit euch mitgegangen!“ „Weil wir in eine Kneipe gehen und uns betrinken wollten!“, erinnerte Simon ihn und bestellte eine Runde Jägermeister. „Aber wenn du hier schon am rumheulen bist, kann ich mich ja auch beschweren. Estelle ist jetzt der Meinung dass sie mich besser kennenlernen muss, bevor sie sich sicher sein kann, dass sie eine Beziehung mit mir möchte – und zu besser kennenlernen gehört bei ihr auch keinen Sex zu haben!", erzählte Jake. „Du weißt schon dass das mit eurer Beziehung nichts wird, wenn sie dich näher kennenlernt. Ich frag mich eh, warum sie nicht längst gecheckt hat, was für einen wunderbar verdorbenen Charakter du hast!“, antwortete Phönix und Jake zuckte nur mit den Schultern. „Manche Frauen stehen einfach auf diesen Arschloch-Faktor. Und wenigstens springt sie nicht mit anderen Kerlen ins Bett!“, erinnerte Jake ihn. „Autsch – der Punkt geht an dich! Warum nochmal genau bin mitgegangen?“ „Weil wir in eine Kneipe gehen und uns betrinken wollten!“, erinnerte Simon auch Phönix noch einmal. „Ich glaube Stella steht auch auf diesen Arschloch-Faktor. Sie ist ständig mit Jason auf Achse – denkt sie allen Ernstes er hat sich verändert? Ich meine sie kann doch nicht ein drittes Mal auf diesen Typen reinfallen?“ „Frag doch mal meinen Bruder wie oft er und Aereen sich schon getrennt haben – oder warte frag lieber nicht, sonst verlierst du noch den Glauben an die Menschheit!“ „Ich habe mit Mary rumgeknutscht!“, unterbrach Simon die anderen drei Jungs. „Du hast was?“, fragte Jake völlig verwirrt. „ich hab mit Mary rumgeknutscht – sorry aber ich will mich nicht an eurem ‚Wer hat das beschissenste Liebesleben‘ – Spiel beteiligen! Obwohl ich dank der Sache mit Zoe wahrscheinlich haushoch gewinnen würde. Aber ich beschwere mich nicht mehr – ich hab schließlich mit Mary rumgeknutscht!“ „Das ist ja super – und weiter?“ „Was und weiter? Keine Ahnung und weiter – mal sehen, was daraus wird!“ „Komm bloß nicht auf die Idee sie zu verarschen nur weil du ne Ablenkung von Zoe suchst!“, redete Phönix ihm ins Gewissen. „Hey, nur weil du mit ihr in der neunten Klasse mal drei Wochen zusammenwarst, heißt das nicht dass du irgendwelche Exklusiv-Rechte auf sie hast!“, antwortete Simon gelassen während er die Bedienung zu sich winkte. „Doch nicht deswegen, aber wenn sie schlechte Laune hat, dann lässt sie die an mir aus – und glaub mir, darauf hab ich echt keinen Bock!“ „Ach deswegen – naja, wie gesagt, mal sehen was daraus wird!“
Am nächsten Morgen wurden Zoe und Joker mal wieder von lautem Geschrei geweckt – doch diesmal ausnahmsweise nicht von Luca. „Sag mal sind das die Katzen die so brüllen?“, fragte Zoe verschlafen. „Ja, oh Mann – bestimmt hat wieder jemand seinen Tierheimdienst vergessen!“, seufzte Joker und schwang sich aus dem Bett. „Kaum ist Luca soweit dass er mal durchschläft, werden wir durch die Katzen geweckt! Ich beneide Lea und Ben wirklich um ihr zuhause!“ „Ja das tue ich auch!“, sagte Zoe nachdenklich, „um ehrlich zu sein, habe ich mir sogar schon überlegt, ob wir nicht zu ihnen ziehen sollten!“ Joker sah sie überrascht an. „Ganz ehrlich? Das gleiche habe ich mir gestern auch gedacht, als sie uns die Bilder gezeigt haben – das wäre eine viel bessere Umgebung um Luca großzuziehen!“ „Schön dass du auch so denkst – ich dachte gerade schon du wärst total schockiert über meinen Vorschlag. Wenn ich allerdings daran denke, dass wir hier auch viele Freunde haben, stelle ich es mir ganz schön schwierig vor, hier einfach alle Zelte abzubrechen!“, gab Zoe zu und Joker nickte. „Klar – ich meine wir wohnen hier schon ein paar Jahre – aber wir brauchen das doch nicht sofort zu entscheiden – und außerdem könnten wir die Starlights ja auch ab und zu besuchen – und wenn wir hierbleiben wollen, können wir auch Lisa, Ben und die andere besuchen!“, sagte Joker mit einem Lächeln. „Aber jetzt schaue ich mal nach oben was mit den Katzen ist – das hält ja kein Mensch aus!“ Als Joker ins dritte Stockwerk kam, in dem die Starlights ein paar Zimmer für die Tierheim-Katzen umgebaut hatten, war er ziemlich erstaunt darüber, dass Michael für den Tierheimdienst eingeteilt war. „Ach du bist auch schon hier – ich wollte sie gerade füttern!“, sagte Leo die gerade ziemlich verschlafen die Treppe hochkam. „Ja wäre super wenn du mir schnell hilfst – ich hab mich nur gerade ein bisschen darüber gewundert, dass Michael eingeteilt ist – er ist doch sonst immer so zuverlässig!“ „Das ist wirklich komisch – er mag Tiere doch total gerne – er würde das nie vergessen. Komm lass uns schnell die Löwenfütterung machen, dann schauen wir mal nach ihm!“ Wenig später standen Leo und Joker vor Michaels Zimmertür, doch selbst nach mehrmaligem Klopfen meldete sich niemand. „Michael, hallo? Ist alles klar bei dir?“, rief Joker nachdem er langsam die Tür geöffnet hatte. „Er ist gar nicht hier!“, stellte Leo fest, die neugierig ihren Kopf durch den Türspalt gesteckt hatte. „Merkwürdig – unten hängt doch auch kein Zettel dass er länger weg ist, oder? Das ist irgendwie sehr komisch – Michael ist doch sonst echt zuverlässig!“ „Vielleicht liegt er ja bei einem der Mädels mit im Bett!“, kicherte Leo. „Im Ernst Leo – ich mache mir wirklich Sorgen – wir sollten mal bei den anderen nachfragen!“
„Also sehe ich das richtig, dass Michael seit über einer Woche spurlosverschwunden ist und es niemandem aufgefallen ist?“, fragte Phönix wenig später in die verschlafene Runde. „Oh Mann wir habens echt ganz schön verbockt. Also aufgepasst – ein paar von euch gehen zu den Schoolgirls und fragen nach ob vielleicht noch mehr Leute auf der Party verschwunden sind oder ob es wieder Fälle gab, bei denen irgendwelchen Leuten etwas ins Getränk gemischt wurde. Ved und Jake ihr sucht ein Bild auf dem er gut zu erkennen ist und druckt das Ganze – dann machen wir uns heute Mittag auf den Weg und fragen Leute und hängen die Zettel aus!“, legte Joker fest und die anderen nickten. „Vielleicht können uns die Hunde ja beim Suchen helfen? Vielleicht nehmen sie ja eine Spur auf!“, schlug Noemi aufgeregt vor. „Blondchen, das sind irgendwelche Straßenköter und keine Lawinensuchhunde!“, antwortete Jake ihr unhöflich bevor jemand anderes etwas sagen konnte. „Es war ja auch nur ein Vorschlag!“, antwortete Noemi und sofort stiegen ihr die Tränen in die Augen. „Jake, lass deine unqualifizierten Beiträge einfach. Ich würde sagen wir gehen dann nach dem Mittagessen los! Es wäre super wenn ihr alle mitsuchen würdet!“ Nachdem die Besprechung beendet war, verließ Noemi eilig das Internat. „Hey Noemi warte doch mal – lauf doch nicht weg!“, rief Shari und lief ihr hinterher. „Wir finden ihn bestimmt – er kann ja nicht einfach spurlos verschwinden!“, versuchte sie Noemi Mut zu machen. „Ich bin so eine blöde Kuh – ich habe wirklich gedacht, er hat mich auf der Party versetzt. Und die Tage danach war ich froh, dass ich ihm nicht über den Weg gelaufen bin – mir ist nicht mal in den Sinn gekommen, dass ihm vielleicht etwas zugestoßen ist!“, sagte Noemi unter Tränen. „Es bringt doch nichts wenn du dir jetzt Vorwürfe gemacht – jeder von uns sollte sich an die eigene Nase fassen. Niemandem ist aufgefallen, dass er weg ist, das ist wirklich erschreckend! Komm wir gehen ein Stück spazieren, dann kannst du dich ein wenig beruhigen und später suchen wir alle zusammen nach ihm!“
„Sagt mal, hat jemand von euch Rya gesehen?“, fragte Radan die anderem beim Mittagessen. „Keine Sorge, bei ihr es ist normal dass sie ab und zu mal verschwindet! Wenn sie weg ist hängt sie immer einen Zettel an die Pinnwand neben der Haustür!“ „Oh ok – na dann!“, sagte er und wollte schon wieder gehen. „Setz dich doch ein bisschen zu uns, es gibt gleich Essen – wir bekommen dich ja kaum zu Gesicht!“, sagte Mary freundlich. „Oh danke das ist nett, aber ich hol mir dann was in der Stadt!“, antwortete er nur kurz und verließ dann die Küche wieder. „Na dann eben nicht – ich hoffe ja wir finden Michael – aber ehrlich gesagt stelle ich mir das schwierig vor!“ „Irgendwie schon beängstigend oder? Dass einfach so Leute verschwinden? Dass Rya sich noch so alleine raustraut!“, sagte Alex und goss die Nudeln ab. „Naja, ich glaube sie kann sich schon ganz gut wehren – frage mich eh wie sie es geschafft hat Radan loszuwerden, der hängt ja an ihr wie ne Klette!“ „Das stimmt – sind die beiden eigentlich ein Paar? Sie verbringen ja ziemlich viel Zeit miteinander – und er ist ja eigentlich ganz nett anzusehen!“ „Mh keine Ahnung – und du und Simon, was ist mit euch?“, fragte Alex und begann zu lachen, als Mary rot anlief. „Gott wie peinlich, ich bin ja wie ein 14-jähriges Mädchen!“, kicherte Mary. „Das muss dir doch nicht peinlich sein – ist doch schön, und wenn er dich geküsst hat, dann scheint er ja doch nicht so desinteressiert wie du immer gesagt hast!“ „Schon möglich – jetzt ist aber auch Schluss, Die anderen kommen bestimmt gleich und es braucht ja nicht gleich jeder mitzukriegen!“ Nachdem sich alle noch einmal gestärkt hatten ging es an die Aufgabenverteilung. Die meisten machten sich in Zweiergruppen auf um die Plakate mit Michaels Bild in der Stadt aufzuhängen. Simon und Mary hatten sich in eine Gruppe einteilen lassen und liefen nun in den südlichen Teil der Stadt. „Hast du heute Abend schon etwas vor?“, fragte Simon nachdem die beiden eine Weile schweigend nebeneinander hergelaufen waren. „Nein, habe ich nicht – wieso was hast du denn vor?“ „Naja, wir könnten ja ne DVD schauen, oder so?“ „Fällt rumknutschen auch unter oder so?“, lachte Mary, „oder was war das neulich?“ „Oh, das mit dem Kuss – naja. Ich weiß auch nicht so richtig!“, antwortete Simon verlegen und Mary musterte ihn: „Es ist schon gut – ich hätte das Thema einfach auf sich beruhen lassen sollen. Vergiss das ganze einfach, ok? Reden wir nicht darüber - also dann DVD-Abend?“, lenkte sie ab, wofür Simon ziemlich dankbar war. „Ja gute Idee!“, antwortete er nur und lief dann wieder schweigend neben Mary her. Justin und Alex hatten sich natürlich auch zu einer Gruppe zusammengeschlossen. „Ich glaube Zoe und Joker wollen den Tribe verlassen!“, sagte Alex und Justin sah sie überrascht an. „Was? Wie kommst du denn darauf, wieso sollten sie denn gehen? Sie habens doch gut bei uns!“ „Naja, gestern haben Lea und Ben ihnen von ihrem Haus erzählt und von der Ruhe – hast du Zoe nicht gesehen? Sie war total begeistert davon!“ „Naja, aber ich glaube nicht dass die beiden deswegen sofort ihre Koffer packen und verschwinden. Sie haben doch hier auch Freunde!“ „Naja, vielleicht hast du Recht – ich fände es total schade, wenn sie gehen würden – Zoe ist ne ziemlich gute Freundin geworden!“ „Das weiß ich – und genau deshalb glaube ich auch nicht dass sie gehen. Aber wenn würde ich sie auch ein wenig verstehen. Gerade mit dem Baby. Bevor der Virus ausgebrochen ist, wollte ich immer Auswandern. Irgendwohin wo es warm ist – nach Italien oder nach Spanien!“, erzählte Justin und seine Freundin sah ihn überrascht an. „Davon hast du mir ja noch nie etwas erzählt!“ „Naja, wieso denn auch? Vor dem Virus war ja alles noch ein wenig anders!“ „Das stimmt – aber es ist theoretisch immer noch möglich. Wobei du das ‚wandern‘ dann wörtlich nehmen müsstest!“, sagte Alex lachend. Am späten Nachmittag kehrten die Mitglieder der Starlights wieder zurück. „Hoffentlich meldet sich jemand – bei den vielen Plakaten die wir aufgehängt haben, muss einfach etwas passieren!“, sagte Noemi traurig und Lily legte fürsorglich ihren Arm um sie. „Du musst geduldig sein Noemi - ich suche auch schon lange nach meiner Schwester, aber du darfst die Hoffnung nicht aufgeben – wir finden die beiden! Ganz sicher!“ „Danke, du musst ja wissen wie sich das anfühlt!“ „Hey, sind schon alle wieder zurück?“, fragte Joker, der zusammen mit Chris bei den Starlights war. „Ja so ziemlich, habt ihr etwa Neuigkeiten?“, fragte Noemi erwartungsvoll. „Ja, aber leider keine guten – 7 Leuten wurde etwas ins Getränk gemischt - und 2 werden vermisst!“ Mutlos setzte sich Noemi hin. „Wie kann das denn sein? Wer entführt denn diese Leute und vor allem warum?“ „Ich hab keine Ahnung Noemi – die Schoolgirls werden auf jeden Fall zu einer Anführer Versammlung einladen – vielleicht kriegen wir so etwas heraus!“ „Ja vielleicht – geht jemand mit nach draußen zu den Hunden? Ich brauch jetzt ein bisschen Ablenkung!“ „Das ist eine gute Idee – ich gehe mit!“, sagte Ved und begleitete Noemi mit nach draußen. Als sie die Haustür öffnete kam, lief Rya ihnen direkt in die Arme. „Holla, langsam, langsam!“, sagte Ved, doch Rya stürmte einfach weiter. „Rya du hast was verloren!“, rief er ihr hinterher, doch sie war schon verschwunden. „Was war denn mit der los?“, fragte Ved und Noemi zuckte nur mit den Schultern. „Keine Ahnung – ich glaube sie hat geweint!“, sagte sie. „Mh, komisch, naja, ich wird hier das hier später vorbeibringen!“, sagte Ved und hob die Karte auf die sie hatte fallen lassen. „Was hat sie denn da markiert?“, murmelte er und studierte die Karte auf der einige Stellen rot gekennzeichnet waren. „kommst Du?“, riss Noemi ihn aus seinen Gedanken. „Oh ja klar –ich bring ihr das später vorbei!“, antwortete er und ging mit Noemi zu den Hunden.
Einige Tage später hatten die Starlights immer noch nichts von Michael gehört und die Stimmung wurde immer schlechter – niemand hatte es bis jetzt ausgesprochen, aber viele hatten keine Hoffnung mehr ihn wieder zu finden. „Hey Rya, da bist du ja! Ich hab etwas das dir gehört – du hast es neulich verloren, als wir zusammengestoßen sind!“, sagte Ved, als er endlich mal auf Rya traf, ohne dass Radan dabei war. „Oh meine Karte!“, sagte sie überrascht und schien ziemlich erleichtert, das sie sie nicht verloren hatte. „Aber so wichtig ist sie gar nicht!“, fügte sie schnell noch hinzu, als sie Veds Blick bemerkte. „Was hast du denn da eingezeichnet?“, fragte er, doch im selben Moment tauchte Radan hinter Rya auf. „Also ich wäre bereit für die Besichtigung!“, sagte er und Rya lächelte ihn erwartungsvoll an. „Das ist wirklich nicht wichtig Ved – Radan zeigt mir jetzt sein Elternhaus!“, erklärte sie. „Naja, Haus ist vielleicht ein bisschen untertrieben!“, verbesserte Radan sie schmunzelnd und Ved nickte nur – er konnte überhaupt nicht verstehen, warum sie soviel Zeit mit ihm verbrachte, denn Radans arrogante Art ging ihm und auch den anderen aus dem Tribe gewaltig auf die Nerven. Viele aus dem Tribe versuchten sich irgendwie von Michaels verschwinden abzulenken. „Ich dachte wir wollten uns besser kennenlernen, wie soll das funktionieren, wenn du ständig vorm Computer sitzt?“, fragte Estelle, die gelangweilt auf dem Bett lag, während Jake irgendwas an seinem Rechner probierte. „Nein, du wolltest mich besser kennenlernen – so war das!“, erinnerte Jake sie. „Ja aber interessiert dich gar nicht was ich vor dem Virus gemacht habe? Oder welche Musik ich mag, oder ob ich Verwandte habe…?“, fragte Estelle verwundert. „Nein das muss ich doch nicht wissen – wir verstehen uns, das reicht doch!“ „Na scheinbar verstehen wir uns nicht!“, entgegnete Estelle und ging wütend aus dem Zimmer. Wenig später tauchte sie in Aereens Zimmer auf. „Ich dreh noch durch mit dem Typen – hat er irgendwas zu verheimlichen? Wahrscheinlich wird es ihm zu anstrengend mit mir – es geht ihm wahrscheinlich doch nur um mein Aussehen!“, echauffierte sie sich und lies sich neben Aereen und Saira aufs Bett fallen. „Und ihr praktiziert schon wieder euren Hokus-Pokus?“, fragte sie verständnislos als sie die Tarot-Karten sah. „Das ist kein Hokus-Pokus!“, antworteten Saira und Aereen wie aus einem Mund. „Ja ist ja schon gut – ich bleibe einfach schweigend hier sitzen und bemitleide mich selbst, weil ich mich in einen Kerl verliebt habe, der an mir nur meine Brüste und meine Vagina zu würdigen weiß!“ Aereen verdrehte ihre Augen und sammelte die Karten ein: „Jetzt hast du uns eh schon gestört – wollen wir einen Film ansehen, Mädels Abend?“, fragte Aereen. „Ich will euch nicht stören, ich kann auch gehen, wenn…!“,sagte Saira. „Ach Quatsch bleib hier!“, unterbrach Estelle sie und zog Schokolade aus Aereens Nachttischen. „Hey, ist ja fast leer? Redet Phönix immer noch nicht mit dir?“ „Nein, immer noch nicht – wieso sollte er auch!“ „Na ich dachte Jake hat mit ihm geredet?“, sagte Estelle verwundert. „Über was genau?“, fragte Aereen genervt. „Na Jake hat den ganzen Abend nur darauf gewartet, dass du mit Robin rummachst – und naja, hast du ja nicht. Und ich hab ihn gebeten Phönix davon zu überzeugen, dass da eben nichts war!“ „Naja, scheinbar hat er das nicht getan, denn wie du siehst sitze ich hier mit Schokolade und zwei Mädels in meinem Bett - wenn Phönix nicht mehr auf mich sauer wäre, würden hier gerade ganz andere Sachen passieren!“, entgegnete Aereen.
Auch Leo, Bonny und Leylie verbrachten den Abend zusammen. „Sag mal hast du ne Blasenentzündung oder warum rennst du jetzt schon zum 50. Mal aufs Klo?“, fragte Leo und Bonny seufzte nur. „Ich hätte heute meine Tage bekommen müssen. Es ist jetzt halbzwölf, das heißt der Tag ist fast rum und es ist nichts passiert!“ „Bei mir ist das immer so - ein paar Tage hin und her, das ist doch normal!“, sagte Leo beiläufig. „Naja, bei mir ist das nicht normal – ganz und gar nicht normal und so langsam bekomme ich echt ein ungutes Gefühl!“, antwortete Bonny und ging aufgeregt in Leos Zimmer hin und her. „Wenn man drauf wartet, dann verzögert es sich meistens – das ist was psychologisches!“, sagte Leylie. „Achja, Dr. Leylie gut dass ich dich habe – im Ernst das war noch nie so – ich kann sonst meine Uhr danach stellen!“ „Naja, aber du und Chris ihr habt doch verhütet oder etwa nicht?“, fragte Leo. „Natürlich haben wir!“, erwiderte sie wie aus der Pistole geschossen und begann dann zu grübeln. „Oh nein – sag bloß nicht, dass du es nicht mehr weißt. Chris lässt wirklich nichts anbrennen, was weiß welche Geschlechtskrankheiten er mit sich rumschleppt!“, sagte Leo angewidert und Leylie konnte sich ihr Lachen nicht verkneifen. „Ok, tut mir Leid Bonny – das ist wirklich nicht lustig – ich kann dich verstehen, aber warte doch nochmal ein paar Tage ab!“, sagte Leo, als sie merkte, dass Bonny die Tränen in die Augen stiegen. „Was denn wenn ich schwanger bin?“, sagte sie und Leo nahm ihre Freundin in den Arm. „Hey, mal bitte mal nicht den Teufel an die Wand! Jetzt wartest du noch ein paar Tage ab und wenn dann nichts ist, dann besorgen wir dir einen Schwangerschaftstest, der dir sicherlich sagt, dass da nichts ist!“, versuchte Leo ihre Freundin zu beruhigen. „Oh Gott – stell dir vor ich wäre schwanger – von Chris. Schlimm genug dass ich überhaupt mit ihm im Bett war, aber …. Ich wills mir gar nicht vorstellen!“ Doch auch in den nächsten Tagen tat sich nichts und Bonny wurde immer nervöser. „Ok, pass auf – wir gehen jetzt in die Stadt und besorgen so nen blöden Schwangerschaftstest!“, sagte Leo bestimmt und Bonny sah sie ängstlich an: „Damit ich ne Bestätigung habe ,dass ich mich völlig in die Scheiße geritten habe?“ „Naja, rückgängig machen kannst du es jetzt eh nicht mehr – wenn der Schwangerschaftstest dir sagt dass du schwanger bist, dann geht’s dir nicht schlechter als jetzt eh schon und wenn nicht, kannst du dich beruhigen und brauchst dir keine Gedanken mehr machen!“ „Das sagst du so leicht – es wäre ja nicht nur das Baby – aber Chris als Vater? Mal im Ernst das kann doch nie im Leben funktionieren!“ „Joker stellt sich doch inzwischen auch ganz gut an! Aber soweit denken wir erst mal gar nicht, also los mach dich fertig, ich hol dich dann ab – ich hab nämlich noch etwas zu erledigen!“, sagte Leo und machte sich auf den Weg zu Aereens Zimmer. „Komm rein!“, hörte sie Aereens Stimme nach dem sie geklopft hatte. „Seit wann klopfst du denn an?“, fragte sie lachend und sah dann erst dass es Leo war. „Ach du bist es! Wie komme ich denn zu der Ehre?“ „Ich wollte mich bei dir entschuldigen, für die Aktion an der Weihnachtsfeier – ich hab einfach überreagiert!“, sagte Leo. „Ja das kann man wohl so sagen – aber mein Gott. Ist halt passiert, also mach kein großes Ding draus!“ „Naja, ich hätte mich nicht einmischen sollen. Ich hoffe nur, dass das nicht auch ein Grund war, weswegen ihr euch getrennt habt!“ Aereen sah Leo mit gerunzelter Stirn an: „Wir haben uns nicht getrennt! Jake hat Phönix erzählt dass auf der Party nicht war – und wenn Jake das sagt, dann will das schon was heißen! Also wie kommst du darauf dass wir uns getrennt haben?“ „Oh, das habt ihr gar nicht? Na das ist doch schön… ich dachte nur, weil ihr – naja egal. Hab mich wohl geirrt! So ich muss jetzt aber auch los. Bonny und ich wollen in die Stadt und …. ähm ein Kleid besorgen!“, antwortete Leo hastig. „Na dann viel Spaß dabei!“, sagte Aereen und lächelte freundlich. Als Bonny, Haily und Leo das Internat verlassen und eine Weile gegangen waren, machte sich Leo erst mal ordentlich Luft: „Ich kann’s echt nicht glauben – so blöd kann doch kein Mensch sein. Warum ist man freiwillig mit Aereen zusammen!“ „Das frage ich mich auch – Saira hängt ständig mit ihr rum… keine Ahnung wieso!“, erzählte Leylie. „Naja, sie hat fast keine Freunde und Leylie kennt sie noch nicht richtig – das nutzt sie aus. Aber sie wird noch früh genug mitkriegen, was sie für n Biest ist!“ „Hey ihr beiden, könnt ihr mal aufhören euch zu beschweren! Ich bin diejenige von uns drei, die tatsächlich Probleme hat. Ich bin vielleicht schwanger, das ist richtig scheiße!“ „Du bist vielleicht schwanger!“, entgegnete Leo ihr, „Ja und alleine das ist schon eine Katastrophe!“ „Hey sind das da vorne Jason und Stella?“ „Ja das sind sie – scheinen sich ja wieder ganz gut zu verstehen – hey vielleicht ist ja Ved dann wieder für dich frei!“, sagte Leo und Bonny warf ihr nur einen genervten Blick zu: „Leo deine Versuche mit von dem einen Gedanken den ich derzeit habe abzulenken sind wirklich süß, aber bringen gar nichts. Ich hab weder Lust auf Ved, noch darauf mich über Aereen aufzuregen. Und glaubst du denn allen Ernstes, dass Ved mich noch will? Er wollte mich schon so nicht und ein Baby würden meine Chancen wohl kaum verbessern!“ „Tut mir Leid Bonny – ich weiß auch nicht was ich machen soll – ich halte jetzt einfach meine Klappe!“, antwortete Leo und Bonny nickte nur.
Am Abend trafen sich Stella und Lisa zu einem gemütlichen Mädchenabend. „Na wie war dein Tag?“, fragte Lisa. „Wunderbar!“, antwortete Stella verheißungsvoll. „Ich und Jason waren in der Stadt, wir waren shoppen und danach etwas essen – und er war total lieb – er ist wie ausgewechselt. Er hält mir die Türen auf, sagte nette Dinge, macht mir Geschenke!“ „Stella, ich will dir ja deine Illusion ungern zerstören, aber bist du wirklich sicher dass das von Dauer ist?“ „Ich weiß schon was du meinst, aber vielleicht hat er ja jetzt kapiert, dass er mich auch verlieren kann. Durch die Sache mit Ved habe ich ihm gezeigt, dass ich nicht nur auf ihn warte. Ich glaube deshalb hat er sich verändert. Es ist wie damals als wir ganz frisch verliebt waren!“, schwärmte Stella und Lisa zuckte nur mit den Schultern. „Naja, ich kann dir da wohl nicht reinreden – aber es ist ja ok, wenn du ein bisschen Zeit mit ihm verbringst oder ziehst du es ernsthaft in Erwägung zu ihm zurückzugehen?“ „Naja, am Anfang war ich ja auch skeptisch – aber inzwischen. Es läuft einfach so gut und ich würde es gerne noch einmal mit ihm versuchen!“ „Ach Süße ich hoffe nur für dich, dass er sich wirklich verändert hat und nicht nur eine Show abzieht und dich dann wieder verletzt – aber sollte es so sein, darfst du dich natürlich trotzdem bei mir ausheulen!“, kicherte Lisa und Stella schüttelte den kopf: „Das wird nicht passieren – da bin ich mir sicher. Dann müsst ihr nur aufpassen, dass wir euch den Titel „Traumpaar des Jahres 2011“ nicht streitig machen!“, lachte Stella. „Träum weiter – bei mir und Sam läuft es so gut. Wir waren neulich am See und es war alles so perfekt. Ich bin so wahnsinnig stolz auf Sam dass er das mit dem Alkohol überwunden hat. Das hat mir bewiesen dass ich ihm wirklich wichtig bin!“ „Das freut mich für euch – ich hoffe bei Jason und mir wird es genauso!“
Es verging noch einige Zeit, doch Michael blieb weiterhin wie vom Erdboden verschluckt. Obwohl die wenigsten es tatsächlich zugeben wollten, hatten schon viele die Hoffnung aufgegeben, ihn jemals wieder zu sehen. „Hey, hat jemand Lust mit in die Stadt zu gehen?“, fragte Noemi am spärlich besetzten Frühstückstisch und sah erwartungsvoll in die Runde. „Was willst du denn da?“, fragte Estelle gelangweilt. „Ich gehe mit - ich brauch eh noch was – ich bin heute Abend mit dem Kochen dran!“, unterbrach Lily Estelle und Noemi sah sie dankbar an. Lily war wahrscheinlich die einzige aus dem Tribe die wusste, was sie gerade durchmachte. Nachdem sich die beiden fertig gemacht hatten und sich jede einen Hund aus dem Tierheim geschnappt hatte, machten sie sich auf den Weg in die Stadt. „Danke dass du mitgehst – ich weiß es ist furchtbar nervig, aber…!“, „Ach Quatsch!“, unterbrach Lily sie, „das ist nicht nervig – ich weiß wie dir zumute ist. Ich vermisse Hannah wahnsinnig!“ „Naja, du kennst sie immerhin schon dein ganzes Leben lang – ich kenne Michael noch nicht so lange – aber trotzdem vermisse ich ihn. Ist das nicht komisch? Ich kenne ihn eigentlich gar nicht. Vielleicht ist er einfach abgehauen und ich suche hier völlig vergeblich und mache mir umsonst Sorgen!“ „Nein, das glaube ich nicht - das traue ich Michael wirklich nicht zu. Und meiner Schwester auch nicht. Ich frage mich nur, wieso man Leute entführt? Ich dachte eigentlich dass die Jugendlichen durch den Virus ein bisschen vernünftiger geworden sind, aber es ist noch viel schlimmer geworden… es ist wirklich traurig!“ Kurz nach Mittag kehrten die beiden enttäuscht zurück. „Wieder nichts?“, fragte Jessi und die beiden schüttelten nur den Kopf. „Das tut mir wirklich Leid – ach euch beide kann ich mir so gar nicht ansehen – ihr braucht mal ein bisschen Abwechslung! Das ist bestimmt nicht leicht, aber ihr braucht auch mal ein bisschen Zeit für euch. Was haltet ihr davon wenn wir uns einen richtig gemütlichen Nachmittag machen? Mit Pyjama, Chips und DVDs?“ „Kommt drauf an welche DVD!“, sagte Lily zögernd. „Ihr habt freie Auswahl zwischen Greys Anatomy, Greys Anatomy und Greys Anatomy!“, lachte Jessi und konnte Noemi und Lily zumindest ein kleines Schmunzeln entlocken. Auch Bonny hatte sich in ihr Zimmer verkrümelt – allerdings ohne Gesellschaft, was sich allerdings bald ändern sollte. Als es klopfte verdrehte sie nur die Augen. „Bonny bist du da?“, hörte sie Leos Stimme und kurz darauf öffnete sich die Tür. „Warum antwortest du denn nicht? Hast du ihn schon gemacht?“, fragte Leo vorsichtig und Bonny schüttelte nur den Kopf. „Ich hab mir schon 200-mal die blöde Packungsbeilage durchgelesen – wusstest du das so ein Test nur eine 95%ige Genauigkeit hat? Also wenn da dieser pinke Streifen ist, dann muss das noch gar nichts bedeuten!“, erklärte Bonny ihrer Freundin. „Bonny du redest dir da was ein – mach den Test einfach – dann weißt du woran du bist!“ „Ich mache ihn morgen, man soll ihn früh machen, direkt nach dem Aufstehen, dann ist der HCG-Spiegel am höchsten!“ „Du hast dir die Packungsbeilage wirklich oft durchgelesen, oder?“, fragte Leo erstaunt. „Naja, irgendwie muss ich mir die Zeit ja vertreiben. Können wir ein bisschen raus gehen? Vielleicht will Leylie ja mitgehen? Sie ist echt witzig die kleine – vielleicht kann sie mich ja ein bisschen aufheitern!“ „Na danke, bin ich so langweilig?“, lachte Leo. „Ach Quatsch nein!“ „Ist schon gut – ich find Leylie auch witzig, sie passt super zu uns. Die Sprüche die sie immer raushaut sind echt zum Brüllen! Also komm lass uns gehen!“ Am nächsten Morgen stand Leo schon früh morgens bei Bonny auf der Matte und betrat vorsichtig das Zimmer. „Oh scheiße, ich glaub ich brauch gar nicht fragen, was der Test ergeben hat!“, sagte sie als sie Bonny heulend auf ihrem Bett sitzen saß. „Pinker Streifen!“, schluchzte Bonny und Leo setzte sich neben sie. „Das tut mir wirklich Leid Bonny – ich würde dir jetzt gerne etwas sagen was dir weiterhilft, aber…!“ „Ist schon gut – das ändert auch nichts mehr daran. Ich dachte eigentlich wenn ich noch ein bisschen warte mit dem Test und ich mich an den Gedanken gewöhne ist es nicht so schlimm wenn ich dann Gewissheit habe, aber ich hab mich wohl geirrt!“ „Und jetzt - ich meine, willst du es Chris sagen?“, fragte Leo und ihre Freundin zuckte nur mit den Schultern. „Ich muss selbst erst mal damit zurechtkommen – ich glaube nicht, dass Chris eine wahnsinnig gute Unterstützung wäre!“ „Naja, immerhin ist er an der Sache nicht gerade unbeteiligt gewesen – er trägt genauso viel Verantwortung. Aber du hast Recht, vielleicht wartest du noch ein bisschen und bis dahin bin ich für dich da!“, sagte Leo zuversichtlich und reichte Bonny ein neues Taschentuch.
„Hey Rya, hast du Lust heute meine alte Bleibe zu besichtigen?“, fragte Radan, wenige Tage später. Es war der erste Frühlingstag in diesem Jahr und alle aus dem Tribe zog es nach draußen. „Oh ja super Idee – heute sieht das Wetter gut aus!“, sagte Rya begeistert. „Na dann lass uns gleich loslaufen - ist ein großes Haus, da gibt es viel zu sehen!“, lachte Radan und er und Rya verließen den Frühstückstisch. „Na sind wir nur froh, dass sie nicht sein riesengroßes Ego besichtigen wollen, sonst wären sie zwei Jahre unterwegs!“, sagte Alex genervt und die Starlights die noch am Tisch saßen lachten. „Ist doch so – der geht mir vielleicht auf die Nerven. Ist ja schön, wenn er so ein super Leben hatte, aber wenn es so toll war, wieso ist er dann nicht da geblieben!“ „Vielleicht war er einsam – vielleicht verarbeitet er den Virus einfach so, die wenigsten sind doch in ihren Elternhäusern geblieben, wahrscheinlich ist diese Arroganz nur ein Schutzmechanismus!“, versuchte Lily ihn zu verteidigen. „Oh sieh an da leidet jemand am Gut-Mensch-Syndrom!“, lachte Jessi und Lily bleckte ihr die Zunge. „War doch nur Spaß – vielleicht hast du ja Recht. So hab ich das bis jetzt noch gar nicht gesehen, vielleicht muss er sich noch einleben!“ „Die Zwillinge sind zum gleichen Zeitpunkt wie er zu uns gekommen und haben sich inzwischen schon sehr gut eingelebt!“, konterte Jake. „Ja, die eine spricht kein Wort und die andere ist frech wie Rotz – na klasse!“, sagte Estelle. „Bist du etwa eifersüchtig, weil sich Saira so gut mit Aereen versteht!“, kicherte Alex und Estelle warf ihr nur einen genervten Blick zu. „Ist ja auch egal – jetzt sind die drei hier, ich geh mal nach oben – mit dem Programm fürs Tierheim passt irgendwas nicht!“, sagte Jake und verließ die Küche. „Hey warte mal - hast du mal aus dem Fenster gesehen? Draußen ist super gutes Wetter – wollen wir n bisschen in die Stadt gehen?“, fragte Estelle die ihm gefolgt war. „Wenn du shoppen gehen willst, fragt doch Aereen!“ „Ich will gar nicht shoppen gehen – warum bist du so gemein zu mir? Ich hab dich nur gefragt, ob wir etwas unternehmen. Ein höfliches Nein, danke wäre auch ok gewesen!“, antwortete Estelle. „Sorry, tut mir Leid – ich hab nur gedacht du brauchst wieder nen Tütenträger – aber wenn du mir versprichst dass wir kein Schuhgeschäft betreten, dann würde ich auch mitgehen!“ „Na also geht doch – ich muss mich noch fertig machen – wir können uns ja dann später hier unten treffen!“, rief Estelle während sie in ihr Zimmer eilte. Dort angekommen, begann sie hektisch alle möglichen Schubläden und Regale zu durchforsten. „Sag mal was machst du denn?“ , fragte Aereen die kurz darauf ihr Zimmer betrat. „Ich suche etwas!“, murmelte Estelle die zur Hälfte unter ihrem Bett lag. „Ich hab ihn!“, rief sie und stieß sich vor lauter Euphorie den Kopf an. „Einen Schlüssel?“, fragte Aereen verwundert, als sie erkannte was Estelle festhielt. „Den Schlüssel zu der Wohnung in der ich mit meiner Mum gelebt habe – wenn Jake mir schon nichts von seiner Vergangenheit erzählen will, mache ich eben den ersten Schritt!“ Als Estelle und Jake eine Stunde später eine Wohnsiedlung erreicht hatten, schien Jake seinen Entschluss schon wieder bereut zu haben. „Sag mal sind wir hier in den Ghettos? Da wäre mir ja selbst ein Schuhladen lieber!“ „Das ist eine stinknormale Wohnsiedlung, kein Ghetto!“, sagte Estelle verletzt und bog in eine Seitenstraße ein. „So langsam wird’s mir echt unheimlich, was willst du denn hier? Willst du mich umlegen? Das wäre nämlich der perfekte Platz für eine Leiche, denn hier kommt wahrscheinlich niemand freiwillig her!“, lachte Jake und sah sich skeptisch um. „Wenn du nicht gleich die Klappe hältst, tue ich das wirklich. Ich habe hier gewohnt – vor dem Virus, also hör gefälligst auf so zu reden!“ „Das wusste ich nicht!“, sagte Jake und räusperte sich. „Ich dachte du warst Model – wohnt man da nicht in ner super Wohnung und fliegt von einem Land ins nächste?“ „Ja genau – du hast wohl zu viel Germanys Next Topmodel geschaut! Ich will wieder nach Hause!“, sagte Estelle traurig und Jake hielt sie auf. „Wolltest du nicht irgendwelche Sachen holen oder warum sind wir hierher gelaufen?“ „Du kapierst echt überhaupt nichts – ich wollte dir zeigen, wo ich vor dem Virus gelebt habe und ich wollte dass du mich kennenlernst! Aber stattdessen beleidigst du mich und lachst darüber, wie ich gelebt habe!“, schrie Estelle ihn an. „Ach komm, es tut mir Leid, das war nur ein blöder Spruch. Lass uns doch nach oben gehen!“ „Nein, ich will nicht mehr – ich will nicht mehr dass du mich besser kennenlernst – ist nicht mehr nötig – du hast mir nämlich gerade mal wieder bewiesen, dass du Penner es echt nicht Wert bist!“
Im Gegensatz zu Jake und Estelle lief es bei Rya außerordentlich gut. „Wow – euer Garten ist einfach nur der Hammer!“, sagte Rya begeistert und war schon zwischen den inzwischen etwas verwachsenen Büschen verschwunden. „Du hättest es mal sehen sollen, als sich noch jemand darum gekümmert hat!“, rief Radan ihr zu. „Komm doch mal her – wieso bleibst du denn da vorne stehen. Das ist einfach der Wahnsinn!“ „Oh ich hab nicht gerade das passende Schuhwerk an!“, versuchte Radan sich rauszureden. „Ach komm stell dich nicht so an – die kann man putzen!“ „Stimmt, da hast du Recht. Und wenn ich schonmal hier bin, sollte ich die Natur auch mal genießen!“, antwortete er lächelnd. „Eben, also komm – oh da vorne ist ja ein Teich!“, sagte Rya und lief weiter. Radan nickte nur doch kaum hatte Rya ihm den Rücken zugewendet, verdrehte er die Augen und lief zähneknirschend hinter ihr her - er wollte Rya eigentlich sein altes Haus zeigen und nicht den ganzen Nachmittag zwischen Fliegen, Büschen und Bäumen verbringen. Er unterdrückte ein Fluchen, als er in eine Pfütze trat. „Hast du etwas gesagt?“, fragte Rya und Radan schüttelte nur den Kopf. „Oh, nein alles bestens – ich hab mich nur gerade an die alten Bauernhöfe meines Vaters erinnert – hab wohl laut gedacht! Da haben wir als Kinder immer gespielt!“ „Ehrlich? Na die kannst du mir ja dann auch mal zeigen, oder?“ „Zeigen? Ähm… naja – ich denke mal die sind ziemlich modernisiert worden – mein Dad hat sie verkauft. Sie würden dir sicher nicht gefallen!“ „Denken ist nicht wissen – lass uns doch mal hinsehen!“, drängelte Rya während sie einige Blumen pflückte. „Naja, sie sind ziemlich außerhalb der Stadt – muss erst mal sehen, ob ich noch hinfinde. Ist ja schon ziemlich lange her!“ „Na ist doch super- dann packen wir nen Rucksack und ein Zelt und machen uns auf den Weg dahin!“, schlug Rya vor und sah Radan erwartungsvoll an. „Oh ja, das ist eine gute Idee- das sollten wir wirklich machen!“, antwortete er mit einem eingefrorenem Lächeln.
Nachdem Phönix und Joker einige Tage später von einer Anführer Versammlung nach Hause kamen, riefen sie alle Mitglieder der Starlights zu einem Treffen zusammen. „Schön dass ihr alle kommen konntet. Wir wollten euch nur auf den neuesten Stand bringen. Michael ist scheinbar nicht der einzige, der verschwunden ist – inzwischen gibt es 12 Vermisste – unter anderem Mitglieder der Blind Eyes und der Nomaden. Außerdem gab es auf einigen Partys in der Stadt wieder Fälle in denen Leuten was ins Getränk gemischt wurde!“, berichtete Joker und Noemi schossen sofort die Tränen in die Augen. „Und gibt’s schon Vermutungen oder Verdächtige?“, fragte Justin. „Nein, noch gar nichts – deshalb möchten wir euch auch bitten nicht mehr alleine rauszugehen – mindestens zu zweit. Und wenn ihr geht, hängt bitte einen Zettel an die Pinnwand!“, antwortete Phönix. „Na ok – das wars eigentlich. Nur Zoe und ich haben euch noch etwas zu verkünden!“, sagte Joker und Zoe gesellte sich neben ihren Freund. „Sag blos sie ist schon wieder schwanger!“, flüsterte Aereen gehässig und Estelle versuchte ihr Kichern zu unterdrücken. „Ja, einige von euch wissen es ja auch schon und einige konnten es sich sicher schon denken. Wir werden die Starlights verlassen und zu unseren alten Freunden außerhalb der Stadt ziehen. Wir möchten einfach nicht dass Luca hier in der Stadt aufwächst! Naja, das wars auch schon!“, erzählte Zoe von ihren Plänen und die Starlights, die noch nicht eingeweiht waren, sahen sie ziemlich überrascht an. „Und da ich den Anführer-Posten auch schon ziemlich lange mache und Joker geht – würde ich gerne Neuwahlen vorschlagen. Ihr könnt euch ja schonmal Gedanken machen, wer das ganze übernehmen könnte. Ansonsten können wir uns jetzt auch auflösen!“, unterbrach Phönix das unangenehme Schweigen. Nach dem Abendessen hatten sich Simon und Mary auf einen DVD-Abend verabredet. „Ah da bist du ja- komm rein. Sunny ist gerade eingeschlafen!“, begrüßte Mary ihn herzlich. „Magst du was trinken? Ich habe Wein?“ „Na super, damit wir wenn die Flasche leer ist wieder anfangen miteinander rumzuknutschen?“, fragte Simon patzig und Mary sah ihn verdutzt an: „Bitte was hast du eben gesagt?“ „Ach vergiss es, schenk ein – auf das bisschen mehr oder weniger kommt es auch nicht mehr an!“, sagte Simon und schmiss sich neben sie auf die Couch. „Sag mal, bist du betrunken?“, fragte Mary und rümpfte ihre Nase. „Du hast ne Fahne, dass es kaum auszuhalten ist! Ich möchte dass du jetzt gehst – raus hier!“, sagte Mary bestimmt, doch anstatt zu gehen, brach Simon in schallendes Gelächter aus. „Ach komm Mary – du wirst mich doch nicht wegschicken – ich meine es wäre ja nicht so als würden die Kerle bei dir Schlange stehen. Und sehs doch mal positiv, du sparst es dir mich abzufüllen!“ „Du bist echt widerlich Simon – verschwinde jetzt sofort, bevor ich mich vergesse!“ „Schon gut!“, sagte Simon und seufzte theatralisch. „In der Kneipe ist es wohl eh spannender, als mit dir irgendeinen Schnulzenfilm anzusehen!“ Nachdem Simon Marys Zimmer verlassen hatte dauerte es nicht lange und die Tür öffnete sich wieder. „Ich hab gesagt du sollst verschwinden!“, schrie Mary doch es war nur Alex die ihren Kopf durch die Tür steckte. „Ist irgendwas passiert? Ich hab gerade Simon aus deinem Zimmer kommen sehen – was ist denn mit dem los? Sag mal weinst du? Was ist denn passiert?“ , fragte Alex und eilte sofort zu ihrer Freundin. Nachdem Mary ihr die ganze Chose geschildert hatte, konnte ihre Freundin nur noch mit dem Kopf schütteln. „Zoe war vorhin auch bei mir und hat mir erzählt, dass sie sich mit ihm gestritten hat, weil er bis zur Tribeversammlung noch nicht wusste, dass die drei den Tribe verlassen wollen. Es hat ihn scheinbar ganz schön getroffen, aber das ist natürlich kein Grund das Ganze an dir auszulassen. Was ist eigentlich in ihn gefahren!“ „Naja, wo er Recht hat, hat er Recht. Ich hab mich ja an ihn geschmissen wie ne vertrocknete Jungfer – ich hab mir da nur was vorgemacht – mir war von Anfang an klar, dass er immer noch Gefühle für Zoe hat!“ „So ein Blödsinn, such doch die Schuld nicht immer bei dir! Er ist ein Idiot und das was er sich geleistet hat ist unter aller Sau. Komm, lass uns zusammen nen Film schauen – das lenkt dich ein bisschen ab!“, schlug Alex vor und Mary lächelte sie dankbar an.
Als es am nächsten Morgen an Marys Tür klopfte, konnte sie sich schon denken, dass es Simon war. Energisch öffnete sie, doch anstatt Simon stand Bonny vor ihrer Tür. „Guten Morgen – hast Du kurz Zeit?“ „Ähm… ja klar – komm doch rein – ist ein bisschen unordentlich bei mir. Das Gen für Unordentlichkeit hat wohl Phönix unserem Kind vererbt!“, sagte Mary und räumte schnell einige Spielsachen zur Seite. „Ach das macht doch nichts – ich hab ein kleines Problem und ich dachte du könntest mir vielleicht helfen!“, sagte Bonny und Mary sah sie verwundert an. „Hast du etwa Streit mit Leo? Sonst hängt ihr beiden doch nur miteinander rum!“ „Nein, sie ist für dieses Thema nur nicht der richtige Ansprechpartner!“, antwortete sie zögerlich. „Na dann schieß los!“, rief Mary die gerade in ihrem Bad verschwunden war. „Ich bin schwanger!“ , antwortete Bonny wie aus der Pistole geschossen. „Du bist was?“, fragte Mary überrascht und hielt inne. „Ja schwanger – hast schon richtig gehört. Deswegen will ich ja auch mit dir reden. Leo weiß es natürlich schon und sie versucht auch mir Mut zu machen, aber sie kann das einfach nicht nachvollziehen!“ „Na das glaub ich – komm setz dich – war wohl ein ganz schöner Schock für dich, oder? Wie hat denn Chris eigentlich darauf reagiert?“ „Naja, um ehrlich zu sein, weiß er noch gar nichts davon – und ich weiß beim besten Willen nicht wie er darauf reagieren wird – ich meine Chris ist nicht gerade der Typ, den man sich als super Familienvater vorstellt!“ „Ja da hast du wohl Recht – aber glaub mir, sags ihm so bald wie möglich! Das bringt nichts es so lange vor dir herzuschieben – er hat dafür genauso viel Verantwortung. Tu dir das nicht an, dass du das ganze alleine durchmachst. Ich war so blöd und habs ewig vor mir hergeschoben. Er wird zwar nicht gerade positiv reagieren aber du musst es ihm trotzdem sagen. Es wird ja auch nicht mehr lange dauern und er wird es zwangsläufig mitbekommen. Wie weit bist du denn schon?“ „Ich denke mal so in der zwölften Woche! Gibt ja nicht viele Termine an denen es entstanden sein kann – Gott ich bereue es so dermaßen!“ „Das glaub ich dir – aber um ehrlich zu sein bringt dir das nichts – du wirst dich wohl mit dem Gedanken anfreunden müssen und je eher du das tust, desto leichter fällt es dir auch das Ganze zu akzeptieren. Und falls du bei irgendetwas Hilfe brauchst oder Fragen hast, kannst Du jederzeit zu mir kommen! Und wenn Chris sich dumm anstellt, dann sag Bescheid, dann bekommt er eins hinter die Löffel!“
Nachdem der Tribe von Jokers und Zoes Entscheidung gehört hatten, hatten sie beschlossen für die beiden jeweils einen Mädels und Männerabend zu veranstalten. „Ach Mädels, und ich hatte wirklich gedacht, wir könnten heimlich, still und leise verschwinden. Stattdessen machen wir ne riesen Sause!“, sagte Zoe, als die Mädels sich vor ihrem Zimmer versammelt und mit einer Party überrascht hatten. „Na das hast du ja wohl selbst nicht geglaubt. Hopp, mach dich fertig – heute ist deine letzte Chance noch einmal einen Abend mit uns zu verbringen!“ „Na ok – ihr macht mir den Abschied ja wirklich nicht leicht. Ich muss nur noch mit Joker reden, damit er auf Luca aufpasst!“ „Schon passiert – die Jungs haben erst morgen seinen Abschiedsabend mit ihm – also los jetzt mach dich fertig!“ Während Zoe sich stylte, hatte sich Estelle mit einer Flasche Sekt auf die Terasse begeben um auf Aereen und Jessi zu warten. „Hey, was machst Du denn da?“, fragte Estelle Radan, der gerade fluchend versuchte seine Schuhe zu putzen. „Nach was sieht es denn aus?“ „Nach Schuhen, das sehe ich selber!“ „Und warum fragst du dann so blöd?“ „Wieso bist Du so blöd und springst mit deinen Gucci-Schuhen im Matsch rum?“, konterte Estelle und nahm Radan die Bürste aus der Hand. „Du machst sie nur kaputt – du musst sie einweichen, damit der Schmutz runtergeht, danach musst du sie einfetten und zum Schluss muss Haarlack drauf – sonst kannst Du sie wegwerfen!“ „Ich glaub ich kann sie auch gleich wegwerfen - so ein Mist – und das wegen diesem beschissenen Garten!“ „Ach jetzt klingelts, du warst ja mit Rya auf Wanderschaft! Schön blöd – warum ziehst du eigentlich so ne Show ab? Ist sie es wirklich Wert dass du dich so verstellst? Also wenn du mal ein Date willst ohne Matsch, Fliegen und anderes Getier, kannst Du dich gerne bei mir melden. Ich bevorzuge nämlich lieber ein gutes Essen und ein nettes Ambiente – und Gucci mag ich auch!“, grinste Estelle charmant. „Ach da kommen ja meine Mädels! Überleg es dir einfach – du weißt ja wo mein Zimmer ist!“, sagte sie bevor Radan antworten konnte und lies den Sektkorken knallen. „Du gehst auch mit weg?“, fragte Estelle stutzig, als Saira hinter Jessica und Aereen auftauchte. „Natürlich geht sie mit – wir gehen doch nur was essen und machen nicht die ganze Nacht Party!“, sagte Aereen. „Naja, egal – kommt setzt euch ich habe Sekt besorgt – ich hoffe nur das wird nicht so ein Abend bei dem alle heulen, nur weil Zoe auszieht!“ „Ach komm, so schlimm wird’s schon nicht werden – los jetzt schenk schon ein, die anderen sind bestimmt bald fertig!“ Doch entgegen Jessis Erwartungen, konnten sie in aller Ruhe ihren Sekt schlürfen, bis die anderen Mädels endlich fertig waren. „Ihr müsst mir versprechen, dass ihr mich ab und zu noch zu euren Mädels Abenden einladet, wenn ich nicht mehr bei euch wohne!“, sagte Zoe als die ganze Gruppe beim Italiener saß. „Na klar – alles andere scheidet völlig aus! Auch wenn du ja eigentlich selbst dran schuld bist, du müsstest ja nicht gehen!“, sagte Alex beleidigt. „Jetzt macht mir bloß kein schlechtes Gewissen – kommt ich spendiere ne Runde Cocktails!“ „Für mich nicht!“, antwortete Bonny und Lisa wie aus einem Mund. „Hey hier gibt’s keine Ausreden!“ „Ich nehm Antibiotika – wenn ich jetzt was trinke, lieg ich gleich unterm Tisch!“, sagte Bonny und hoffte dass niemand ihre Lüge durchschaute. „Und ich trinke nichts, weil ich das so mit Sam ausgemacht habe – er trinkt nichts , ich trinke nichts!“, sagte Lisa „Naja, ok, das lass ich gelten. Und für euch beiden gibt’s eh nur alkoholfreie!“, antwortete Zoe und sah zu Saira und Leylie. Nachdem sich alle den Bauch mit Cocktails und Pizza vollgeschlagen hatten, schwelgten alle in Erinnerungen. „Gott wisst ihr noch ganz am Anfang – da waren wir nur ein paar Leute bei den Starlights – und du hast kaum ein Wort gesprochen!“, sagte Zoe zu Alex. „Vielleicht war das der Grund, warum Justin so scharf auf mich war!“, antwortete diese lachend. „Oder könnt ihr euch noch an Lucy erinnern?“ „Oh ja – die kleine war der Hammer – aber jetzt hört gefälligst auf über die alten Zeiten zu reden, sonst fange ich hier am Tisch gleich an zu heulen!“, sagte Zoe und bestellte noch eine Runde Cocktails. Um Mitternacht verließen sie dann als letzte das Lokal um nach Hause zu gehen. „Ich will noch nicht nach Hause – kommt noch irgendwer mit in die Disco?“, fragte Aereen angetrunken. „Ich geh mit – ich war schon ewig nicht mehr weg!“, meldete sich Leo sofort. „Estelle was ist mit dir?“, fragte Aereen doch ihre Freundin schüttelte nur den Kopf – ich hab heute echt keine Lust – außerdem bin ich viel zu warm angezogen. Und die Zeiten in denen ich mir meine Klamotten vom Leib reiße sind vorbei!“, grinste Estelle und ging mit den anderen zurück zum Internat. „Dass ausgerechnet du mit mir in die Disco gehst hätte ich jetzt auch nicht erwartet!“, sagte Aereen zu Leo, als diese zu dem Club liefen. „Wieso denn nicht? Weil ich mit Phönix zusammen war? Ist doch alles schon vergessen – hab ich dir doch neulich schon gesagt, also komm, leg mal nen Zahn zu – ist ziemlich kalt hier draußen!“
„Sag mal, wie oft soll ich es dir denn noch erklären? Ich war mit Leo in nem Club – wir waren zu zweit, wie ihr es uns gesagt habt!“, rechtfertigte Aereen sich am nächsten Morgen. „Deswegen muss es trotzdem nicht sein, dass ihr nachts noch draußen rumgeistert!“ „Hör doch einfach auf, zu behaupten, dass Du dir Sorgen gemacht hast, dir passt es einfach nur nicht, dass ich alleine weg war! Kannst ja Leo fragen, wir haben den ganzen Abend miteinander verbracht!“, entgegnete sie und Phönix verdrehte die Augen. „Na und wenn schon – du hast ja auch gesagt, dass ihr nur Essen geht – da mach ich mir natürlich Gedanken, wenn du erst morgens um fünf nach Hause kommst, wenn alle anderen schon wieder hier sind!“ „Ok, es tut mir Leid – es kommt nie wieder vor – kannst du dich jetzt bitte wieder beruhigen?!“, fragte Aereen genervt. „Solche Entschuldigungen kannst Du dir sparen – ich mach mir halt meine Gedanken – du warst ja nicht gerade ein Kind von Traurigkeit, tut mir Leid dass ich dir da nicht von einem Tag auf den anderen wieder vertrauen kann!“ „Kannst Du endlich aufhören, mir das immer wieder vorzuwerfen? Ich habe nie einen Ton darüber verloren, dass wir nicht lange getrennt waren und du mit Leo zusammengekommen bist – oder dass du der Vater von Sunny bist – ich soll das alles so hinnehmen ohne mich zu beschweren und du kannst mir ständig vorwerfen, dass ich ein bisschen Spaß hatte? Vergiss es – also hör endlich auf damit oder ich werde zukünftig auch nicht mehr so tolerant sein, was dich angeht!“, schnauzte Aereen ihren Freund an und stürmte nach draußen. „Guten Morgen Sonnenschein!“, begrüßte Jake sie auf dem Gang und Aereen wäre ihm am liebsten an den Hals gesprungen. „Halt die Klappe, Arschloch! Ich bin schlecht drauf, hab nen Kater und du hast Estelle echt wehgetan – also spreche mich besser nicht an!“, entgegnete sie nur und ging in die Küche. Dort hatten sich bereits einige Jungs versammelt und versuchten Salate für ihren Grillabend zuzubereiten. „Also irgendwie schmeckt das zum Kotzen – aber Alex macht das genauso!“, behauptete Justin und Chris schüttelte es als er das Dressing probierte. „Alter, willst du uns vergiften, das schmeckt nur nach Essig!“ „Also mir reichts jetzt – ich hol jetzt Alex – bevor wir hier noch mehr Fehlerversuche starten!“ „Super Idee - ich fang dann schon mal an das Grünzeug zu schneiden, ich glaub das kriege ich gerade noch hin!“ Am Abend standen dann tatsächlich einige Salate auf dem Tisch. Die Mädels hatten ihre Jungs noch unterstützt und zum Dank durften sie zumindest beim Essen mit dabei sein. „Mh – gut gekocht Jungs!“, scherzte Alex und grinste ihren Freund verliebt an. „Hey, nichts für ungut, aber wir Jungs haben auch das gute Wetter organisiert!“, sagte Chris selbstgefällig. „Na so ein Organisationstalent, kann als werdender Vater ja nicht schaden!“, murmelte Bonny, so dass nur Leo die neben ihr saß sie verstehen konnte. "Hast du es ihm etwa schon gesagt?", fragte diese und sah verwundert zu Chris, der sich wie immer verhielt. "Nein, noch nicht - ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung wie ich das anstellen soll - soll ich einfach bei ihm reinplatzen - hey Chris du wirst Papi?", flüsterte sie und Haily die gerade an dem Tisch kam bückte sich zu den beiden herunter: "Also über wen lästert ihr?" "Was du schon wieder denkst - über niemanden natürlich - oder hättest du einen Vorschlag?", kicherte Leo und Haily grübelte einen Moment. "Na da kann ich mich auf die Schnelle ja gar nicht entscheiden, aber wenn ichs mir so Recht überlegen, wie wäre es mit Aereen?" "Na deine Schwester scheint da ja anderer Meinung zu sein, sie hängt ja ständig mit Aereen herum - aber ist mir schon klar warum - Aereen hat es sich mit so ziemlich jedem hier versaut also hängt sie sich an die Neuzugänge, das war doch mit Estelle damals das gleiche!", Und genau deswegen geht sie mir so auf die Nerven - sie soll gefälligst meine Schwester in Ruhe lassen. Aber Saira hat sich schon total von ihr einlullen lassen - ich hab ihr die Geschichte von dir und Phönix erzählt und sie meinte nur, dass jede Geschichte zwei Seiten hätte - würde mich ja mal interessieren was Aereen ihr da erzählt hat!" Nachdem alle satt waren, ließen die Mädels die Jungs wie versprochen alleine. "So na dann her mit dem Bier und Schnaps!", sagte Chris gutgelaunt als die weiblichen Mitglieder der Starlights verschwunden waren. "Bist du dir wirklich sicher dass du das hier aufgeben willst? Also mich würden hier keine 10 Pferde wegkriegen. Auf dem Land wäre es mir viel zu langweilig!", sagte Radan. "Und zu dreckig mh? Sag mal kauft Rya dir diese Show eigentlich ab? Die kleine muss ja ziemlich verknallt in dich sein, sonst kapier ich echt nicht, warum sie nicht merkt, dass du ihr in einer Tour nur etwas vormachst!", sagte Jake und Radan zuckte nur mit den Schultern. "Ich habe keine Ahnung wovon du redest. Und Tipps brauchst du ja wohl auch nicht geben, schließlich orientiert sich Estelle scheinbar auch neu!" "Ich hab doch gesagt, du solltest die Sache mit dem besser kennenlernen sein lassen!", sagte Phönix zu Jake. "Ach Jungs- kümmert euch um eure eigenen Probleme, schließlich redet Aereen im Moment kein Wort mit dir!" "Ich weiß gar nicht was ihr alle verkehrt macht, also bei mir und Stella läuft alles perfekt!", unterbrach Jason die anderen und hatte sofort die volle Aufmerksamkeit. "Wie? Haben wir wohl etwas nicht mitgekriegt? Wie ist dass denn hier überhaupt möglich - normalerweise verbreiten sich die Gerüchte hier doch wie ein Lauffeuer!", lachte Justin. "Vielleicht liegts daran, dass es gar kein Gerücht ist. Stella und ich sind wieder ein Paar - aber das war ja eh nur eine Frage der Zeit!" Ved verdrehte die Augen und stürzte in einem Zug sein restliches Bier hinunter. Er hatte ja schon befürchtet, dass Stella sich wieder auf Jason einlassen würde, aber dass sie es tatsächlich getan hatte, schien in sehr zu überraschen. "Immer diese Frühlingsgefühle!", grummelte Simon, der sich immer noch nicht von dem Schock erholt hatte, dass Zoe den Tribe verlassen würde. "Wie sehr ich doch diese Beziehungschaos vermissen werde!", sagte Joker ironisch. "Hey es gab mal Zeiten da warst du daran nicht ganz unbeteiligt - oder wie war das damals mit Joan und dir?" "Herrgott, das hatte ich schon wieder verdrängt, das war noch in meiner Sturm und Drang-Phase!", verteidigte sich Joker. "Wer ist denn Joan?", fragte Sam. "Sie hat den Tribe schon vor längerer Zeit verlassen!", klärte Phönix ihn auf. "Aber ganz sicher nicht wegen mir!", fügte Joker hinzu. "Ihr müsst mir auf jeden fall versprechen, dass ihr mich ab und zu noch zu euren Männerabenden einladet. Nicht dass ich komplett den Überblick verliere, wer mit wem und überhaupt!"
Nachdem die Jungs Joker hoch und heilig versprochen hatten, ihn auch zukünftig zu ihren Männerabenden einzuladen stand am nächsten Nachmittag der große Abschied an. Doch dem jungen Pärchen schien der Abschied schwerer zu fallen als erwartet. "und ihr müsst uns wirklich ab und zu besuchen - schließlich will ich ja mitbekommen, wie es euch und dem kleinen Luca geht!", sagte Alex und umarmte ihre Freundin. "Na klar- das machen wir doch - wir sind ja nicht aus der Welt!", versicherte Zoe ihr und sah sich nach Simon um. "Ich komm gleich wieder Schatz - ich will nochmal kurz zu Simon gehen!", entschuldigte sich Zoe und ignorierte Jokers genervten Blick. "Ich dachte ihr wollt gehen?!", fragte Simon mürrisch, als Zoe in seinem Zimmer auftauchte. "Ja, das wollen wir aber ich möchte mich noch bei meinen Freunden verabschieden und das bedeutet auch von dir!" "Komisch, dass ihr vorhabt zu gehen hast du mir nicht erzählt - ist das nicht etwas was man eigentlich mit seinen Freunden bespricht?!", fragte Simon trotzig ohne Zoe anzusehen. "Man verzeiht Freunden auch ihre Fehler - es tut mir Leid Simon - ich wollte noch mit dir reden, aber dann gab es diese spontane Versammlung und da haben wir es eben hinter uns gebracht. Wir können jetzt auch im Streit auseinander gehen, aber mir wäre alles andere lieber!", sagte Zoe und stellte sich vor Simon so dass er ihrem Blick nicht mehr ausweichen konnte. "Ja ist ja ok - die ganze Situation ist für mich eben immer noch schwierig - also nehms mir bitte nicht übel!" "Danke!", sagte Zoe und umarmte ihren Ex-Mann. "Aber erwarte bloß nicht, dass ich jetzt runter gehe und mich noch von Joker verabschiede!" "Nein, das verlange ich nicht, aber du solltest dich bei Mary entschuldigen - du hast sie wirklich sehr verletzt mit dem was du gesagt hast!", legte sie ihm ans Herzen und verließ dann sein Zimmer. "Es ist so ruhig ohne Luca!", sagte Alex am nächsten Morgen - allerdings schien sie darüber nicht erleichtert zu sein. "Ach Schatz - Sunny ist doch auch noch da - sie freut sich doch, wenn du mit ihr spielst!", versuchte Justin sie zu trösten. "Das ist nicht dasselbe - weißt du, um ehrlich zu sein, hat Luca mich immer davon abgelenkt, dass du kein Baby mit mir möchtest!", sagte Alex und ihr Freund schnaubte - er wusste dass sie sehr unter dem Abschied von ihrer Freundin litt und versuchte so verständnisvoll wie nur möglich zu sein. "Alex das ist doch etwas völlig anderes. Ein eigenes Baby kannst du nicht einfach wieder abgeben!" "Das ist mir schon klar Justin!", antwortete Alex gereizt, erkannte aber sofort wie überzogen ihre Reaktion war. "Es tut mir Leid - ich bin einfach schlecht drauf wegen Zoe... lass uns dann ein wenig spazieren gehen, damit ich ein wenig zur Ruhe komme, ok?" "Na klar, das machen wir - wir können ja Mary fragen, ob wir Sunny mitnehmen dürfen!", schlug Justin vor. "Das ist eine gute Idee!", sagte Alex und lächelte schwach.
"Chris, wir müssen unbedingt miteinander reden!", überfiel Bonny Chris am selben Tag. Sie hatte ihm vom Internat aus zu den Hunden gehen sehen und war ihm sofort hinterhergeeilt. "Oh Bonny - hallo erst mal." "Hast du nen Moment Zeit für mich?", fragte sie und Chris verdrehte die Augen. "Ich habs schon geahnt Bonny - wirklich du kannst es dir sparen!" Bonny sah ihn überrascht an. "Wer hat es dir erzählt? Mary? Leo? Oder Leylie?" "Keine von den dreien - glaub mir das passiert mir nicht zum ersten Mal!" "Bitte was?", fragte sie fassungslos. „Ach komm Bonny, es ist ja wirklich schmeichelhaft dass du dich in mich verknallt hast und ich kann es auch durchaus nachvollziehen, aber für mich war das ganze wirklich nur ne Bettgeschichte!“ „Ich weiß grade nicht ob ich laut lachen oder dir eine reinhauen soll!“, sagte Bonny kopfschüttelnd. „Auf die Gefahr hin dein überaus großes Selbstvertrauen anzukratzen muss ich dir leider sagen, dass es nicht so ist – ich wollte dir eigentlich nur sagen, dass unsere Bettgeschichte nicht ganz ohne Folgen ist, ich bin nämlich schwanger!“, platzte es aus ihr heraus und jetzt war es Chris der Bonny schockiert ansah. „Schwanger?“ „Ja du kannst es noch öfter wiederholen, davon geht’s auch nicht wieder weg!“ „Wow – das ist ziemlich …!“ „scheiße!“, ergänzte sie seinen Satz. „Es ist ziemlich scheiße – sehr sogar um genau zu sein! Chris alles ok?“, fragte sie den werdenden Vater, dem es scheinbar die Sprache verschlagen hatte. „Ja alles ok!“, antwortete dieser nur kurz und lief zum Internat. „Hey Chris, wir müssen darüber reden!“, rief Bonny ihm hinterher, doch dieser schien sie nicht wirklich hören zu wollen. „Vollidiot!“, murmelte Bonny, als sie bei den Hunden angekommen – Chris würde sich nach dem Schock wohl nicht mehr um die Vierbeiner kümmern. „Sehr nett!“, lachte Ved über Bonnys Fluchen. „Oh Ved, du warst nicht gemeint!“, sagte Bonny und begann die leeren Näpfe zu füllen. „Du hast doch gar keinen Tierheimdienst, oder?“ „Nein, du aber doch auch nicht!“, antwortete er. „Ich mach gerade Fotos von den zwei neuen Hunden, willst du mitkommen. Es ist immer ganz gut, wenn sich jemand mit den Hunden beschäftigt, dann kommen sie nicht immer auf die Kamera zugesteuert!“ „Ja, klar helfe ich dir – ich beende nur schnell meine Raubtierfütterung!“ Als sie wenig später den kleinen Weg zum See hinuntergingen trafen sie auf Rya und Radan die scheinbar gerade auf dem Weg in die Stadt waren. „Also hier sind echt die Frühlingsgefühle ausgebrochen – Stella und Jason sind vorhin auch schon händchenhaltend um den See flaniert. Ich dachte echt nicht dass sie so dumm ist sich wieder auf ihn einzulassen!“ „Mh… ich kenne Jason nicht weiter – aber die Tatsache dass er ne Affäre mit Aereen hatte, wäre für mich Grund genug nichts mit ihm anzufangen!“, lachte Bonny. „Ja da hast du wohl Recht – ich finde es übrigens super, dass wir inzwischen wieder normal miteinander umgehen können. Danke dass du mir verziehen hast dass ich mich so dämlich verhalten habe. Wer weiß vielleicht wärst du ja die richtige für mich gewesen!“ „Ach ich weiß nicht, aber als Freunde machen wir beide uns doch auch nicht schlecht, oder?“, fragte sie und Ved stimmte ihr gut gelaunt zu.
Am Abend traten Rya und Radan die den ganzen Tag unterwegs gewesen sind den Rückweg zum Internat an. „Und du bist dir sicher dass es diese Bauernhöfe auch wirklich gab?“, sagte Rya schmunzelnd um Radan ein wenig aufzuziehen. „Wie kommst du denn auf die Idee dass es sie nicht geben könnte?“, fragte dieser sofort. „Das war doch nur n Witz – ich wollte dich n bisschen aufheitern – es tut mir Leid dass wir die Bauernhöfe nicht gefunden haben – du hättest dich bestimmt darüber gefreut. Es war blöd von mir darüber Scherze zu machen!“ „Nein, ich muss mich entschuldigen – ich habe überreagiert. Scheinbar bin ich wirklich ziemlich enttäuscht und auch ein bisschen müde von der Lauferei. Aber das ist noch lange kein Grund das an dir auszulassen!“, entschuldigte Radan sich. „Naja, es ist ja nicht mehr weit - bald sind wir zuhause!“, ermutigte Rya ihn. Nachdem sie eine Weile schweigend gelaufen waren, stoppte Rya urplötzlich und Radan wäre fast an Rya aufgeprallt. Nachdem er sich umgesehen hatte, sah er zwei Männer die direkt auf sie zukamen. „Sollte ich mir um irgendwas Sorgen machen?“, fragte Radan, als er Ryas ängstlichen Blick bemerkte. „Nein – alles in Ordnung – verhalte dich einfach ruhig – ich regle das schon!“ „Hey Rya-Baby – na, kleiner Ausflug ins Grüne mit deinem neuen Freund?!“, fragte einer der beiden Männer. „Er ist nicht mein Freund Wayne – wir haben nur einen Ausflug gemacht!“, antwortete Rya kurz angebunden und Wayne musterte Radan von oben bis unten. „So so – schon klar – was macht die Suche nach deinem Brüderchen? Scheinbar verbringst du deine Zeit lieber damit mit ihm hier rumzuhängen – dein Bruder scheint dir ja gar nicht so wichtig zu sein!“, sagte Wayne und grinste sie provokant an. „Wo ist er?“, fragte Rya und formte ihre Hände zu Fäusten. „Oh jetzt wird sie aber sauer, die kleine!“, meldete sich Carlos, Waynes Begleiter zu Wort. „Lasst sie in Ruhe. Leute, passt auf, wir gehen einfach weiter, ok?“, mischte sich nun auch Radan in das Gespräch ein. Carlos und Wayne sahen sich kurz an und brachen dann in schallendes Gelächter aus. „Ihr geht nirgendwo hin – Carlos tu was du nicht lassen kannst!“, sagte Wayne und das letzte was Radan mitbekam war ein harter Schlag ins Gesicht, bevor es ihm schwarz vor Augen wurde.
„Radan…Radan?!“, vorsichtig klopfte Rya ihm auf die Wangen. „Himmel, was war das denn?“, stöhnte Radan nachdem er die Augen geöffnet hatte. „Gott sei Dank, du bist wach! Kannst Du aufstehen?“, fragte sie besorgt und er rappelte sich mühsam auf. „Was waren das für Idioten? War ich lange weg? Haben sie dir etwas getan?“ „Nein, mir geht es gut – aber du solltest nicht so viel reden – wir müssen noch zum Internat zurücklaufen, also spar dir keine Kräfte, komm stütz dich ein bisschen auf mich!“ „Quatsch das geht schon – au.. verdammt. Ok, vielleicht könntest Du mich wirklich ein wenig stützen!“ „Hey, wir brauchen Hilfe!“, rief Rya, als sie einige Zeit später das Internat betreten hatten. „Heilige Scheiße – was ist denn mit euch passiert! Bring ihn ins Wohnzimmer, ich hole Verbandszeug!“, sagte Mary als sie die beiden sah und eilte sofort los. „Wer war das denn?“, fragte Mary, während sie Radans Wunde reinigte. „Der Typ hieß irgendwas mit W – ich kann mich gar nicht mehr richtig erinnern!“, sagte er schwach. „Du kanntest ihn doch Rya, oder?!“ „Nein, ich kannte die beiden nicht – du irrst dich - sie wollten unser Geld kannst Du dich nicht daran erinnern?“, fragte Rya und strich ihm fürsorglich über die Hand. „Vielleicht bist du nur ein wenig durcheinander. So das war die letzte Wunde – am besten legst du dir Eis aufs Auge – dann wird das Veilchen nicht ganz so schlimm. Bleib am besten hier liegen und ruh dich erstmal ein wenig auf! Rya bleibst du hier?!“, fragte Mary. „Ja natürlich – er ist eh schon eingeschlafen – ich glaube das war heute alles zuviel für ihn!“, sagte Rya mit einem besorgtem Blick auf den Verletzten.
„So, bereit zum Sonne tanken?”, fragte Stella. „Na aber klar doch!“, antwortete Lisa ihrer Freundin und die beiden gingen nach draußen. „Gehen wir runter zum See? Die Terasse ist schon so belegt – außerdem muss ich dir etwas erzählen!“, sagte Lisa und Stella sah sie erwartungsvoll an. „Also hopp jetzt erzähl – was ist denn los?“, drängelte Stella als sich die beiden am Ufer des Sees niedergelassen hatten. „Du musst mir aber versprechen dass du es wirklich niemandem erzählst! Auch nicht Jason – oder vor allem nicht Jason!“ „JA ich verspreche es dir – glaubst du wirklich Jason interessieren unsere Mädels Gespräche?“ „Naja, weiß ja nicht. Egal, ich habe dir doch erzählt, dass Sam und ich uns ein Baby wünschen. Und ich glaube, dass es schon geklappt hat!“, sagte sie und grinste bis über beiden Ohren. „Oh wow – das ist ja super! Komm her und lass dich drücken!“ „Naja, ich habe noch keinen Test gemacht, also ist alles noch nicht sicher, aber ich bin seit drei Wochen überfällig – ich habe wirklich nicht gedacht dass es so schnell klappen würde!“ „Du kriegst doch jetzt nicht etwa Schiss oder? Hey ein Baby ist doch super und bei dir und Sam läuft es so gut!“, sprach Stella ihrer Freundin Mut zu. „Ja du hast ja Recht – ich muss jetzt erstmal einen Test machen und dann werde ich mit Sam reden – ich glaube er wird genauso überrascht sein, wie ich!“, grinste Lisa. „Das machst du – ach ich freue mich für euch. Sag mal, wir könnten doch mal zu viert etwas unternehmen!“, schlug Stella vor, doch Lisa schien von der Idee nicht gerade überzeugt zu sein. „Stella das meine ich wirklich nicht böse. Aber ich weiß wie schlecht dich Jason damals behandelt hat – ich mag ihn einfach nicht!“ „Er hat sich geändert – wirklich – ihr bekommt es doch auch alle mit. Komm, gib ihm doch bitte eine Chance – ich habe es doch auch gemacht! Oder tu es wenigstens mir zu Liebe!“ „Na gut – aber wehe, du heulst noch ein einziges Mal wegen dem Kerl – dann ist mir das völlig egal und ich werde dich dann auch nicht trösten!“, lachte Lisa. „Oh doch das wirst du tun, aber glaub mir das musst du nicht – da bin ich mir sicher!“
„Leo bist du schon wach?“ „Bonny, was ist denn los? Wie spät ist es denn?“ „Es ist erst sieben – es tut mir Leid dass ich dich wecke, aber ich glaube Chris ist verschwunden!“ „Wie er ist verschwunden?“, fragte Leo verschlafen. „Ich wollte gestern noch einmal mit ihm reden, aber er war nicht da. Und heute Nacht ist er auch nicht zurückgekommen… ich glaube er ist abgehauen!“
„Chris? Was machst du denn hier?!“, fragte Joker erstaunt, als er die Haustür seines neuen Heims öffnete. „Na ich wollte mir mal ansehen, wie ihr hier so lebt!“, antwortete Chris und stand schon im Flur. „Naja, wir sind noch nicht mal ganz fertig damit unsere Sachen auszupacken – vielleicht hättest du noch ein zwei Tage warten sollen – oder vermisst du uns etwa jetzt schon?“, lachte Joker und bat seinen Kumpel in die Küche. „Naja, also um ehrlich zu sein, hab ich n bisschen Stress mit Bonny und wollte erst mal ein bisschen abtauchen, bis sich die Wogen geglättet haben!“ „Vielleicht hättest du deine sexuellen Eskapaden besser nicht auf Mädels aus dem Tribe verlagert – was ist denn passiert?“, fragte Joker. „Ach nichts weiter – das übliche. Frauen eben. Also kann ich ein bisschen hierbleiben? Nur für ein paar Tage?“ „Naja, wir werden schon noch ein Plätzchen für dich finden – aber nicht dass das hier zum Dauerzustand wird!“
„Glaubst du ich sollte es Phönix sagen? Niemand weiß wo er hin ist!“ „Jetzt mach doch mal keinen Stress – er ist einen Tag verschwunden – es wird schon nicht so schlimm sein, warum sitzt er in irgendeiner Kneipe und will sich nur mal ordentlich betrinken!“, antwortete Leo ihrer Freundin, die sich immer noch um Chris´ Verschwinden sorgte. „Trotzdem – ich brauch ihm ja nicht sagen, dass ich schwanger bin – ich sag einfach dass wir uns gestritten haben und er daraufhin abgehauen ist!“, sagte Bonny entschieden. „Wann willst du es denn eigentlich den anderen sagen? Ich glaube lange wirst du es nicht mehr verstecken können – eigentlich geht es ja aber auch niemandem etwas an!“ „Ich weiß es nicht – ich will erst abwarten bis Chris wiederkommt – ich will das mit ihm bereden, so wie es Eltern eben machen!“, antwortete Bonny und griff wieder zu ihrer Chips Tüte. Ein paar Tage später war Chris immer noch nicht wieder aufgetaucht. Bonny hatte zwischenzeitlich aber schon mit Phönix geredet und inzwischen vermuteten bereits viele, dass er bei Zoe und Joker untergetaucht war. „Sag mal, wie lange planst du denn noch zu bleiben? Also nicht dass du stören würdest, aber von alleine lösen sich deine Probleme mit Bonny auch nicht. So schlimm kann es doch gar nicht sein, oder?“, fragte Zoe ihren vorübergehenden Mitbewohner, der sich bereits ziemlich heimelich fühlte. „Ach nichts Besonderes – ich weiß nur dass es besser ist, wenn ich sie jetzt erst mal in Ruhe lasse!“ „Chris, mal im Ernst – nichts wird von selbst besser, also entweder sagst du mir jetzt was los ist, oder du kannst sofort deine Koffer packen und verschwinden!“, drohte Joker ihm an und Chris verdrehte die Augen. „Na ihr seid ja echt tolle Freunde – ich wollte einfach mal nur ein paar Tage Ruhe und was macht ihr, ihr nörgelt nur an mir rum – es ist echt zum kotzen!“ „Das hat Joker nicht so gemeint – komm beruhig dich Chris. Aber mal ehrlich, was ist denn passiert? Du versuchst uns schon die ganze Zeit was vorzumachen. Vielleicht können wir dir ja helfen?“ „Könnt ihr nicht – Bonny ist schwanger, ok – daran werdet ihr wohl kaum etwas ändern können!“ Zoe sah Chris schockiert an und ließ die Zuckerdose fallen, die sie gerade aus dem Küchenschrank geholt hatte. „Ja ich weiß es ist scheiße – halte mir jetzt keine Predigt Zoe, ich hätte besser aufpassen müssen bla bla bla!“ „Nein Chris, das einzige was scheiße ist, ist dass du hier gemütlich herumsitzt und Bonny alleine lässt. Hast du eigentlich eine Ahnung, was in ihr vorgeht? Sie muss doch total fertig sein… nein unterbrich mich nicht, jetzt rede ich. Du wirst sofort nach oben gehen und deine Sachen packen. Und wenn du zurück bei den Starlights bist, wirst du mit Bonny reden!“ „Zoe – ist schon gut. Ich war damals auch schockiert, als du mir gesagt hast dass du schwanger bist, ok? Da gehören immer zwei dazu!“, verteidigte Joker seinen Kumpel. „Lass es Joker – Zoe hat ja Recht. Je länger ich hier bleibe, desto mehr Schiss krieg ich wieder zurückzugehen. Irgendwann muss ich mich der Sache ja mal stellen! Ich werde morgen gehen, ok? Einen Tag Schonfrist brauche ich aber noch!“
Am Nachmittag desselben Tages klopfte es an Nikas Zimmertür. „Hey, komm doch rein…. Oh du bist es Lily!“, stellte sie erstaunt fest und legte ihre Näharbeiten auf ihr kleines Tischchen. „Ja, ich bins – ich muss mit dir über etwas reden!“ „Oh na klar, leg los – was gibt es denn?“ „Das kommt jetzt vielleicht ein wenig überraschend, aber ich möchte dich bitte hier auszuziehen!“, sagte Lily emotionslos. „Also das kommt wirklich überraschend – ich dachte eigentlich dass du mit unserer Trennung inzwischen gut zu Recht kommst!“ „Das kommt dir wahrscheinlich nur so vor, weil wir uns kaum sehen und das kommt nur daher, dass ich den ganzen Tag in meinem Zimmer herumsitze und mich kaum heraustraue, aus Angst dir hier irgendwo zu begegnen!“, sagte Lily und versuchte das Zittern in ihrer Stimme zu unterdrücken – sie wollte nicht, dass Nika sie weinen sah. „Das tut mir Leid, es war mir nicht bewusst, dass du so sehr darunter leidest. Ich wollte schon ein paar Mal auf dich zugehen, aber ich hielt es dann immer für eine blöde Idee. Aber wenn es dir so schlecht dabei geht, dann werde ich mir natürlich etwas Neues suchen – du hast mich immerhin hierher eingeladen, von daher kannst du mich natürlich auch wieder ausladen. Auch wenn ich hier inzwischen viele Freunde gefunden habe!“ „Ja das wäre sehr nett von dir – ich habs wirklich versucht, aber das geht so nicht – ich muss irgendwann darüber hinwegkommen und das geht nicht wenn ich dich ständig sehe!“ „Verstehe schon – kein Problem. Ich suche mir ne neue Bleibe und sobald ich etwas gefunden habe, verschwinde ich von hier!“ Lily nickte nur und verließ dann das Zimmer ihrer Exfreundin – als sie die Tür hinter sich geschlossen hatte seufzte sie tief und begann zu weinen. Das Nika ausziehen würde hatte sich im Tribe natürlich bald herumgesprochen. „Das ist ja echt heftig – aber irgendwo verstehe ich Lily auch – ich glaube ich könnte das auch nicht!“, sagte Alex. „Also ich finde es ein bisschen überzogen von Lily – Phönix und ich wohnen ja auch noch beide hier – aber ok, muss sie selbst wissen, ich wäre an Nikas Stelle nicht gegangen!“ „Apropos gegangen, ist eigentlich Chris schonmal wieder aufgetaucht?“, fragte Leily in die Runde. „Achja, der ist gestern Abend wieder aufgeschlagen – wir ich es mir schon gedacht habe, war er bei Zoe und Joker. Von wegen er vermisst die beiden nicht!“, lachte Jessi. „Mädels ich muss euch jetzt mal alleine lassen – ich hab oben nochwas zu erledigen!“, sagte Bonny und verließ die Runde lächelnd. Als sie aus der Sichtweite der anderen war, stürmte sie sofort los und platzte ohne Anzuklopfen in Chris Zimmer. „Sag mal spinnst du? Wieso haust du einfach ab? Und dann kommst du zurück und hältst es nicht mal für nötig dich kurz bei mir zu melden!“ „Von Anklopfen hast du auch noch nichts gehört, oder?!“, erwiderte Chris nur und ignorierte ihre Anschuldigungen völlig. „Du hast 12 Wochen gewartet mir zu sagen dass du schwanger bist und führst dich dann auf weil ich mal ein paar Tage für mich gebraucht habe? Ich hab versucht mit der Situation klar zu kommen, ok?“, rechtfertigte sich Chris. „Wenn ich es dir eher gesagt hätte, hätte das auch nichts an der ganzen Sache geändert!“ „Pass auf – ich weiß nicht welche Erwartungen du an mich hast – aber sobald das Kind da ist, werde ich mich auch darum kümmern. Bis dahin versuche ich auch dich so gut es geht dich zu unterstützen, aber komm nicht auf die Idee dass das so etwas wird wie eine Beziehung oder sowas!“ „Glaub mir, das will ich ganz bestimmt nicht – wann wollen wir es denn den anderen sagen?“ „Ist mir egal, das überlasse ich dir!“ „Das geht dich doch genauso viel an wie mich!“, sagte Bonny gereizt. „Ach komm Bonny – mir sieht man es nicht an, ok? Also überlasse ich es auch dir – außerdem muss ich jetzt los – ich geh mit Simon in die Kneipe!“ „Hast du mal auf die Uhr gesehen, es ist gerade mal vier Uhr am Nachmittag! Und ihr wollt jetzt schon in die Kneipe?“ „Bonny – lass das ok. In ein paar Monaten werde ich meine Zeit damit verbringen Windeln zu wechseln und so nen Mist, also lass mir wenigstens bis dahin meine Ruhe und lass mich machen was ich will!“, erwiderte Chris wenig beeindruckt und verließ eilig sein Zimmer.
Es vergingen einige Tage und das Wetter wurde immer besser. „Hey Estelle, willst Du dieses Jahr wieder mit helfen den Garten draußen herzurichten?“, fragte Alex. „Oh ja super gerne – ist es schon wieder soweit? Der Winter ist echt superschnell vergangen!“ „Ja da sagst du was – ich frag noch schnell Lisa und Stella und dann können wir schon loslegen!“ Wenig später standen die vier in Arbeitsklamotten im Garten und begannen einen großen Teil des Gartens umzugraben. „Na mal sehen ob unsere Karotten dieses Jahr Samen produzieren, ansonsten gibt’s nächstes Jahr nur noch Kartoffeln!“, sagte Alex und begann gut gelaunt mit der Arbeit. „Hey ihr, braucht ihr noch Hilfe?“, fragte Mary die gerade mit Sunny vorbeikam. „Ja natürlich – Sunny wird uns doch sicherlich auch helfen, mh?“, fragte Alex und Sunny nickte eifrig: „Na klar!“ „Gott die kleine ist so süß – ich kann gar nicht verstehen, dass Justin kein Baby möchte!“, sagte Alex, als Mary und Sunny verschwunden waren um sich umzuziehen. „Will er nicht? Aber ihr zwei seid doch total glücklich miteinander – da wäre ein Baby doch super!“, sagte Stella. „Ja erzähl das mal Justin – sobald ich mit dem Thema anfange blockt er total ab – ich kann das gar nicht verstehen – wenn es ums heiraten geht ist er genauso!“ „Das wundert mich gar nicht – du redest ja nur noch übers Kinderkriegen und heiraten, da wäre ich auch genervt!“, sagte Estelle und Alex sah sie überrascht an. „Das stimmt doch gar nicht – ich möchte einfach nur eine Zukunft mit ihm planen. Das würde jeder machen. Ich finde es ziemlich egoistisch von ihm, dass er sich nicht mal mit dem Gedanken anfreunden will!“, entgegnete Alex. „Naja, du hältst doch auch an deiner Meinung fest. Das ist so ein wichtiger Schritt, da finde ich es nur verständlich, dass Justin nicht sofort dabei ist. Und wenn er grundsätzlich nicht heiraten und Kinder haben will, dann hat eure Beziehung doch eh keine Zukunft!“, sagte Estelle gedankenlos während sie das Unkraut jätete. „So Blödsinn!“, erwiderte Alex nur und machte sich dann wieder gedankenverloren an ihre Arbeit. Sie und Justin hatten sich in letzter Zeit zwar häufiger gestritten, aber daran, dass ihre Beziehung daran eventuell kaputt gehen könnte, hatte sie noch gar nicht gedacht. „Sagt mal was haltet ihr denn davon, wenn wir Mädels mal alle zusammen zelten gehen? Dass hab ich früher immer mit ein paar Freundinnen gemacht, das war immer total witzig!“, schlug Lisa vor um das unangenehme Schweigen zu brechen. „Hey das ist wirklich ne gute Idee – am See gibt es bestimmt irgendwo ein hübsches Plätzchen – die Frage ist nur wo wir Zelte herkriegen!“, sagte Stella. „Dann schlafen wir eben unter freiem Himmel – oder wir spannen eine Plane. Hey das müssen wir unbedingt heute Abend den anderen vorschlagen. Habt ihr euch eigentlich schon überlegt, wen ihr heute Abend wählt?!“ „Gut das du mich daran erinnerst – ich hab mir noch gar keine Gedanken darüber gemacht!“
Bevor am Abend die Wahl der neuen Anführer stattfand, eröffnete Lisa den anderen Mädels ihre Idee mit dem Zelten und alle waren davon begeistert. „Yippie – dann haben wir also an einem Abend wieder Ruhe von euch Mädels. Wahrscheinlich ist es hier dann so ruhig, dass man sein eigenes Echo hört!“, lachte Jake und sah Estelle erwartungsvoll an. Doch diese ignorierte ihn völlig – und das ganze schon seit drei Wochen – normalerweise hätte sie ihm eine freche Antwort gegeben, doch sie tat einfach so als hätte sie seinen Kommentar nicht gehört. „Na ok, dann würde ich sagen wir fangen mit dem Wählen an, es sei denn jemand hat noch etwas zu sagen?“ „Ja ich habe noch etwas zu sagen!“, meldete sich Nika zu Wort. „Wenn jemand vorhatte mich zu wählen muss er sich schnell eine Alternative überlegen! Ich werde den Tribe nämlich bald verlassen – ich werde zu den Schoolgirls gehen!“ „Also wenn es nur drum geht, dass du eine Schuluniform tragen möchtest, kannst du das auch gerne hier tun!“, lachte Chris und Bonny verdrehte die Augen. Sonst hatte sich Chris Sprüche einfach ignoriert, aber seitdem sie von ihm schwanger war, ging ihr das ganze gewaltig auf die Nerven. „Ach Chris, halt die Klappe – das ist ja schade dass du gehst, wieso denn?“, fragte Mary. „Ähm… das erzähl ich dir später!“, sagte Nika nur kurz. „Na gut, geht ja auch niemanden etwas an. Also fangen wir mit der Wahl an, ganz einfach Name auf nem Zettel und in die Box!“, erklärte Phönix noch einmal für alle. „Ich mach die Glücksfee und zähle aus!“, bot Nika an, nachdem alle ihre Stimme abgegeben hatten. Wenig später verkündete sie das Wahlergebnis: „So meine Lieben, das große Los gezogen haben Phönix und Leo!“ „Wow das ist ja super!“, jubelte Bonny auf und umarmte ihre Freundin. „Und ich dachte ich krieg den Job endlich los und kann mich endlich mal aufführen ohne Ende, aber wieder nichts!“, sagte Phönix. „Seid ihr euch wirklich sicher, dass wir beide das hinkriegen?“, lachte Leo und gratulierte Phönix mit einer Umarmung. „Hallo, wenn Joker das hingekriegt hat, dann schaffst du das doch locker!“, sagte Leylie zuversichtlich.
„Hast du heute Abend eigentlich schon was vor?“, fragte Chris Simon, als die Besprechung zu Ende war. „Nein, noch nichts – aber irgendwas werde ich machen, Hauptsache ich komme hier raus!“, sagte Simon. „Ich schließe mich euch an!“, sagte Estelle bestimmt. „Aereen hat keine Lust und alleine darf ich nicht raus, also muss ich mich wohl oder übel eurem Männerabend anschließen!“ „Kein Problem – kannst gerne mit. Dann muss ich wenigstens nicht den ganzen Abend Simons Visage anglotzen!“ Nachdem sie wenig später in einer etwas heruntergekommen Kneipe angekommen waren, war schnell klar, dass der Abend mit sehr sehr viel Alkohol enden würde…
„Hey vergiss es, das ist mein Kaffee!“, schnauzte Aereen als Leo sich eine Tasse Kaffee einschenken wollte. „Dein Kaffee? Bist du noch ganz dicht?“ „Nehm einfach die rechte Kanne, ok? Phönix und ich machen uns heute nen schönen Tag, daher mache ich jetzt Frühstück. Und die linke Kanne Kaffee ist für uns, also nimmst du jetzt deine Patsche Händchen da weg!“, erklärte Aereen und richtete auf einem Tablett alles zusammen. „Wie schön für euch – also ehrlich gesagt, dachte ich ja dass das zwischen euch mal wieder nur ne kurze Affäre wird, aber scheinbar klappt es ja echt gut – das freut mich für euch!“, sagte Leo mit einem Lächeln und Aereen musterte sie skeptisch. „Naja, wie du meinst – ich gehe jetzt mal nach oben!“ „Oh Aereen, das ist aber nett – du bringst mir Frühstück!“, sagte Jake als er Aereen auf der Treppe zu den Wohnräumen traf. „Ja genau, träum weiter!“, antwortete diese nur und balancierte das Tablett hin und her um nicht noch mehr Kaffee zu verschütten. „Guten Morgen!“, flötete sie als sie Phönixs Zimmer betrat. „Du bist ja schon wach – wow und Frühstück ist auch schon fertig!“ „Natürlich – heute ist unser Tag – es wird perfekt!“, sagte Aereen und atmete erleichtert auf als sie das Tablett endlich abgestellt hatte. Nachdem sich die beiden auf den Balkon gesetzt hatten, dauerte es nicht lange und es klopfte an der Tür. „Oh Mann – das darf nicht wahr sein – ich komm gleich wieder!“, sagte Phönix genervt, doch der Besuch schien nicht für ihn zu sein. „Aereen – komm bitte mal!“ Aereen verdrehte die Augen und ging nach drinnen: „Ich hab euch Weibern doch gesagt, ich will meine Ruhe haben – Estelle, warum hängst du heulend und nur mit einem Morgenmantel bekleidet an meinem Freund?!“, wetterte sie. „Ich brauche Geborgenheit verdammt. Mir ist etwas furchtbares passiert – ich… ich … !“ „Dann setz dich – ich sag dir eins, wenn du hier rumheulst weil dir ein Fingernagel abgebrochen ist, Gnade dir Gott!“, sagte Aereen und Estelle lies Phönix endlich los. „Ich hol dann mal noch ne dritte Tasse!“, sagte dieser erleichtert. Als er einige Zeit später wieder kam, saß Estelle immer noch heulend auf dem Balkon. „Schau nicht so erwartungsvoll – sie hat immer noch nicht gesagt, was los ist - Estelle, bitte. Was ist denn passiert. Sag es ganz schnell – wie wenn man ein Pflaster abreißt!“, sprach Aereen ihr gut zu. „Chris hat keinen hochgekriegt!“, antwortete sie blitzschnell und begann noch lauter zu weinen. „Ist das dein Ernst? Und deswegen sitzt du hier und flennst – im Ernst, lach ihn aus oder nenn ihn Schlappschwanz – was kümmert es dich! Er hat keinen hochgekriegt – ich schmeiß mich weg!“, lachte Phönix, und Aereen und Estelle sahen ihn ermahnend an. „Ok, ich merke schon - nicht lustig!“, sagte er und biss sich auf die Lippen um nicht wieder loszulachen. „Nein, ganz und gar nicht lustig. Ich habe mich gestern kopfabwärts rasiert, gezupft, gepeelt und gecremt. Ich habe meine schönste und teuerste Unterwäsche angezogen. Ich habe sogar Schuhe im Bett angehabt und er sagt mir, dass er abgelenkt sei. Hallo?“, sagte Estelle zornig. „Ach Estelle - es kann gar nicht an dir gelegen haben – vielleicht war er mit dir einfach überfordert – vielleicht stand er zu sehr unter Druck!“, sagte Aereen. „Naja, scheinbar war da ja kein Druck. Er schläft ständig mit irgendwelchen Frauen und wenn ich ein bisschen Zuneigung brauche, ist er abgelenkt ….. argh - Ich würde ihm am liebsten eine reinhauen!“ „Glaub mir Süße, das ist ihm so wahnsinnig peinlich, wenn die anderen das mitkriegen!“ „Bist du bescheuert? Das wird niemand mitkriegen? Es ist peinlich für mich! Wehe ihr beide erzählt es jemandem – das meine ich ernst!“ „Estelle wir versprechen dir, dass wir niemandem davon erzählen, aber wie du dich vielleicht erinnerst, wollten Aereen und ich uns heute einen schönen Tag machen. Jetzt sitzen wir allerdings zu dritt hier und unterhalten uns über den Penis von Chris!“, erinnerte Phönix sie. „Ist ja ok – ich wollte mich nur kurz ausheulen – ich gehe ja schon wieder. Ich werde Jessi fragen, ob sie mit mir Schuhe kaufen geht!“, sagte Estelle trotzig und verließ theatralisch schniefend den Raum. „Und wir dürfen das wirklich nicht weitererzählen?“, fragte Phönix lachend. „Warte mal zwei Wochen damit, bis dahin hat sich Estelle wieder beruhigt! Glaub mir ich kann es auch kaum erwarten!“
Das Wetter blieb weiterhin super und so entschieden sich die Mädels spontan ihre Zelt-Aktion durchzuziehen. „Kann jemand von uns Mädels Gitarre spielen? Das wäre total cool, wenn wir am Lagerfeuer ein bisschen singen können!“ „Mh – ich kann Geige spielen, das ist auch ganz cool!“, bot Shari an. „Naja, aber erst mal brauchen wir ein Lagerfeuer. Kommt ihr mit in den Wald?“, fragte Leo Bonny und Leylie und die beiden waren natürlich sofort dabei. „Ich kann nur nicht so schwer heben!“, sagte Bonny nachdem die drei außer Hörweite waren. „Keine Sorge – das Holzsuchen war doch nur ein Alibi damit wir in Ruhe lästern können. Ist es nicht witzig, dass ich jetzt ungefähr alle drei Wochen mit Phönix zu den Tribeversammlungen gehe und wir da gemeinsam übernachten? Ich glaube Aereen platzt vor Eifersucht!“ „Du hättest mal ihr Gesicht sehen sollen, als Nika eure Namen vorgelesen hat!“, lachte Leylie. „Tja, das hat sie davon – wahrscheinlich hab ich auch noch durch meine eigene Stimme gewonnen!“, grinste Leo und Bonny sah sie überrascht an. „Du hast dich selbst gewählt? Na du bist mir schon so eine – aber ein sehr kluger Schachzug. Ich trau mich wetten, wenn Phönix wieder mehr Zeit mit dir verbringt, wird er merken, was Aereen für ein Miststück ist und dann kommt ihr wieder zusammen und bleibt glücklich bis an euer Lebensende!“, prophezeite Leylie und Leo lachte laut. „Ja ja, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!“ Am Abend hatten die Mädels alle Vorbereitungen erledigt – die Jungs hatten ihnen gnädiger Weise geholfen. „So das ist dann wohl mein Abschiedsabend!“, sagte Nika traurig. „Ich verspreche dir, dass ich dich ganz oft besuchen werde!“, sagte Shari und setzte sich neben ihre Freundin. „Na das will ich doch hoffen – ich war ganz schön überrascht, als Lily deshalb auf mich zukam. Ich hatte eigentlich gehofft, sie würde heute Abend auch runterkommen, aber scheinbar ist es für sie wirklich schwerer als ich gedacht hatte!“, gab Nika zu. „Eine Trennung ist nie leicht – und wenn man sich dann nicht aus dem Weg gehen kann umso mehr! Hat eigentlich jemand dran gedacht Kartoffeln mitzubringen?“, fragte Shari in die Runde, da sie merkte dass ihrer Freundin der Abschied und das Gespräch darüber scheinbar sehr zu schaffen machte. „Na aber klar doch!“, sagte Alex und kramte in ihrem riesigen Korb, den sie mitgebracht hatte. „Wir wollen nur eine Nacht zelten Alex, nicht drei Wochen!“, lachte Mary und Alex bleckte ihr die Zunge. „Das meiste sind nur Fressalien, und zwar für euch gefräßigen Weiber!“, wehrte sie sich. „Ich bin dann wohl eher für den Alkohol zuständig!“, sagte Leo, die sich etwas verspätet hatte und ebenfalls mit einem großen Korb beladen war. „Wo warst du denn so lange?“, fragte Bonny. „Phönix hat mir die ganzen Sachen für das Anführerzeugs erklärt und es hat ein bisschen länger gedauert!“, sagte sie so laut dass es für Aereen kaum überhörbar war. „Oh nein, mein armer Mann dabei hat er sich vorher schon beklagt, dass er überhaupt Zeit mit seiner durchgeknallten Ex verbringen muss!“, erwiderte Aereen und sah Leo herausfordern an, doch diese schien nicht auf ihre Vorlage reagieren zu wollen. Stattdessen legte sie sich auf die Decke neben Bonny und Leylie und gab ihren Freundinnen zu verstehen, dass sie ein wenig näher kommen sollten. „Aereen und ich waren doch nach unserem letzten Mädelsabend noch tanzen. Auf jeden Fall muss sie Phönix erzählt haben, dass wir den ganzen Abend gemeinsam verbracht haben, dabei stimmt das überhaupt nicht. Kaum waren wir in der Disco angekommen, war sie auch schon verschwunden – ich glaube er ist ziemlich sauer auf sie!“, flüsterte sie. „Sag mal die ist doch total dämlich – sie kann sich doch denken, dass du sie nicht decken würdest. Außerdem – wie realistisch ist es denn bitte, dass jemand freiwillig einen ganzen Abend mit Aereen verbringt?“, kicherte Leylie. „Ja das stimmt – naja, sie haben sich ja damals nach dem Abend auch gestritten – wahrscheinlich hat er ihr das von vornherein nicht abgekauft. Aber jetzt mal zu nem anderen Problem. Wir kriegen wir es hin, dass niemand mitkriegt, dass ich nichts trinken kann?!“, fragte Bonny. „Ach kein Problem – hier ist ne Flasche O-Saft – wir sagen einfach das ist Wodka-O und dass das unsere ist! Und später solltest du vielleicht so tun als wärst du angetrunken!“, sagte Leo, die scheinbar schon alles eingeplant hatte. „Hey ihr drei, lästert nicht die ganze Zeit!“, rief Noemi den drei lachend zu. „Das würden wir doch nie tun – wie sieht es denn eigentlich mit Musik aus?“ „Achja, ich hab ja Sunnys super CD-Player dabei – der wird mit Batterien betrieben!“, sagte Mary. „Aber Musiktechnisch müssen wir uns leider mit den Songs aus 2007 zufrieden geben – der scheiß Virus. Es gab so viele tolle Musiker!“ Mit der Musik stieg die Stimmung natürlich sofort. „Hey wir könnten doch Flaschendrehen spielen!“, schlug Stella vor. „Flaschendrehen ohne Jungs ist doch langweilig!“, lachte Leo. „Also für mich nicht!“, kicherte Nika und Jessi stimmte ihr zu. „Also manchmal haben wir Lesben ja echt Vorteile!“ „Also na los her mit der Flasche – wir stellen erst die Frage und drehen dann. Mh… lasst mich überlegen. Ok – an welchem Ort hättet ihr gerne mal Sex?“, fragte Leo und drehte die Flasche. Als die Flasche bei Mary stoppte, brach diese in schallendes Gelächter aus. „Mir ist egal wo – ich wäre froh wenn ich überhaupt mal irgendwo wieder welchen hätte! Ok – nächste Frage – Erzähl uns was von dir, was kaum jemand weiß!“ „Oh ich – na das trifft sich ja ganz gut – ich wollte euch eh etwas erzählen!“, sagte Lisa, die an der Reihe war. „Aber bitte behaltet es für euch, Sam weiß noch gar nichts davon! Ich bin schwanger!“ „Was, du auch?“, fragte Bonny überrascht und alle Blicke galten natürlich sofort ihr. „Wie jetzt? Ihr seid beide schwanger?“, fragte Alex. „Also ich schon!“, sagte Lisa grinsend. „Mein Gott – irgendwann hättet ihr es ja eh mitbekommen. Ja ich auch!“, gab Bonny zu. „Naja, dann herzlichen Glückwunsch!“, sagte Alex unsicher. „Danke!“, antwortete Lisa glücklich und Bonny nickte nur zerknirscht. „Ok, jetzt weiß ich ja dann auch warum Chris so „abgelenkt“ war!“, murmelte Estelle und malte Anführungszeichen in die Luft. „Wie meinst du das denn?“, fragte Bonny mit gerunzelter Stirn. „Verdammt, der Penner hat keinen hochgekriegt! Schaut mich nicht so an, es lag garantiert nicht an mir!“ „Na super, ich sage ihm dass ich schwanger bin und er springt gleich mit der nächstbesten in die Kiste? Ich glaubs ja wohl echt nicht!“ „Huhu, ich kann dich hören – ich bin nicht die nächstbeste – außerdem ist ja nichts passiert – also reg dich nicht so künstlich darüber auf. Du hast selbst mit ihm geschlafen, also mach jetzt blos keinen Aufstand deswegen!“, erwiderte Estelle gereizt. „Hey Mädels stopp – ihr werdet euch wegen diesem Typen jetzt garantiert nicht in die Haare kriegen, ok? Bonny ist eben schwanger, sie hat damit schon genug Probleme und wir haben kein Recht dazu das Ganze zu bewerten, also haken wir das Thema für heute ab und verbringen einen friedlichen Abend zusammen!“, beruhigte Mary die Truppe wieder und Bonny lächelte sie dankbar an. Nachdem die Mädels noch einige Zeit Flaschendrehen gespielt hatten und viele peinliche Geständnisse erzählt waren, hatten sie allerdings genug und saßen sich in Decken gemurmelt ans Lagerfeuer. „Wann willst du eigentlich Sam sagen, dass du schwanger bist?“, fragte Stella ihre Freundin. „Ich werde es ihm natürlich bald sagen, aber ich weiß noch gar nicht so recht wie er darauf reagiert. Ich war ja auch erst mal ein wenig geschockt, dass es so schnell ging. Aber wir haben ja schon darüber geredet. Ich will es ihm auf jeden Fall da sagen, wo er mir den Heiratsantrag gemacht hat – dazu muss ich noch n bisschen was vorbereiten, also wird er sich noch ein paar Tage gedulden müssen!“ „Das ist ja eine süße Idee! Ich kann dir auch gerne helfen. Ich glaub ich mach mir auch mal einen schönen Tag mit Jason. Er ist so lieb zu mir – ich glaube dadurch dass ich mit Ved zusammen war, hat er erstmal begriffen, wie wichtig ich ihm bin!“, schwärmte Stella von ihrer Beziehung. „Ja ich war ja auch erst skeptisch – aber er geht wirklich sehr liebevoll mit dir um – vielleicht hab ich ihn falsch eingeschätzt und mich zu sehr auf meine Vorurteile versteift!“ Auch Estelle, Aereen und Jessi hatten sich in einer kleinen Gruppe zusammengesetzt. „Willst du nicht noch ein bisschen Zeit mit Nika verbringen? Immerhin ist das heute ihr letzter Tag?“, fragte Estelle, doch Jessi schüttelte nur den Kopf. „Sie hat sich so sehr verändert – als ich sie damals kennengelernt habe, war sie noch ein total anderer Mensch! Und was sie mit Lily gemacht hat, war auch nicht ok. Ich vermute ja dass sie bereits ne neue hat, sonst würde sie nicht so ohne weiteres gehen!“ „Mh. Schon möglich. Was sagt ihr denn zu unserem plötzlichen Baby-Segen im Tribe?“, kicherte Estelle. „Also ich musste mir schon ein Lachen verkneifen – ich wollte schon aus Scheiß sagen, dass ich auch schwanger bin!“, kicherte Aereen. „Oh Achtung Ruhe - da kommt Leo!“, flüsterte Estelle. „Ihr braucht euch keine Mühe geben – lästert ruhig weiter. Aereen hast du mal nen Moment Zeit? Ich würde nur gerne mal kurz mit dir reden. Unter vier Augen!“ „Oh wow – gibt’s wohl jetzt Einzelgespräche mit den Anführern!“, lachte Aereen und stand auf. „Warum erzählst du Phönix dass wir den Abend in der Disco zusammen verbracht haben?“, fragte Leo, als sie ein paar Schritte gegangen waren. „Was haben wir wann gemacht?“, fragte Aereen verwirrt. „Nach unserem Mädels Abend waren wir noch weg und du hast Phönix erzählt, wir hätten die ganze Zeit miteinander getanzt – was soll das denn? Kaum waren wir da, warst du verschwunden!“ „Ich war was? Also ich weiß ja nicht von welchem Abend du redest!“ „Ach nein? Vielleicht lügst du so viel dass du nicht mal mehr weißt was wirklich war – aber es wundert mich nicht – schließlich warst du ziemlich betrunken an dem Abend. Naja, auf jeden Fall solltest du morgen mit ihm reden, er war vorhin ziemlich angepisst als ich ihm das erzählt habe!“ „Du hast was?“, fuhr Aereen sie an. „Sag mal bist du noch ganz richtig im Kopf? Was soll das? Phönix und ich hatten das schon längst geklärt – hör gefälligst auf dich in unsere Beziehung einzumischen!“ „Hallo? Hör auf mich anzuschreien – hätte ich mich einmischen wollen, dann hätte ich ihm auch noch erzählt, dass Robin an diesem Abend auch da war. Das hab ich nicht, also krieg dich mal wieder ein!“ „Wie nett von dir – du bist so ein verlogenes Miststück – und sowas ist unsere Anführerin!“ „Ist alles klar?, mischte sich Leylie ein und stellte sich demonstrativ vor Leo. „Ja, alles klar – ich komm wieder mit ans Feuer!“ „Ja geh lieber, bevor ich dir eine verpasse!“, sagte Aereen geladen. Leylie wollte etwas sagen, doch Leo hinderte sie daran: „Ist schon gut Leylie – lass es, das bringt eh nichts!“
Als die Mädels am nächsten Morgen aus ihren Zelten krochen, hatten sich die Gemüter wieder einigermaßen beruhigt. „Oh Gott, mir tut alles weh!“, stöhnte Noemi. „Also ich habe super geschlafen, am liebsten würde ich das jede Nacht machen!“, sagte Rya. „Naja, also ich bevorzuge dann doch eher mein Bett. Sagt mal wo ist denn Aereen?“, fragte Estelle. „Sie ist vor zwei Stunden nach oben gegangen! Sie wollte noch mit Phönix reden, bevor er Sunny in den Kindergarten bringt!“ „Sag mal Noemi gehst du heute wieder in die Stadt um nach Michael zu suchen?“, fragte Rya und Noemi nickte. „Ja natürlich – soll ich die etwas mitbringen?“ „Oh nein – ich würde nur gerne mitgehen, wenn es dir nichts ausmacht!“ „Na klar, kein Problem. Wir sollen ja eh nur noch zu zweit rausgehen, da passt das super!“ „Ok, dann geh ich dann schnell duschen und wir machen uns auf den Weg, ok!“
Wenig später hatten sich die beiden Mädels auf den Weg in die Stadt gemacht. „Wieso bist du eigentlich nicht mit Radan in die Stadt gegangen? Habt ihr beide etwa Streit?“, fragte Noemi neugierig. „Nein Quatsch – er ist nur noch nicht so fit und naja, ich glaub er ist erst mal ganz froh, wenn ich ihn nicht mehr mit auf meine Ausflüge schleppe. Beim letzten Mal als wir zusammen unterwegs waren, wurde er zusammengeschlagen!“, sagte Rya zerknirscht. „Achja, das hatte ich beinahe schon wieder vergessen. Aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass er dir das übel nimmt. Das hätte hin zu jedem anderen Zeitpunkt auch passieren können. Seid ihr beide eigentlich ein Paar?“, fragte Noemi direkt und Rya schüttelte heftig den Kopf. „Nein, wie kommst du denn darauf? Wir sind kein Paar – nur gute Freunde!“ „Naja, ihr verbringt so viel Zeit miteinander, außerdem sieht er echt gut aus. Er ist zwar ein wenig arrogant, aber jeder hat ja so seine Macken!“, plauderte Noemi weiter und Rya nickte nur. Hätte sie gewusst, dass Noemi so eine Labertasche ist, wäre sie wahrscheinlich mit jemand anderem losgezogen. „Komm lass uns in den Osten gehen, wenn du Leute entführen würdest, würdest du sie doch bestimmt nicht in der Stadt unterbringen oder?“, sagte Rya und Noemi nickte. „Da hast du Recht – da sind doch die alten Salzminen!“, plauderte Noemi weiter. „Ja das kann schon sein!“, sagte Rya und versuchte so ahnungslos wie möglich zu klingen. Scheinbar schien Noemi ihr das ganze auch abzukaufen, denn sie plauderte einfach weiter.
Zuhause im Internat war währenddessen der Putz Wahn ausgebrochen, zumindest bei Alex – die anderen Mädels erholten sich auf der Terrasse von der gestrigen Party. „Willst du nicht mit nach draußen kommen, Schatz?“, fragte Justin und beobachtete Alex, die gerade dabei war Fenster zu putzen. „Nein, ich bin beschäftigt, das siehst du doch!“ „Aber die Fenster laufen dir doch nicht weg, das kannst du doch auch machen, wenn das Wetter nicht so gut ist!“ „Ja genau, ich werde bei Regen die Fenster putzen, wirklich wahnsinnig intelligent!“, antwortete sie ohne ihren Freund anzusehen. „Ok, was ist eigentlich los mit dir Alex? Seit Zoe weg ist hast du nur noch schlechte Laune!“ „Was los ist? Ich dachte eigentlich das habe ich dir oft genug gesagt. Ich verstehe nicht, warum du keine Zukunft mit mir planen willst! Sobald ich anfange von Dingen zu reden, die dich irgendwie an mich binden, blockst du ab. Du willst kein gemeinsames Zimmer, du willst nicht heiraten, du willst kein Baby. Das ist los Justin!“, schrie Alex ihn an und versuchte ihre Tränen zurückzuhalten. „Lisa ist schwanger und verheiratet, selbst Bonny bekommt ein Baby, obwohl sie gar keins will – und du kannst dich nicht einmal mit dem Gedanken daran anfreunden!“ „Stopp, soll ich dir sagen, warum ich kein Baby will? Weil ich Angst um dich habe – weißt du eigentlich wie gefährlich so eine Geburt ist? Bei Zoe ist zum Glück alles gut gegangen, aber es hätte auch etwas schief gehen können, ok? Ich hab Angst dass dir etwas passiert Alex!“ Alex sah ihren Freund überrascht an: „Und wenn der Virus nicht wäre?“ „Dann würdest du jetzt wahrscheinlich deinen Schulabschluss machen, ich hätte gerade angefangen zu studieren und wir würden im Leben nicht an Heiraten und Kinder gedacht! Wir sind doch noch so jung Alex!“, sagte Justin und nahm seine Freundin liebevoll in den Arm.
Wenige Tage später hatten die Jungs mal wieder einen ihrer Männerabende organisiert, doch leider fiel das Grillen diesmal ins Wasser. „Die ganze Woche ist super Wetter und wenn wir grillen wollen, pisst es ohne Ende!“, beklagte sich Simon. „Egal, trinken können wir doch auch hier drin, oder!“, sagte Chris und schmiss sich auf den Sessel im Gemeinschaftsraum. „Da hast du auch wieder Recht!“, stimmte Simon ihm zu und machte sich noch ein Bier auf. „Hey da seid ihr ja endlich!“, sagte Chris als die anderen Jungs endlich kamen. „Ja, manche hier haben noch andere Sachen zu tun, also den ganzen Tag Bier zu trinken!“, antwortete Justin und Simon zuckte nur mit den Schultern. „Selber Schuld – Gott wie ich das Single-Leben genieße! Wenn ich so ne Klette wie Alex als Freundin hätte, würde ich durchdrehen!“ „Ja ja – wie schön für dich! Wollen wir Pokern oder so?“, schlug Justin vor. „Gute Idee – um was? Strippoker ist scheiße, sind ja keine Mädels dabei!“, lachte Chris. „Na ich würde sagen um den Kochdienst, oder?“, schlug Jason vor. „Naja, dann mal los!“ Als die Jungs bereits einige Runden gezockte hatten, stieß auch Phönix zu der Runde. „Na hast du dich endlich von Aereen losreißen können?“, fragte Jake mit einem ironischen Lächeln. „Sehr witzig – lass es einfach ok!“, antwortete Phönix gereizt. „Meine Güte, ist ja gut – war doch nur n Scherz – ich sag schon nichts mehr über deine Freundin!“ „Sie ist nicht mehr meine Freundin – hat sich das noch nicht rumgesprochen?“ „Nein, hat es nicht – das ist ja Wahnsinn – wie hast du das denn angestellt? Das Bonny schwanger ist wusste hier ja gleich jeder!“, sagte Chris. „Wann genau habt ihr euch getrennt? Und wer hat denn Schluss gemacht?“, fragte Simon neugierig. „Vor vier Tagen – brauchst du ne genau Uhrzeit auch noch?“, antwortete Phönix und sah Simon verständnislos an. „Nein, nur noch wer von euch Schluss gemacht hat!“, bohrte dieser nocheinmal nach. „Ich wars, ok, können wir uns jetzt über etwas anderes unterhalten?“ „Yes!“, jubelte Chris auf, „Jungs ich hab gewonnen!“ „Was hast du gewonnen?“, fragte Sam und auch die anderen Jungs, bis auf Jake und Simon, sahen ihn fragend an. Nachdem Chris eine Weile in seiner Geldbörse gesucht hatte, zog er einen zerknitterten Zettel heraus. „Ist nix gegen dich Phönix, aber wir haben ne kleine Wette abgeschlossen, wie lange ihr zusammen bleibt und ich habe gewonnen – mit Extrapunkten weil ich gewettet habe, dass du mit ihr Schluss machst! Ich bin so gut!“, erzählte Chris begeistert. Phönix riss ihm den Zettel aus der Hand und las sich die Liste durch. „Ist ja wirklich wahnsinnig witzig – oh Joker und Leo haben auch mit gewettet, ist ja interessant!“, sagte Phönix ruhig. „Ach komm bleib doch hier – das war doch nur ne blöde Idee im Suff! Das haben wir doch nicht ernst gemeint!“, rief Chris ihm hinterher, als er gerade dabei war den Gemeinschaftsraum zu verlassen. „Ach, ich bin nicht sauer, ich muss nur schnell nach oben – ich wollte mit Estelle ne Wette abschließen, ob du beim nächsten mal wenn ihr versucht miteinander zu schlafen einen hochkriegst oder nicht!“ , sagte Phönix trocken und Chris lief auf der Stelle knallrot an. „Hey woher weißt du das? Ich war abgelenkt ok? Bonny hat mir kurz davor gesagt dass sie schwanger ist – außerdem hat mich Estelle auch nicht gerade angeturnt, ok?“ Die anderen Jungs waren natürlich in lautes Gelächter ausgebrochen und Chris Ausreden verstärkte das ganze nur noch. „Ja ja – lacht ruhig – ist mir egal. Ich weiß dass es nicht an mir lag, deswegen ist es mir auch nicht peinlich!“ „Ja genau – weil Estelle auch so unglaublich unerotisch ist – Gott du hast echt versagt!“, lachte Simon. Nur Jake schien die ganze Sache nicht wirklich lustig zu finden. Ihm war zwar bewusst dass Estelle tierisch sauer auf ihn war, doch dass sie sich mit anderen Männern ablenken würde, hatte er nicht erwartet. „Oh Mann, vergesst es einfach – ich hab keinen Bock mehr meinen Abend mit euch zu verbringen – ich geh in die Stadt!“ , sagte Chris genervt. „Ach komm warte ich geh mit – sei doch nicht so beleidigt. Du hättest uns wegen sowas auch verarscht!“, sagte Simon und verkniff sich sein Lachen. Nachdem sich auch Jake den beiden angeschlossen hatten, saßen sie wenig später in einer Kneipe in der Stadt. „Wir drei brauchen uns eigentlich gar nicht gegenseitig auslachen, Simon ist die Frau davongelaufen, ich hab Estelle so vergrault, dass sie aus Verzweiflung mit Chris ins Bett springt und Chris schwängert Bonny und kriegt es dann nicht auf die Reihe!“, gab Jake zu. „Damit ist jetzt Schluss – Achtung Jungs – neue Wette! Wer die meisten Weiber abschleppt, gewinnt!“, schlug Simon vor. „Na super – irgendwelche Weiber? Das ist ja einfach, ich gewinne, das weiß ich jetzt schon!“, sagte Chris siegessicher. „Nein, nicht so einfach – die Mädels werden unterschiedlich bewertet. Ne Wildfremde gibt zum Beispiel 10 Punkte – n Mädel aus dem Tribe 30 – und dann gibt’s natürlich die Jackpot-Mädels!“, legte Jake die Regeln fest. „Was sind denn bitte Jackpot-Mädels?“, fragte Chris lachend. „Naja, wenn jemand eine von den Lesben flachlegt, oder die prüde verkniffene von den Zwillingen, keine Ahnung wie die heißt – das sind Jackpot-Mädels. Das bewerten wir dann im Nachhinein!“ „Alles klar – Regeln verstanden – los darauf trinken wir! Die Wette gilt ab sofort!“
Am Tag nachdem Nika den Tribe verlassen hatte, stand Lily mit einem Lächeln auf. Sie wusste dass es die richtige Entscheidung war, ihre Exfreundin zu bitten den Tribe zu verlassen. Gut gelaunt machte sie sich auf den Weg in die Küche. Doch scheinbar schienen nicht alle ihre gute Laune zu teilen. „Oh Aereen schon so früh wach – ich hätte dich ja fast gar nicht erkannt – so ganz ohne Make-Up! Steht dir eigentlich ganz gut, wenn du dich nicht so düster schminkst!“, sagte Lily. „Kann schon sein, antwortete Aereen nur und stellte ihre leere Tasse in die Spüle bevor sie nach oben ging. „Was ist denn mit der los? Keine blöden Sprüche? Kein Make-Up wie Marilyn Manson… irgendwas passt doch da nicht!“, stellte Alex erstaunt fest und Lily kicherte. „Stimmt da hast du eigentlich Recht!“ „Na du bist ja aber auch wie ausgewechselt – freut mich dass es dir wieder besser geht, obwohl ich es ehrlich gesagt schon etwas traurig fand, dass Nika uns verlassen hat. Ich hatte eigentlich ständig noch gehofft, dass ihr wieder zusammenkommt!“ „Ja, das habe ich auch eine Zeitlang. Aber dass sie weg ist, tut mir so gut. Es hat mich echt fertig gemacht, sie ständig zu sehen. Oder besser gesagt, ständig zu sehen, dass ihr unsere Trennung überhaupt nichts ausgemacht hat!“ „Das verstehe ich natürlich, das war ja auch dein gutes Recht. Ach gute Morgen Justin, auch schon wach!“, begrüßte Alex ihren Freund und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Sag mal weißt du warum Aereen so zahm ist?“ „Phönix hat mir ihr Schluss gemacht!“, antwortete Justin gähnend und Alex sah ihn überrascht an. „Wieso denn das? Ich meine natürlich verstehe ich es, denn Aereen ist nicht gerade eine Person mit der man viel Zeit verbringen möchte, aber in der Beziehung habe ich Phönix eh noch nie verstanden!“ „Ach Alex, das weiß ich doch nicht, wir hatten gestern nen Männerabend, glaub mir da reden wir nicht über Beziehungen und sowas!“ „Bestimmt ist sie fremdgegangen, oder?“, fragte Lily und ignorierte Justins Aussage völlig. „Ich hab wirklich keine Ahnung – wenn ich etwas wüsste würde ich es euch sofort sagen, damit ich endlich in Ruhe meinen Kaffee trinken könnte!“, grinste Justin und Alex verdrehte die Augen. „Ok, bei dir sind keine Infos zu holen – vielleicht weiß ja Jessi was, sie hängt doch immer mit Aereen und Estelle rum!“, kicherte Lily und Justin verdrehte die Augen. „Ihr Klatschweiber!“ Wenig später tauchte Lisa in der Küche auf und sah ziemlich fertig aus. „Was ist denn mit dir los? Hast du dich mit Sam gestritten?“, fragte Alex besorgt. „Oh nein, mir ist nur wahnsinnig schlecht – dabei wollte ich Sam heute eigentlich sagen dass ich schwanger bin – der halbe Tribe weiß es schon und Sam ist immer noch ahnungslos!“ „Na dann sag es ihm doch endlich – wenn ich wenn schwanger wäre, würde ich es sofort jedem erzählen!“, sagte Lily enthusiastisch. „Eigentlich wollte ich die Aula weihnachtlich schmücken, da er mir ja damals an Weihnachten einen Heiratsantrag gemacht hat, aber immer als ich anfangen wollte, ging es mir so übel!“ „Das ist ja ne süße Idee – komm Lily wir helfen ihr – bevor Sam noch von jemand anderem erfährt, dass er Papi wird. Unsere Jungs wollen es zwar nicht zugeben, aber sie können auch ganz schöne Klatschweiber sein!“ Nachdem Alex für Lisa einen Kräutertee gekocht hatte, machten sich die drei auf in die Aula um diese ein wenig weihnachtlich zu gestalten. „Ich glaube wenn Sam hier reinkommt ist er erst mal total verwirrt!“, sagte Lily und sie sollte Recht behalten. „Was hast du denn vor?“, fragte Sam lachend, als er wenig später die Aula betrat. „Naja, ich wollte ein wenig Atmosphäre schaffen – denn ich habe dir was wichtiges zu sagen!“, begann Lisa und atmete tief durch. „Und weil du mir damals an Weihnachten den Heiratsantrag gemacht hast, dachte ich das passt ganz gut!“ „Ok – na dann schieß los!“, sagte Sam und sah Lisa gespannt an. „Ich bin schwanger – wir bekommen ein Baby Sam!“, antwortete sie glücklich und fiel ihrem Freund um den Hals. „Wow - das ist ja… ich freu mich riesig!“, strahlte Sam.
Nachdem nun endlich die Katze aus dem Sack war konnten sich die Mädels endlich offiziell dem Thema Baby widmen. „Wollen wir heute nachmittag in die Stadt gehen und nach Babyklamotten schauen? Da gibt’s so tolle Sachen!“, schlug Stella ihrer Freundin vor. „Ach Stella, das dauert doch noch ewig bis das Baby da ist!“, lachte Lisa. „Also ich würde mitgehen, ich brauch zwar auch noch keine Sachen fürs Baby – aber für mich – selbst die Sachen die mir sonst viel zu weit waren, passen gar nicht mehr!“, seufzte Bonny. „Auja, los kommt gehen wir shoppen – vielleicht will ja Leo noch mit?“ „Ja ich frage sie gleich mal – Mary frag ich auch noch – sie kann uns sicherlich wertvolle Tipps geben!“ Es schlossen sich noch einige Mädels an und nach dem sie verschwunden waren, herrschte mal wieder gespenstische Stille im Internat. „Sagt mal wo sind denn die Mädels? Es ist irgendwie erschreckend ruhig hier drin!“, stellte Chris fest. „Sie gehen einkaufen, Babyklamotten bestimmt!“, sagte Sam – er war ganz froh darüber dass Lisas Freundinnen sich so gut um sie kümmerten und er sie nicht zum Shoppingmarathon begleiten musste. „Ja und Umstandsmode – Bonny geht ja auf wie Hefeteig – nicht das sie am Ende noch Zwillinge bekommt!“, mutmaßte Chris. „Hör auf so über sie zu reden – sie bekommt ein Baby, das geht halt mal nicht mit 50 Kilo!“, verteidigte Ved sie, doch Chris verdrehte nur die Augen. „Ach Ved, sei doch nicht immer so auf Kuschelkurs, kein Wunder dass dir die Weiber nacheinander weglaufen – sie stehen nicht auf dieses verständnisvolle Getue, glaub mir!“ „Chris du bist uns hoffentlich nicht böse, wenn wir deine Tipps nicht annehmen – deine Erfolgsquote bei Beziehungen die länger dauern als eine Nacht, sieht ziemlich finster aus!“, lachte Jake und schmiss sich auf die Couch. Chris zuckte nur mit den Schultern und sah eine Weile aus dem Fenster als ihm scheinbar plötzlich ein Licht aufging. „Ich glaube mir ist jetzt erst gerade klar geworden, was so ein Baby eigentlich bedeutet!“, sagte er und die Jungs sahen ihn verwundert an. „Ach, hattest du ne Erleuchtung oder was?“, fragte Jake skeptisch. „Leute es ist bald Vatertag und ich, ich bin berechtigt diesen ausgiebig zu feiern!“, erklärte Chris seine Erkenntnis und Sam schüttelte nur den Kopf. „Und für einen Moment hatte ich tatsächlich geglaubt du wärst vernünftig geworden!“ Als die Mädels am Abend nach Hause kamen waren sie natürlich vollbepackt mit Taschen. „Ach du scheiße – ich dachte ihr wolltet nur für Bonny und für die Babys einkaufen!“ „Ja das war auch der Plan, aber als wir dann schon mal in der Stadt waren, mussten wir das ausnutzen!“, erklärte Stella ihrem Freund. „Außerdem hab ich mir auch Unterwäsche gekauft, was für dich ja nicht unbedingt ein Schaden ist!“, grinste sie frech und küsste Jason. „Ich geh mal nach oben und zeig Aereen das Top das ich für sie gekauft habe – vielleicht heitert sie das ein wenig auf!“, sagte Estelle und ging nach oben. „Schau mal, hab ich dir mitgebracht!“, verkündete Estelle begeistert und warf Aereen die Tüte zu. „Was ist denn das?“ „Na packs doch mal aus! Ich war extra für dich in diesem merkwürdigen Gothic-Laden und ich selbst hab mir auch was gekauft – dann können wir beide mal wieder in diese Kneipe gehen, ohne dass ich auffalle!“ „Das ist liebe Estelle, aber ich bin derzeit nicht in der Stimmung wegzugehen – aber das Oberteil ist süß. Danke!“, antwortete Aereen nur kurz. „Du blöde Kuh hast es dir ja nicht mal richtig angesehen… ich will meine alte Aereen wieder zurückhaben!“, schmollte Estelle. „Ich geb dir noch eine Woche Frist – wenn du dann immer noch auf Verlassene und Herzschmerz machst, kannst du dir ne neue beste Freundin suchen!“, sagte Estelle und verlies dann grinsend Aereens Zimmer.
Wenige Tage später war endlich der Vatertag gekommen. Da Phönix und Sam Chris dankend abgelehnt hatten, hatten sich Simon und Jake bereiterklärt Chris zu begleiten. Auch Mary, Bonny und Lisa hatten sich in Marys Zimmer getroffen. „Wenn wir Zoe noch einladen, dann haben wir ne richtige Mutter-Kind Gruppe!“, lachte Mary. „Also mir wäre das ganz Recht, ich kann gar nicht genug Tipps von dir bekommen – ich freu mich total auf das Baby, aber je mehr ich nachdenke, desto mehr Angst bekomme ich auch!“, seufzte Lisa. „Ich hab auch total Angst vor der Geburt – hoffentlich geht alles gut – du hast ja wenigstens Sam der dir hilft, aber Chris wird mir wohl kaum die Hand halten, wenns dann soweit ist!“, beklagte sich Bonny. „Dann helfe ich dir eben!“, sagte Mary lächelnd. „Macht euch mal nicht zu viele Sorgen – Zoe hat es ja auch geschafft. Und wenn das Baby dann da ist sind alle Schmerzen total schnell vergessen. Konzentriert euch lieber auf die positiven Sachen. Wünscht ihr euch ein Mädchen oder einen Jungen?“ „Mh, ich glaube ich hätte lieber einen Jungen – aber ehrlich gesagt ist mir das egal, so lange es gesund ist!“, sagte Lisa. „Ich hoffe ja nur nicht, dass Chris meint er muss sich in die Namenswahl einmischen – sonst hält er sich ja auch eher im Hintergrund!“ „Da wird er gar nicht gefragt, kommt mal mit in Sunnys Kinderzimmer – ich hab noch n paar Babyklamotten von ihr – wenn ihr ein Mädchen bekommt, kann ich sie an euch weitervererben!“
Die erste Tribeversammlung mit Leo stand vor der Tür. „Müssen wir vorher noch irgendwas besprechen oder gehen wir einfach so hin?“, fragte Leo nachdem sie Phönix endlich zusammen mit Sunny im Garten gefunden hatten. „Wir haben zwei Stunden Fußweg bis dahin – da haben wir genug Zeit um zu reden!“, antwortete er nur knapp, ohne Leo auch nur anzusehen. „Sag mal bist du sauer auf mich, weil ich dir das mit Aereen erzählt habe? Eigentlich solltest du mir dankbar sein, dass ich dir das erzählt habe, oder hättest du dich lieber von Aereen verarschen lassen?“ „Nein, deswegen bin ich nicht sauer – aber dass du dich an dieser wahnsinnig komischen Wette beteiligst, habe ich wirklich nicht von dir gedacht!“ „Welche Wette?“, fragte Leo verwundert. „na da die Wette wie lange Aereen und ich ein Paar bleiben, klingelts?“ „Ach das – Chris der Depp – ich hab gesagt ich mach nicht mit und er meinte nur das wäre auch nur ein Spaß gewesen und er würde den Zettel wieder wegschmeißen. Das war doch nicht ernst gemeint, sorry!“, entschuldigte sich Leo. „Naja, auch schon egal – ich hol dich morgen um neun ab, zieh dir bequeme Schuhe an – ist ein ganz schöner Weg bis zum Treffen!“ Nachdem Leo natürlich NICHT auf Phönix Rat gehört, hatte lag sie am nächsten Tag erledigt und mit Blasen an den Füßen im Hotelzimmer. „Sag jetzt nicht, ich hab dir doch gesagt, zieh bequeme Schuhe an!“, sagte Leo als Phönix sie skeptisch beobachtete. „Wollte ich gar nicht, gehen wir noch runter an die Bar? Joker und ich haben uns immer noch mit den anderen Anführern getroffen – war immer ganz lustig!“ „Gute Idee – ich trinke meine Schmerzen einfach weg! Ich hoffe nur es stört sich niemand daran wenn ich da unten barfuß auftauche, denn die hier werde ich auf keinen Fall mehr anziehen!“ , sagte Leo und warf ihre Schuhe in die Ecke. Einige Cocktails später spürte Leo tatsächlich kaum mehr etwas von ihren Füßen. „Der Anführer-Job ist super – n bisschen quatschen und abends Party- daran könnte ich mich gewöhnen!“, kicherte Leo als sie zurück in ihr Zimmer gingen. „Oh da kann ich dich schonmal vorwarnen, ist nicht immer so!“ „Ja ja – schon klar. Wann müssen wir morgen raus aus dem Zimmer?“ „Ist egal – du kannst deinen Rausch in Ruhe ausschlafen!“, beruhigte Phönix sie. „Welchen Rausch?“, lachte Leo und erst jetzt bemerkte er, dass Leo, dafür dass sie sechs Cocktails intus hatte, ziemlich nüchtern wirkte. „Wie geht’s dir eigentlich in letzter Zeit?“ „Ganz gut!“, antwortete Leo knapp und ließ sich auf ihr Bett fallen. „Ich meine eigentlich wegen der Sache mit deinem Vater? Ich bin ja ganz froh dass du mit Bonny jemanden gefunden hast, der du dich anvertrauen kannst!“ „Oh ja - das ist wirklich super!“, antwortete Leo überschwänglich. „Sie weiß nichts davon, oder?“ „Mein Gott nein – es hat sich halt noch nicht dir richtige Situation ergeben, ihr zu sagen, dass mich mein Dad jahrelang missbraucht hat, ok? Sowas erzählt man sich nicht am Frühstücks Tisch – dazu braucht es auch ein gewisses Vertrauen! Ich will jetzt schlafen!“, antwortete Leo energisch. „Das war kein Vorwurf Leo! Ich mach mir nur Sorgen um dich“, versuchte Phönix sie zu beruhigen. „Brauchst du nicht – ich komm auch zurecht ohne dass du dich um mich sorgst. Wenn du dir wirklich Sorgen machen würdest, hättest du dich nicht wieder auf Aereen eingelassen, denn das hat mich wirklich verletzt. Oder du hättest damals vielleicht ehrlich zu mir sein und nicht nur aus Mitleid mit mir zusammen bleiben sollen. Soll ich weitermachen, oder ist es Recht dass ich jetzt schlafe? Ich hätte nämlich noch einiges was ich aufzählen könnte!“, giftete Leo ihn an und schlug zornig auf den Lichtschalter. „Gute Nacht!“
„Hey da seid ihr ja endlich!“, begrüßte Alex die beiden Anführer am nächsten Tag. „Wir haben für heute abend ne kleine Party organisiert!“ „Gibt’s nen besonderen Anlass?“, fragte Leo und versuchte dabei ernsthaft interessiert zu wirken. „Nein, nur so - schönes Wetter, die Jungs bauen unten am See gerade nen Grill auf, wird bestimmt super!“, erzählte Alex begeistert und verschwand dann wieder in der Küche um die restlichen Salate fertig zu machen. Auch von Bonny wurde Leo bereits erwartet: „Schau dir das mal an. Hat Shari für mein Baby genäht, ist das nicht süß!“, schwärmte sie und hielt eine kleine Jacke hoch. „Oh ja, wirklich süß – seit wann bist du denn plötzlich so mütterlich?“, fragte Leo zweifelnd. „Ich glaube das sind die Hormone, es ist nur eine Frage von Minuten bis sich meine Stimmung wieder ändert. Wir war die Versammlung?“, fragte Bonny während sie die Jacke behutsam zusammenlegte. „Die Versammlung war ok, nur Phönix und ich haben uns in die Haare gekriegt!“ „Ohje – was war denn? Wenn er dich ärgert, kriegt ers mit mir zu tun. Das sollte er lieber nicht herausfordern, ich kann ziemlich garstig werden! Etwa wegen Aereen?“ „Ach nein, eigentlich nur ne Kleinigkeit – es ist wahrscheinlich nicht gut, wenn wir so viel Zeit miteinander verbringen! Komm erzähle mir lieber was hier alles passiert ist!“ Am Abend hatten sich alle Mitglieder der Starlights am See versammelt um miteinander zu feiern. Alex hatte mal wieder an alles gedacht. „Mh – ist das lecker!“, schwärmte Bonny, die seitdem sie schwanger war eigentlich immer Hunger hatte. „Und wenn ich schon nichts trinken darf, dann ess ich wenigstens ordentlich!“ „Gott warte nur ab, bis du zum ersten Mal nach der Schwangerschaft wieder was trinkst – ich war gleich nach nem Glas Sekt sturzbetrunken!“, erzählte Zoe. Sie und Joker waren ebenfalls zu der kleinen Fete gekommen. „Ich glaube ob Chris aus Solidarität nichts trinkt, brauche ich gar nicht fragen!“, sagte sie dann mit einem Blick auf den werdenden Vater. „Hör mir bloß auf – ich dreh noch durch mit ihm. Dass er kein geborener Vater ist, war mir ja schon klar, aber dass er sich überhaupt nicht dafür interessiert…!“ „Joker hat schon versucht mit ihm zu reden, aber entweder blockt er völlig ab oder er zieht das ganze ins Lächerliche. Typisch Chris eben… aber vielleicht ändert er sich ja wenn das Baby dann da ist – zumindest hoffe ich das für dich!“, sprach Zoe ihr Mut zu. „Hey sag Mal Leylie, ist das da drüben eigentlich deine Schwester – sie hat sich ja ganz schön verändert?“, wechselte Zoe plötzlich das Thema. „Oh ja – aber für den Aufzug sind nur Estelle und Aereen verantwortlich. Hätte ich ihr nicht gesagt sie soll ein anderes Kleid anziehen, würde sie noch freizügiger rumsitzen!“ „War mir sofort klar, dass Aereen kein guter Umgang für sie ist!“, sagte Leo schnippisch. „Schon sehr sehr sexy für so ne Grillparty, sie fühlt sich bestimmt total unwohl, das ist gar nicht ihr Ding!“, sagte Leylie kopfschüttelnd, „die Weiber haben sie bestimmt ewig überredet, damit sie sich überhaupt so herrichten lässt! Ich glaube wir sollten mal dafür sorgen dass Saira mehr Zeit mit uns verbringt!“ Die drei über die geredet wurde, merkten dies scheinbar nicht. „Leo und Phönix reden nicht mal mehr miteinander, da ist garantiert nichts gelaufen auf dieser komischen Tribeversammlung!“, plauderte Estelle, während sie ihr Steak von jeglichen Fettfasern befreite um ja kein Gramm zuzunehmen. „Vielleicht ja gerade deswegen – ich bin mir sicher da war was. Wer hat die dumme Kuh eigentlich zur Anführerin gewählt? kann mir das bitte mal jemand verraten?!“, echauffierte sich Aereen. „Ich hab dich gewählt!“, sagte Saira und Aereen lächelte sie dankbar an. „Das ist lieb von dir – wie fühlst du dich eigentlich mit deinem neuen Äußeren? Da hat sich Estelle ja ganz schön ins Zeug gelegt. Pass nur auf dass die Jungs dir nicht die Bude einrennen!“, sagte sie und Saira grinste nur schüchtern: „Noch ein wenig ungewohnt und die Jungs interessieren mich eigentlich gar nicht!“ „Ist auch besser so, glaub mir - mit denen hast du wirklich nur Ärger, Liebes!“ Nach dem Essen wurde natürlich feuchtfröhlich weitergefeiert, was einige scheinbar ziemlich wörtlich nahmen und eine spontane Wasserschlacht anheuerten. Selbst Estelle war mit von der Party und schien sich ausnahmsweise mal nicht um ihr Äußeres zu sorgen, denn als sie aus dem Wasser kam, waren sowohl ihr Make-Up und ihre Frisur hinüber. „Ach Mensch Aereen, lass dich doch nicht so hängen – es ist doch echt zum kotzen mit dir!“, rügte sie ihre Freundin, die sich nicht zur Wasserschlacht hatte überreden lassen. „Hättet ihr doch noch gewartet, bis es Alkohol gegeben hätte, vielleicht hätte ich mich dann dazu hinreißen lassen!“ „Von wegen – durch Alkohol wirst du noch depressiver – rede doch nochmal mit Phönix – ihr seid beide solche Sturköpfe… es dauert bestimmt nicht mehr lange und ihr seid wieder ein Paar!“ „Glaub mir, das wird wohl in nächster Zeit nicht passieren. Außer du hältst ‚Schlampe‘ für einen Kosenamen, das bin ich nämlich für ihn! Und das ist noch eine der netteren Bezeichnungen die er für mich hat!“ „Ach dann eben nicht, ich gebe dir hier grandiose Beziehungstipps und du verschmähst sie. Ich werd jetzt mal zu Jake schauen, ich glaube ich hab ihn jetzt lange genug ignoriert!“ Als die Sonne langsam unterging, bereuten einige bereits ihr Bad im See, denn es kühlte relativ schnell ab, sodass sich die meisten ums Feuer versammelten. „Sag mal seit wann hängt Chris denn mit Simon und Jake ab? Kaum verlässt man den Tribe, machen sich hier echt komische Sitten breit!“, bemerkte Joker. „Oh schon seit ner Weile – du müsstest die drei mal reden hören, als wären sie die größten Aufreißer. Auf Chris mag das ja wohl noch zutreffen, aber bei meinem Bruder und Simon hält sich der Erfolg bei den Mädels ja in Grenzen!“, antwortete Phönix und beobachtete Chris der gerade aufstand und zu Leylie schlenderte. „Ich bin ja echt gespannt wie er sich verhält wenn das Baby da ist – ich glaub Bonny reißt ihm irgendwann noch den Kopf ab!“ „Naja, sie ist ja auch nicht gerade unbeteiligt an der ganzen Sache – aber trotzdem könnte Chris sich ein wenig um sie kümmern, anstatt schon wieder an irgendwelchen Mädels rumzugraben. Aber werden wir ja noch sehen. Wie lebt es sich bei euch draußen in der Pampa?“ „Hey, nichts gegen unser Häuschen auf dem Land. Um ehrlich zu sein ist es echt super – Luca fängt schon an zu laufen, naja zumindest versucht er es!“, erzählte Joker stolz. „Kommt doch mal mit ihm vorbei – Sunny freut sich bestimmt. Sie ist jetzt seit ein paar Wochen im Kindergarten, findet sie natürlich wahnsinnig cool und nen Freund hat sie auch schon!“ „Naja, früh übt sich. Von wem sie das wohl hat… !“, lachte Joker, doch das Lachen verging ihm schnell, als Simon auf sie zukam – oder besser gesagt auf sie zutorkelte. „Na, schön am Kindergeschichten erzählen?“, lallte er und Joker verdrehte nur die Augen: „Simon, lass es doch einfach! Wir sind wirklich nur alle paar Wochen hier, du wirst es ja wohl schaffen uns für die paar Stunden in Ruhe zu lassen oder?!“ „Bleib mal locker – ich will doch nur wissen wies meinem Patenkind geht!“, rechtfertigte sich Simon süffisant. „Wenn du das wissen willst komm uns besuchen – und wenns geht nüchtern!“, antwortete Joker nur und ließ Simon ohne weitere Worte stehen. „Penner!“, murmelte Simon und ließ sich in einen der Liegestühle fallen. Kurz nachdem sich Zoe und Joker auf den Heimweg gemacht hatten, hatte Jake es endlich geschafft die Stereoanlage in Gang zu bringen und Leo, die ebenfalls schon einiges Intus hatte erklärte das Ufer des Sees kurzum zur Tanzfläche. „Wollen wir tanzen?“, fragte Chris Saira, doch diese schüttelte nur den Kopf: „Tanzen ist nicht so meins!“ „Oh, kein Problem – willst du noch was trinken? Ich hol uns was!“ Eilig stand Chris auf und ging zu Aereen, die gerade dabei war sich einen Drink zu mixen. „Machst du mir nen Wodka-O und einen O-Saft pur – wenn du schon gerade dabei bist!“ „Ja na klar – sag mal wieso interessierst du dich plötzlich so für Saira? Weil sie Make-up trägt und einen kurzen Rock anhat?“ „Nein, sie hat mir gerade von ihrer Kartenlegerei erzählt, ich finde das interessant. Sie hat gesagt sie legt mir mal die Karten um zu sehen, wie ich mich als Vater anstelle!“ „Na dann – aber halte deine Hände bei dir. Sonst kriegst dus mit mir zu tun, und glaub mir das willst du nicht!“, warnte Aereen sie und Chris schüttelte nur den Kopf: „Ganz ehrlich – sie ist nicht gerade mein Typ, mach dir nicht so viele Gedanken!“ Auch Lily und Mary hatten sich zu Leo auf die ‚Tanzfläche‘ gesellt und hatten richtig viel Spaß. „Ohje, ich brauch ne Pause – ich bin ganz außer Puste!“, sagte Mary nach einer Weil und Lily setzte sich mit ihr ans Feuer. „Toller Abend – das erste mal dass ich wieder total viel Spaß habe, seitdem ich mich von Nika getrennt habe…!“ „Ja das merkt man dir an, du bist wie ausgewechselt. Sag mal, läuft da eigentlich was zwischen dir und Jessi?“, fragte Mary direkt und Lily prustete los. „Oh nein, nein… wir sind nur gute Freunde. Sie ist natürlich hübsch und total lieb, aber eben nur eine Freundin und nicht meine Freundin!“ „Ich wäre mal wieder gerne so richtig verknallt…!“, jammerte Mary. „Na dann tu doch was dafür. Ich hab ne Idee – in der Stadt gibt es eine Bar, da veranstalten sie öfter Speed-Datings, lass uns da doch mitmachen!“, schlug Lily vor und Mary sah sie entsetzt an. „Niemals, um Gottes Willen, nein, glaub mir das ist nichts für mich!“ „Ach komm, ich mach auch mit – das ist bestimmt total lustig!“ „Ja genau – gibt’s sowas überhaupt für Lesben?“ „Hey, ich hab nie behauptet, dass ich nur auf Frauen stehe, ok?“, lachte Lily. „Gott sag das nicht so laut, sonst malen sich die Jungs gleich wieder die perversesten Fantasien aus. Aber vielleicht sollten wir das mit dem Speeddating wirklich machen!“, stimmte Mary ihr zu. „Na klar machen wir das – lass uns die Tage doch mal dorthin gehen und dann fragen wir mal nach wann das nächste stattfindet – und gekniffen wird nicht!“ „Sag mal, glaubst du wirklich das klappt mit Saira?!“, lachte Simon als Chris noch einmal an die improvisierte Bar gekommen war um Nachschub für sich und Saira zu holen. „Darauf kannst du aber mal einen lassen, Jackpot Baby – ich lieg dann wohl eindeutig vorne, mh?“, prahlte Chris. „Ja wenn du sie weiterhin so mit O-Saft abfüllst, dann wird das bestimmt was!“ „Ach Simon, du musst noch viel lernen – der O-Saft ist für mich, sie kriegt den Wodka – sie hat mir schon gesagt sie will mir später noch die Karten legen und dann werde ich sie flachlegen!“, sagte Chris mit einem breiten Grinsen und ging dann wieder zurück zu Saira. „Ich glaube Chris hängt uns ab!“, murmelte Simon als Jake auftauchte. „Abwarten – nur zur Info – Estelle ist für dich aus dem Rennen. Ich mach heute Nacht 30 Punkte!“ „Schön für dich. Wieviele Punkte gibt’s für Aereen?“, fragte Simon, während er seinen Blick über die feiernde Meute wandern ließ. „Eigentlich 30 Punkte, aber da sie eh für jeden die Beine breit macht, müsstest du für sie eigentlich Punkteabzug kriegen. Solltest dich allerdings beeilen, ich glaub sie will gerade gehen!“ „Sagt mal wo ist denn eigentlich Saira?“, fragte Leylie nach einiger Zeit. „Die ist bestimmt schon nach oben gegangen, Aereen ist auch schon weg!“ „Sie könnte mir ja wenigstens Bescheid sagen – ich muss morgen echt dringend mit ihr reden, seitdem sie soviel Zeit mit Aereen verbringt verhält sie sich immer komischer!“ „Kein Wunder, die kann ja nur nen schlechten Einfluss auf sie haben – so langsam wird’s ganz schön kalt hier unten. Ich glaube ich gehe jetzt so langsam ins Bett!“, sagte Bonny und Ved der ebenfalls gerade gehen wollte, begleitete sie nach oben ins Internat: „Na, wie hält es sich so aus ohne Alkohol?“ „Ja gibt schlimmeres – ist ja auch nicht für immer – noch ein paar Monate und dann hab ichs geschafft! Die Frage ist dann nur, ob ich dann noch Zeit habe um überhaupt feiern zu gehen!“, antwortete Bonny. „Ach das wird schon – wir sind doch soviele Leute im Tribe, da findet sich bestimmt ein Babysitter. Aber wahrscheinlich willst du dann gar nicht mehr weggehen, wenn es erstmal da ist!“ „Ja das hat mir Mary schon prophezeit. Diese Hormone sind echt fies – also wenn ich dich demnächst mal grundlos anschnauze, denk dir einfach nichts dabei!“ „Oh, ok gut zu wissen. Im Anschnauzen lassen, bin ich aber eigentlich n ziemlicher Profi!“, sagte Ved und Bonny konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „So komm rein, ist ja echt ganz schön kalt draußen – nicht dass du dich noch erkältest. Wäre wohl nicht so gut in der Schwangerschaft!“ „Ja das wäre es wirklich nicht – ist so schon schlimm genug. Naja, ich gehe gleich nach oben, mir fallen gleich die Augen zu. Also Gute Nacht!“ „Ja gute Nacht – und wenn du mal jemanden zum Anschnauzen brauchst, sag einfach Bescheid!“, sagte Ved lächelnd. Am See saßen nur noch ein paar Einzelne aus dem Tribe ums Feuer. „Dein Bruder ist echt ein Arsch, weißt du das?“, fragte Estelle rhetorisch, bevor sie sich neben Phönix setzte. „Ja das ist mir schmerzlich bewusst!“ „Er hat vorhin allen Ernstes zu mir gemeint, ich soll doch nichts mehr mit anderen Männern anfangen… Hallo? Er will keine Beziehung mit mir, aber soll nicht mit andere Kerlen schlafen – tickt der eigentlich noch ganz richtig? Und dann ist er verwundert, weil ich ständig sauer auf ihn bin… echt nicht zu fassen!“, beschwerte sie sich. „Er will schon eine Beziehung mit dir, er will’s nur nicht zugeben, weil er ein Idiot ist, ganz einfach!“ „Das sagt ja der richtige – du willst eigentlich auch mit Aereen zusammen sein und gibst es nicht zu!“ „Ja, aber wir haben es wenigstens probiert – mehrfach. Und es klappt einfach nicht, wenn…!“ „Mein Gott, sie hatte nichts mit anderen Kerlen – das hätte sie mir doch längst erzählt und ich kann sowas eh nicht für mich behalten. Also wenn es so gewesen wäre, hättest du es schon längst mitgekriegt, keine Sorge! Du bist nämlich genauso stur wie dein Bruder. Rede doch morgen nochmal in aller Ruhe mit Aereen, denn erstens steht sie immer noch auf dich und zweites geht mir ihre depressive Phase echt gewaltig auf den Sack!“
Am nächsten Morgen war Alex natürlich eine der ersten die wieder wach war. Zusammen mit Sunny bereitete sie das Frühstück vor. „Mal sehen, ob heute überhaupt jemand zum Frühstück kommt, den meisten wird’s wieder schlecht gehen, weil sie zuviel getrunken haben!“ „Das kenn ich – mir geht’s auch immer schecht, wenn ich zuviel Kakao getrunken hab!“, sagte Sunny und Alex musste Lachen. „Ach hier bist du ja, ich hab dich schon gesucht!“, sagte Mary als sie die Küche betrat. „Ja wir waren schon fleißig und haben Frühstück gemacht!“ „Oh sehr gut- ich brauch dringend ne Tasse Kaffee – ich bin so müde. Schade dass du gestern schon so bald gegangen bist, war noch total lustig. Lily und ich haben ausgemacht dass wir uns für ein Speedating anmelden – total bescheuert!“, erzählte Mary. „Was ist Speeddating?“, fragte Sunny neugierig. „Da geht deine Mama hin und wenn alles gut läuft, dann hat sie bald nen Freund!“, erklärte Alex lächelnd. „Na endlich!“, sagte Sunny und Mary sah sie empört an: „Was soll denn das jetzt heißen – ich hab einfach...!“ „Ich glaubs ja wohl echt nicht – raus hier aber sofort!“, ertönte plötzlich Leos Stimme durchs Internat. „Ohje, was ist denn da los?“ Als die drei oben bei den Zimmern angekommen waren, musste Mary ihrer Tochter erstmal die Augen zuhalten, denn Chris stand splitterfasernackt auf dem Gang. „Oh mein Gott – was ist denn hier los?“, fragte Alex kichernd. „Wenn ich jetzt ne Hand frei hätte, würde ich Leo nen Vogel zeigen!“, antwortete Chris, der notdürftigst versuchte alle pikanten Stellen mit seinen Händen zu verdecken. „Halt die Klappe Chris!“, schrie Leo und knallte ihm seine Klamotten vor die Füße. „Geh mir jetzt sofort aus den Augen bevor ich mich vergesse!“ „Oh wow, die ist drauf – Chris und Leo ist auch mal ne neue Kombi in unserem Liebeskarussel!“, sagte Alex. „Das ist doch gar nicht Leos Zimmer, das ist Sairas Zimmer!“ „Ladys, schönen Tag noch, ich geh mal ein Stockwerk tiefer in mein eigenes Zimmer!“, sagte Chris und ging mit einem hämischen Grinsen nach unten. „Du meinst Chris und Saira? Das ist echt heftig... wie alt sind denn die Zwillinge... jetzt verstehe ich auch warum Leo so ausgetickt ist, na da kann Chris sich aber warm anziehen, wenn Leylie und Aereen davon Wind kriegen!“, sagte Alex, als Chris verschwunden war. „Ohja, da kann sich Chris auf etwas gefasst machen – komm gehen wir nach unten und genießen in Ruhe unser Frühstück – bevor es in die zweite Runde geht!“ Als Leo einige Zeit später nach unten kam, schien sich ihre Wut noch nicht gelegt zu haben. „Ist bei Saira alles klar?“, fragte Alex vorsichtig. „Natürlich nicht, sie heult nur noch. Leylie ist jetzt bei ihr - ihr ist das ganze natürlich total peinlich – Chris ist so ein Arschloch, ich kanns gar nicht fassen. Ich will es Bonny gar nicht erzählen, ich glaube die dreht ihm den Hals rum. Und wenn mir Aereen oder Estelle über den Weg laufen, garantiere ich für nichts. Kein Wunder dass Chris auf Saira anspringt, wenn sie aufgetakelt ist, wie ne Bordsteinschwalbe! Ich geh wieder nach oben – wenn Bonny auftaucht könnt ihr sie ja raufschicken – ich bring Saira und Leylie jetzt erstmal ein Frühstück!“, wetterte sie und verschwand wieder aus der Küche. Es dauerte nicht lange und die nächsten tauchten in am Frühstückstisch auf – natürlich hatte fast jeder Leos Ausraster mitbekommen. „Aereen hat Chris gestern Nacht extra noch gesagt, er soll die Finger von Saira lassen – und sie hatte eigentlich die ganze Zeit ein Auge auf die beiden!“, sagte Estelle. „Wahrscheinlich war Aereen abgelenkt!“, antwortete Phönix spitz und Estelle sah ihn erwartungsvoll an: „Hast du wohl gleich gestern Nacht noch mit ihr geredet? Ich hab doch gewusst ihr beiden vertragt euch wieder!“ „Nein, ich wollte vorhin mit ihr reden, aber als ich in ihr Zimmer kam, war sie gerade noch mit Simon beschäftigt! Und mit Beschäftigung meine ich keine Unterhaltung wenn du verstehst was ich meine! Soviel zum Thema Aereen hat sich geändert!“ „Das waren jetzt wirklich zuviele Infos für meine Ohren!“, jammerte Alex. „Das waren auch zuviele Infos für meine Augen – können wir heute Abend vielleicht nochmal ne Party feiern – ich hab das dringende Bedürfnis mich zu betrinken!“, antwortete Phönix.
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