„Mein Güte bin ich froh – ich dachte du wärst irgendein Typ, den ich gestern abgeschleppt
habe!“, murmelte Leo erleichtert, als sie sich am Tag nach der Party zu Leylie umdrehte.
„Glaub mir, mit dir hätte gestern niemand mehr Spaß gehabt!“, antwortete Leylie und starrte
an die Decke. „Wieso hört sich nicht einfach alles auf zu drehen – mir ist so schlecht!“ „Mir ist
nicht schlecht, aber ich hab nen Brummschädel…Wie spät ist es eigentlich?“, fragte Leo und
richtete sich mühevoll auf. „Oh schon um drei – ohje, ich glaub ich revidiere – mir ist doch
schlecht!“, stöhnte sie und ließ sich wieder in die Kissen fallen. „Außerdem tut mir der Po
weh!“ „Kein Wunder nach deinem Sturz gestern!“, sagte Leylie lachend. „Ach jetzt wo du es
sagst – Estelle die blöde Kuh, lässt mich einfach fallen, so ein Miststück!“ „Wenns mir nicht
selbst so schlecht gegangen wäre, hätte ich dir gerne geholfen, aber ich war selbst froh, dass
Jake mir geholfen hat. By the way, der Typ riecht echt gut, ich muss ihn unbedingt fragen,
welches Parfum er verwendet!“ „Das kannst Du dir eh nicht leisten, kein Wunder dass Estelle
auf ihn steht, wahrscheinlich ist sie nur auf Kohle aus. Hachja, kaum ein bisschen Alkohol
getrunken und schon schmeißt du dich an verheiratete Männer ran!“, neckte Leo ihre
Freundin, „und an den Security!“ „Ohje, das hatte ich ja schon vergessen… hoffentlich hat
niemand Bilder gemacht. Und du brauchst gar nichts sagen, mit deinem Spontan-Strip… ich
glaub Phönix war stinksauer, ich glaub er hätte dich da am liebsten liegen lassen!“ „Dann
hätte ihm Bonny aber den Kopf abgerissen… wahrscheinlich tut sie das heute mit uns auch
noch!“ „Das kann sie gerne tun, aber erst wenn ich noch zwei Stunden geschlafen hab!“ Am
Abend schafften es Leo und Leylie dann doch aus dem Bett und machten sich in
Jogginghosen auf den Weg nach unten. „Oh Guten Morgen ihr beiden, auch schon wach?“,
fragte Alex grinsend, während sie das Abendessen vorbereitete. „Ja mehr oder weniger… hat
sich wohl schon rumgesprochen im Tribe, was?“, fragte Leylie und Alex zuckte nur mit den
Schultern. „Das geht hier doch schnell, wisst ihr doch. Aber mein Gott, das passiert eben mal.
Ich fands lustig!“ „Also wir finden das ganz und gar nicht lustig!“, unterbrach Bonny die drei
in ihrem Gespräch. Gemeinsam mit Saira, die ebenfalls ziemlich sauer wirkte, stand sie in der
Küche „Hey ihr zwei, sorry… wir habens wirklich schon bereut – uns geht’s heute so
beschissen. Das ist wirklich Strafe genug!“ „Also das glaube ich ja nicht, weißt Du wie peinlich
das war?“, ergriff Saira das Wort, noch bevor Bonny überhaupt etwas sagen konnte.
„Außerdem waren wir die ganze Nacht bei euch am Bett gesessen, damit ihr nicht eurer
eigenen Kotze erstickt. Was sollte das denn? Wirklich Leylie, ich weiß ja dass du Aereen nicht
leiden kannst, aber vielleicht kannst Du dir vorstellen, dass mir gestern nicht nach Feiern
zumute war? Und anstatt dich wenigstens ein wenig zurückzuhalten, ziehst du so eine Show
ab!“, wetterte Saira und Alex sah sie überrascht an – sie hatte Saira noch nie so viel auf
einmal reden hören. Doch auch Leylie schien ziemlich schockiert zu sein. „Saira, es tut mir
Leid… ich… ich dachte dass du dich mit Estelle ganz gut amüsierst – und das mit der Trinkerei
… ach ich weiß nicht, irgendwann war es einfach zu viel. Ich hatte mich nicht mehr unter
Kontrolle!“ „Also dafür kann Leylie wirklich nichts … ich hab ihr den Alkohol gekauft. Ich hätte
besser drauf achten müssen! Wenn ihr jemanden anbrüllen wollt, dann mich!“, verteidigte
Leonie ihre Freundin. „Hey Mädels, kommt mal wieder runter! So schlimm war es doch nicht…
die beiden haben halt ein bisschen gefeiert und vielleicht auch über die Stränge geschlagen,
aber ist euch das nicht auch schonmal passiert?“, versuchte Alex ein wenig zu vermitteln und
nahm Saira und Bonny damit den Wind aus den Segeln. „Ja du hast ja Recht… ich brauch
mich gar nicht aufzuführen… das letzte Mal als ich getrunken habe, bin ich mit Chris in die
Kiste gesprungen und bin schwanger geworden!“, lenkte Bonny kleinlaut ein und Leo grinste.
„Na das können wir bei uns beiden ja schonmal ausschließen!“
Ein paar Tage nach der Party war bei den meisten der Vorfall vergessen, doch Bonny ging
Phönixs Vermutung, dass Leo ein Alkoholproblem hätte, nicht mehr aus dem Kopf. Als sie
einen gemeinsamen Nachmittag verbrachten, entschloss sich Bonny spontan sie darauf
anzusprechen. „Leo, ich werde dich jetzt gleich etwas fragen, und ich bitte dich jetzt schon
nicht böse auf mich zu sein und ich bitte dich auch ehrlich zu mir zu sein, ok?“, begann
Bonny das Gespräch und Leo sah sie überrascht an. „Also jetzt machst Du mir Angst!“, sagte
sie und sah ihr Freundin fragend an. „Naja, also nach dem Vorfall am Wochenende hatte ich
ein Gespräch mit Phönix und er meinte, dass du vielleicht ein ernstes Problem mit Alkohol
hättest!“, formulierte Bonny vorsichtig, doch anstatt ihr böse zu sein, brach Leo in
schallendes Gelächter aus. „Er hat was? Also das finde ich ja jetzt wirklich amüsant. Ich
meine ich bin ja wohl nicht der Ex-Junkie von uns beiden!“ „Bitte was?“, fragte Bonny
verwirrt von Leos Antwort. „Na Phönix… so ein Penner! Wahrscheinlich ist er selbst nicht ganz
klar im Kopf, sonst würde er nicht auf so hirnrissige Ideen kommen. Ich kann dich wirklich
beruhigen Bonny – ich trinke wirklich nur ab und zu mal was! Wahrscheinlich kommt es dir
nur so viel vor, weil du momentan selbst nichts trinken darfst! Ich meine wie oft haben wir
vor deiner Schwangerschaft bei unseren Mädelsabenden Wein getrunken…mach dir keine
Sorgen um mich, Süße!“, erklärte Leo ihrer Freundin und Bonny lächelte sie an. „Ja ich hab
mir gleich gedacht dass nichts dran ist… und ich verbringe ja wohl eindeutig mehr Zeit mit dir
als er, wenn er mich nochmal darauf anspricht, geh ich beim nächsten Mal einfach und hör
mir diesen Blödsinn nicht länger an!“ „Welchen Blödsinn denn?“, fragte Leylie, die gerade ins
Zimmer gekommen war. „Ach nichts, ich bin ab sofort nur Alkoholikerin, wusstest du das
schon?“, fragte Leo und begann wieder zu lachen. „Ahhja, also das müsst ihr mir später noch
genauer erzählen, aber jetzt muss ich erst mal los – ich hab Saira versprochen dass ich mit
ihr nach Aereen suche. Nachdem ich sie auf der Party so hängen hab lassen, muss ich es
jetzt wieder gut machen!“, sagte sie. „Na dann bis später und pass auf dich auf!“, sagte
Bonny bevor Leylie schon wieder verschwunden war. „So wollen wir losgehen?“, fragte diese
ihre Schwester die kurz vor der Tür gewartet hatte. „Oh nein, wir müssen noch auf Estelle
und Jessi warten, sie begleiten uns!“ „Ach, das ist ja super!“, sagte Leylie und versuchte sich
ihre „Begeisterung“ nicht anmerken zu lassen. „Oh da sind sie schon!“ „Sorry, hab mich ein
bisschen verspätet, ich musste erst wieder ewig mit Jake diskutieren, bevor ich los konnte!“,
entschuldigte sich Estelle. „Er macht sich halt Sorgen, ist doch süß von ihm!“, sagte Jessi.
„Ach Quatsch, es nervt ihn nur dass ich nie da bin… das ist sein Problem. Kommt lasst uns
losgehen, labern können wir unterwegs auch noch!“ „Sag mal geht das eigentlich immer so,
wenn ihr euch auf die Suche macht?“, fragte Leylie wenig später ihre Schwester, nachdem sie
sich sicher war dass Estelle außer Hörweite war. „Was meinst Du denn?“ „Na dass Estelle die
Klappe nicht hält, das ist ja furchtbar. Sie spricht ja pausenlos!“ „Ach, daran gewöhnt man
sich!“, sagte Saira nur grinsend. „Na da bin ich ja gespannt, obwohl jetzt ist sie zumindest
schonmal seit ein paar Minuten ruhig!“, stellte Leylie erstaunt fest, doch nicht nur ihr kam
das merkwürdig vor. „Estelle geht’s dir gut? Du bist ja ganz blass?“, fragte Jessi doch im
selben Moment sackte Estelle auch schon zusammen. Das nächste was Estelle sah als sie die
Augen öffnete waren Leylie, Saira und Jessi die sie besorgt ansahen. „Estelle, ist alles in
Ordnung?“ „Was ist denn passiert?“, fragte sie mit schwacher Stimme und rappelte sich
vorsichtig auf. „Du bist einfach umgefallen – hier trink ein bisschen, wahrscheinlich ist dein
Kreislauf einfach zusammengebrochen!“, mutmaßte Jessi und gab ihr etwas zu trinken. „Es
hat sich plötzlich alles gedreht und dann wurde mir schwarz vor Augen!“, sagte Estelle und
versuchte mit zittrigen Beinen wieder aufzustehen. „Kommt wir gehen jetzt irgendwohin und
essen etwas, dann ruhst du dich ein bisschen aus und dann gehen wir wieder nach Hause!“,
schlug Leylie vor, doch Estelle schien von ihrem Vorschlag nicht wirklich begeistert zu sein.
„Ach Quatsch, es geht schon wieder, wir müssen doch nach Aereen suchen!“, jammerte sie
doch die anderen Mädels ließen nicht mit sich verhandeln. „Keine Wiederrede – wir suchen
morgen weiter nach ihr, wenn es dir wieder besser geht. Also los, da drüben gibt’s ein Cafe
die haben super Torten, das ist genau das richtige für deinen Kreislauf. Zucker pusht dich
wieder!“
Am nächsten Morgen schlich sich Estelle leise aus ihrem Zimmer. Als sie die Tür hinter sich
geschlossen hatte und ein paar Schritte gelaufen war, atmete sie erleichtert durch – zum
Glück hatte Jake nichts bemerkt. Dachte sie zumindest, denn als sie die Stufen der Treppen
erreichte, zuckte sie erschrocken zusammen, als sie plötzlich Jakes Stimme hörte: „Sag mal
was wird das denn?“ „Ich wollte kurz nach draußen, ein bisschen frische Luft schnappen…
mein Kreislauf ist noch nicht wieder ganz fit!“, antwortete sie und spielte nervös an ihrer
Jacke herum. „Hältst du mich für absolut bescheuert? Wir haben einen Balkon und wenn du
nur kurz frische Luft schnappen wolltest, hättest du keine Plakate von Aereen mitzunehmen
brauchen!“, sagte Jake wütend. „Ich… ich… ich wollte nur in der Umgebung ein paar Plakate
verteilen, ich wäre nicht weit gegangen!“, stammelte sie und sah Jake mit großen Augen an,
„bitte nicht schimpfen!“ „Du verstehst es nicht oder? Ich bin nicht sauer, weil du das machst,
sondern weil du nicht kapierst, dass ich mir ständig Sorgen um dich machen! Du bist gestern
zusammengeklappt und jetzt willst Du alleine losziehen? Was ist wenn das wieder passiert,
glaubst du dich findet irgendjemand? Hör endlich auch so egoistisch zu sein, wir sind
verheiratet, es wäre also nett wenn du ab und zu auch mal an mich denken würdest! Und ich
wäre echt im Arsch wenn du weg wärst, ok?“, wetterte Jake und sah Estelle erwartungsvoll
an. Doch anstatt sich lautstark zu wehren, wie gewöhnlich, nickte sie nur: „Ok!“ „Ok? Du
wehrst dich nicht? Du beschimpfst mich nicht als Penner?“, fragte Jake verwundert. „Nein,
einfach ok – ich habe nicht gedacht, dass du dich so sehr um mich sorgst… ich hab eigentlich
gar nicht nachgedacht… deshalb einfach ok!“, antwortete Estelle und legte ihre Arme um
Jake. „Tut mir Leid!“ „Jetzt komm ich mir blöd vor weil ich dich so angeschrien habe!“, sagte
Jake und drückte Estelle an sich. „Schon in Ordnung… es wird nicht lange dauern, dann
werde ich dich auch mal wieder anschreien, dann sind wir quitt!“, sagte Estelle grinsend.
„Dann war das jetzt dann gar kein richtiger Streit?“, fragte Jake und seine Frau sah ihn
stirnrunzelnd an. „Nein, wieso fragst du?“ „Verdammt, ich hatte auf Versöhnungssex
spekuliert!“, grinste Jake und Estelle zuckte nur mit den Schultern. „Na also dafür musst du
dich von mir schon als Penner beschimpfen lassen!“
„Oh sorry, ihr macht gerade Hausaufgaben, ich wollte nicht stören!“, entschuldigte sich Leo
als sie ein paar Tage später in Sunnys Zimmer auftauchte. „Dann tus doch einfach nicht und
geh wieder!“, entgegnete Phönix forsch und Leo sah ihn erstaunt an: „Was hast du denn für
ein Problem?“ „Ich hol mir kurz was zu trinken Papa, danach können wir Hausaufgaben
weitermachen!“, sagte Sunny, die natürlich sofort die Chance gewittert hatte sich von um die
Matheaufgaben zu drücken. „Na dann können wir ja kurz reden – also was hab ich dir getan,
damit du mich so blöd anmachst?“, fragte Leo als Sunny verschwunden war. „Ich hab wirklich
gerade keine Lust mit dir zu reden, ok? Ich bin wirklich sauer – die Aktion auf der Halloween-
Party war wirklich das letzte!“ „Ach komm, krieg dich ein, wir haben gefeiert und ein bisschen
über die Stränge geschlagen, das nächste Mal zieh ich einfach ein Kleid ohne Reißverschluss
an!“, antwortete Leo lachend. „Leo, du kannst deine Titten zeigen wem du willst, das ist mir
echt scheißegal. Aber hör auf ständig Aereen anzugreifen oder lass es zumindest wenn ich in
der Nähe bin. Sie ist nicht hier und kann sich nicht wehren, also hör auf damit!“ „Als ob
Aereen nie etwas über andere gesagt hat, krieg dich mal wieder ein!“ „Zumindest hat sie es
den Leuten direkt gesagt. Egal, lass es einfach zukünftig und du brauchst dich auch nicht
mehr bemühen mit nach ihr zu suchen, das kannst du dir echt schenken!“ „Ach du willst
dass ich ehrlich bin? Gut dann sage ich dir mal ganz direkt meine Meinung, ich glaube
nämlich dass Aereen irgendwo mit nem Kerl rumhängt und sich nen Dreck darum schert, was
wir hier tun und noch weniger schert sie sich darum, wies dir geht! Und fühlst Du dich jetzt
besser, weil ich ehrlich zu dir war?“, fragte Leo gereizt. „Verschwinde einfach Leo, raus hier,
ich habe echt keinen Bock mehr dich zu sehen!“, sagte Phönix und versuchte sich zu
beherrschen. „Ja das dachte ich mir, dass du das nicht hören willst. Aber ich hatte - ehrlich
gesagt - nichts anderes erwartet. Du wolltest dass ich mich nicht mehr verstelle und ehrlich
bin, hier hast dus!“ „Vielleicht solltest du einfach weiter deine Show abziehen und allen
vorspielen dass du superhappy bist, das ist wirklich leichter zu ertragen als das hier!“, sagte
Phönix kopfschüttelnd und war froh als seine Tochter wieder ins Zimmer kam. „Wir müssen
jetzt weitermachen, es wäre wirklich sehr nett, wenn du jetzt gehst!“, wiederholte Phönix sich
noch einmal und Leo setzte ein strahlendes Lächeln auf: „Oh natürlich, dann wünsche ich
weiterhin viel Spaß bei den Hausaufgaben!“ Am Abend desselben Tages hatten sich Mary und
Phönix getroffen um ihrer Tochter mit einem Disney-Abend eine Freude zu machen. „Ich will
Bambi schauen!“, sagte Sunny aufgeregt und machte sich daran ihren Lieblingsfilm heraus zu
kramen. „Au ja Bambi, den haben wir ja erst 785 mal gesehen!“, sagte Mary mit gespielter
Begeisterung. „Wie oft ist 785?“, fragte Sunny grübelnd und Mary lachte nur. „Na scheinbar
noch nicht oft genug… so rauf auf die Couch und Popcorn fassen –es geht gleich los!“,
antwortete Phönix und schon hatte sich Sunny auf Position gebracht. Doch es dauerte nicht
lange und die drei wurden durch ein Klopfen, oder besser ausgedrückt Hämmern an der Tür
unterbrochen. „Ach Mann!“, beschwerte sich Sunny, nachdem Phönix den Film angehalten
hatte. „Dauert bestimmt nicht lange, du kennst den Film doch eh schon in- und auswendig!“,
sagte Phönix und öffnete die Tür. „Na endlich, wurde ja auch Zeit!“, sagte Leo, die scheinbar
ziemlich ungeduldig war. „Ich hab grad wirklich keine Zeit Leo, komm morgen wieder ich
schaue gerade einen Film mit Sunny!“ „Oh nein, du wirst dir jetzt Zeit nehmen!“, sagte Leo
bestimmt. „Und du wirst mir jetzt zuhören! Also pass jetzt mal ganz genau auf was ich dir
sage!“, fuhr sie fort und Phönix sah sie skeptisch an. „Was ist denn los mit dir? Ich hab
gesagt wir können das morgen bereden und zwar in aller Ruhe und nicht zwischen Tür und
Angel und vor allem wenn du wieder ausgenüchtert bist!“ „Vor allem wenn du wieder
ausgenüchtert bist…!“, äffte Leo seinen Tonfall nach. „Wenn einem so charmante Dinge
gesagt werden wie heute Nachmittag, darf man ja wohl mal einen über den Durst trinken!
Aber das passt dir ja jetzt wieder – schließlich erzählst du ja eh überall rum ich wäre ne
Säuferin!“ „Also ich steh hier nicht gerade mitten auf dem Gang und schrei herum – ich hab
es Bonny gesagt, weil sie deine Freundin ist!“ „Wann können wir denn endlich
weiterschauen?“, quängelte Sunny ungeduldig. „Herrgott, Bambis Mami wird schon noch früh
genug erschossen!“, antwortete Leo genervt. „Hey Stop – schrei ihn an wie du willst, aber
lass Sunny da raus, ok? Sonst bekommst Dus mit mir zu tun und ich bleibe nicht so lange
ruhig wie Phönix, vor allem nicht es um meine Kleine geht!“, mischte sich Mary ein und Leo
sah sie überrascht an – scheinbar hatte sie sie die ganze Zeit gar nicht wahrgenommen.
„Schon klar – bin ja schon weg!“, antwortete Leo schnippisch und machte auf dem Absatz
kehrt. „Was war das denn jetzt? Habt ihr euch gestritten?“, fragte Mary als Phönix die Tür
hinter sich geschlossen hatte. „Wir haben uns heute Nachmittag ein wenig in die Haare
gekriegt… sag mal wieso krieg ich eigentlich immer die durchgeknallten Weiber ab… in letzter
Zeit ist es echt schwierig mit Leo!“ „Können wir jetzt weiterschauen?“, fragte Sunny, die nicht
sehr an den Gesprächen ihrer Eltern interessiert war, ungeduldig. „Ja jetzt schauen wir
weiter!“, sagte Mary lachend und kuschelte sich neben ihre Tochter.
„Jingle Bells, jingle bells, jingle Bells rock…!“, sang Chris und versuchte damit seine Tochter
zu beruhigen. „Vielleicht schreit sie ja weil du singst?“, fragte Bonny lachend. „Ha ha – los
versuch es du mal!“, antwortete Chris und überreichte Bonny den kleinen Schreihals. „Sie hat
bestimmt wieder Bauchweh!“, sagte Bonny und streichelte Lynn den Bauch und nach kurzer
Zeit hörte sie tatsächlich auf zu schreien. „Oder vielleicht lag es aber doch an deinem
Gesang!“, sagte sie grinsend. „Ich werde es jetzt sicherlich nicht auf einen Versuch
ankommen lassen!“, antwortet Chris und rieb sich müde die Augen. „Sag mal, hast du dir
schon Gedanken darüber gemacht, wer die Patenschaft für die zwei übernehmen soll?“,
fragte Bonny. „Nein, habe ich noch nicht, aber das sollten wir mal, denn wenn ich nicht bald
mal wieder eine Nacht durchschlafen kann, dreh ich noch durch… nicht dass ich den
Schönheitsschlaf nötig hätte, aber meinen Augenringen würde das schon ein wenig
entgegenwirken!“ „Tz… schade dass Halloween schon vorbei ist, so furchtbar wie du
momentan aussiehst – vielleicht hat Lynn deswegen so geschrien!“, scherzte Bonny über
Chris Eitelkeit. „Ha ha sehr witzig – eigentlich hätte ich gerne Joker und Zoe gefragt, aber da
sie nicht mehr hier wohnen, sehen sie die kleinen ja eh kaum!“ „Oh nein, tu mir das bitte
nicht an, sonst kreuzen die beiden hier noch öfter auf als eh schon – ich bin froh wenn ich
ihre Gesichter nicht sehen muss!“, sagte Simon, der das Gespräch von Simon und Bonny
mitbekommen hatte. „Ich glaube nicht dass du zu entscheiden hast wen wir zu den Paten
unserer Babys machen!“, konterte Chris und hoffte dass Simon Ruhe gab – in letzter Zeit war
dieser nämlich ziemlich auf Krawall gebürstet und ließ keine Gelegenheit aus irgendeinen
Streit anzufangen. „Tja, dann solltet ihr solche Gespräche nicht hier im Wohnzimmer führen –
das ewige Gebrüll kotzt mich eh an!“ „Dann verschwinde du doch einfach – du gehst hier eh
jedem auf die Nerven – verzieh dich in dein Zimmer oder geh in irgendne abgefuckte Bar!“,
antwortete Chris genervt. „Ja gute Idee – das werde ich auch tun – machts gut ihr Penner!“
„Sag mal was geht denn mit dem ab? Bekommt ihm die Vorweihnachtszeit nicht?“, fragte
Bonny überrascht. „Ach keine Ahnung – der Typ ist einfach nicht mehr ganz richtig. Und
wegen dem sind Zoe und Joker gegangen – mir wäre es 1000Mal lieber wenn sie geblieben
wären und er sich einen anderen Tribe gesucht hätte!“, sagte Chris und bemerkte dabei gar
nicht, dass Simon inzwischen wieder zurückgekommen war, weil er seinen Pulli vergessen
hatte. „Achja? Na bloß gut, dass du nie jemanden gebraucht hast, der mit dir auf die Piste
gegangen ist und sich dein Gejammer über deine plötzliche Vaterschaft angehört hat!“,
antwortete Simon nur und trottete wieder nach draußen. „Ups, das war jetzt nicht sehr
freundlich von mir oder?“, sagte Chris beschämt, doch Bonny zuckte nur mit den Schultern:
„Sowie es in den Wald hineinschreit, schreit es auch heraus… mal im Ernst, es wurde so
langsam mal Zeit dass ihm jemand die Meinung sagt. Mach dir keinen Kopf. Und die Idee mit
Zoe und Joker als Paten finde ich ganz gut. Sie haben selbst einen Sohn und wenn sie
vorbeikommen dann können die kleinen miteinander spielen, zumindest wenn unsere beiden
größer sind. Jetzt muss nur noch ich mir Paten aussuchen!“, sagte sie dann und Chris sah sie
etwas erstaunt an. „Aber wir haben doch dann schon zwei – ich meine du hast dir ja schon
die Namen ausgesucht, da dachte ich, ich darf mir die Paten aussuchen!“ „Chris, Leo und
Leylie reißen mir den Kopf ab wenn ich sie nicht frage – außerdem bedeuten mehr Paten,
auch mehr Nächte in denen wir durchschlafen können!“, antwortete sie und hatte Chris damit
schnell überzeugt. „Ja da hast du auch wieder Recht.. gute Idee! So jetzt muss ich aber los –
die Jungs wollen einen Weihnachtsbaum besorgen!“ „Na dann viel Spaß – und bringt nicht
wieder so ein krummes Ding mit nach Hause wie letztes Jahr!“ Während sich die Jungs auf
den Weg in den Wald machten, hatte sich Radan davor gedrückt. „Sowas sinnloses!“,
murmelte er, während er die anderen beobachtete. „Was ist denn?“, fragte Rya. „Sie
schlagen einen Weihnachtsbaum, absolute Verschwendung wenn du mich fragst… ich hab die
Bäume einfach lieber, wenn sie im Wald stehen!“ „Ja da hast du Recht – wie lange ist es denn
eigentlich noch bis Weihnachten?“, fragte sie dann. „Noch genau eine Woche!“ „Wow echt
schon? Die Zeit vergeht ja wie im Fluge… wann war denn Halloween?“ „Na am 31.10. – was
ist denn los mit dir? Du bist so verwirrt!“, sagte Radan und setzte sich neben sie aufs Bett.
„Nein Quatsch… ich muss mir nur mal einen Kalender ins Zimmer hängen – dadurch dass
man keinen regelmäßigen Ablauf hat wie vor dem Virus, weiß man teilweise gar nicht welcher
Tag ist!“, grinste sie. „Ja da hast Du recht – damals in der Schule wusste man immer ganz
genau welches Datum man hatte, schließlich musste man ja immer abzählen, wie lange es
noch bis zu den nächsten Ferien dauert!“, antwortete Radan und küsste Rya. „Aber eigentlich
ist mir egal, welcher Tag gerade ist, Hauptsache ich kann ihn mit dir verbringen!“, sagte er
dann und nahm seine Freundin in den Arm. „Wenn ich nicht so wahnsinnig verliebt in dich
wäre, würde ich das gerade furchtbar kitschig finden!“, grinste sie dann und löste sich wieder
aus seiner Umarmung. „Ich werde dich jetzt aber verlassen müssen, denn ich glaube Alex
wollte heute Plätzchen backen und ich habe ihr versprochen zu helfen!“ „Sicher? Vorhin stand
niemand in der Küche…!“ „Na ich werde einfach mal nachsehen!“, sagte Rya und war schon
aufgesprungen. „Bis später mein Schatz!“, sagte sie grinsend und warf ihm einen Luftkuss zu.
Doch kaum hatte sie die Tür hinter sich geschlossen, stürmte sie sofort los in die Küche und
zu ihrer Erleichterung war dort wirklich niemand. Hektisch nahm sie den Kalender von der
Wand und blätterte zurück in den Oktober und begann die Wochen zu zählen. „Also
Weihnachten ist am 24.12.!“, unterbrach Alex sie und Rya zuckte erschrocken zusammen.
„Ich hab dich gar nicht kommen hören!“, antwortete sie nur. „Schaust du wohl gerade nach,
wieviele Tage du noch hast um deine Weihnachtsgeschenke zu besorgen?“, fragte Alex
freundlich. „Oh nein… das nicht… ich hab nur etwas nachgesehen…ich hab nur einen
besonderen Tag vergessen!“ „Oh, ich hoffe nichts schlimmes?“, fragte Alex sensibel. „Etwas
sehr persönliches!“, antwortete Rya nur und Alex nickte nur, da sie merkte dass Rya
scheinbar nicht darüber reden wollte. „Naja, ich werde mal rauf zu den Hunden gehen – ich
hab sie wegen Radan ganz schön vernachlässigt in letzter Zeit!“, sagte Rya dann und ging
eilig nach draußen – sie hatte nicht einmal daran gedacht sich eine Jacke mitzunehmen. Als
sie ein gutes Stück vom Internatsgebäude entfernt war, blieb sie erst einmal stehen und
atmete tief durch, bevor sie plötzlich in Tränen ausbrach. Der Tag den sie vergessen hatte,
war nämlich schon drei Wochen her und an diesem Tag hätte sie eigentlich ihre Regel
bekommen sollen. Sie stand noch eine Weile da bevor sie anfing zu frösteln. Auf zittrigen
Beinen machte sie sich auf den Weg zu den Hunden – im Moment wollte sie niemanden um
sich haben und bis zur Abendschicht für das Tierheim waren es zum Glück noch ein paar
Stunden.
Währenddessen nutze Estelle die Zeit in der Jake mit den anderen im Wald war um seine
Weihnachtsgeschenke einzupacken. „Ist das nicht lustig, ein R2D2 Wecker, er steht total auf
Startreck er freut sich bestimmt darüber!“, sagte Estelle und Jessi lachte: „R2D2 ist aus
Starwars Estelle!“ „Ja meine ich doch… und schau, dass hier ist die Collage die ich gebastelt
habe, mit lauter Bildern von uns. Das ist unser Hochzeitsfoto!“, sagte sie lachend. „Ihr habt
eure Hochzeitsfoto in ner Fotokabine gemacht? Ist ja witzig… das ist zumindest
außergewöhnlich. Das ist ein tolles Geschenk, er freut sich bestimmt total!“ „Ja das hoffe ich
– ich kann ihm nicht so viel kaufen. Er schenkt mir bestimmt wieder etwas sauteures!“,
antwortete Estelle etwas bekümmert. „Ach das ist doch nicht schlimm. Die Bilder sind so süß,
glaub mir, er wird es toll finden!“ „Na das hoffe ich – für Aereen habe ich auch etwas gekauft,
vielleicht taucht sie ja noch auf vor Weihnachten. Schau ein Parfum!“, sagte Estelle und hielt
Jessi den Flacon der wie ein Totenkopf geformt war vor die Nase. „Ist ja cool, ach ich würde
auch gerne jemanden beschenken!“, seufzte Jessi. „Du kannst doch mir etwas schenken!“,
sagte Estelle grinsend. „Ja ja das hättest du gerne was. Nein, ich hätte wirklich gerne wieder
eine Beziehung. Das mit Nika ist inzwischen schon so lange her. Um ehrlich zu sein hatte ich
ja gehofft, dass sich zwischen mir und Lily etwas entwickelt, aber da hab ich mir wohl etwas
eingebildet… und beim weggehen sprechen mich immer nur irgendwelche Typen an!“ „Dann
müssen wir eben mal in eine besondere Location – gibt’s hier in der Stadt nicht irgendne
Lesben-Bar? Oh das klang jetzt irgendwie abwertend, war aber nicht so gemeint!“, sagte
Estelle. „Bestimmt gibt es eine, aber dort sind dann nur solche unterwegs die auch aussehen
wie Männer!“, lachte Jessi. „Aber du hast Recht, vielleicht sollten wir es versuchen. Würdest
du mich etwa begleiten?“ „Na klar – ich wollte schon immer mal Mädels aufreißen gehen!“,
lachte Estelle. „Du bist eine blöde Kuh – komm lass uns weiter Geschenke einpacken, sonst
kommt Jake noch zurück und sieht schon alles!“
Während die anderen in den nächsten Tagen nur noch mit Weihnachtsvorbereitungen
beschäftigt waren, wurde Rya von Tag zu Tag unsicherer. Sie bildete sich sogar schon ein,
dass sie zugenommen hatte. An Heilig Abend stand sie skeptisch vor ihrem Spiegel und
versuchte eine Pose zu finden, in der sie sich gefiel. „Du siehst gut aus – sehr gut sogar!“,
sagte Radan und Rya lächelte ihn unsicher an. „Ich weiß nicht, meinst du nicht das Kleid
macht mich irgendwie dick?“ „Jetzt hör aber auf Rya – du siehst hammermäßig aus! Sonst
sorgst du dich doch auch nicht so um dein Aussehen.. was ist denn los?“ „Ach nichts, ich will
dir nur gefallen!“, antwortete sie nur und Radan lachte. „Du gefällst mir immer, dafür
brauchst du dich nicht so aufstylen! Ich hab dich am liebsten ganz natürlich!“ „Das war die
richtige Antwort!“, sagte Rya und fuhr sich mit der Hand nochmal über den Bauch. „Los lass
uns runter gehen – ich freue mich schon total auf das Essen – Alex hat extra etwas
Vegetarisches für uns gekocht!“ Als das Pärchen nach unten kam, waren schon fast alle
Plätze besetzt. „Kommt, setzt euch hier her!“, sagte Alex und deutete auf die beiden freien
Stühle neben sich, „das Essen dauert noch ein bisschen, aber der Glühwein ist schon fertig!“
„Oh Danke für mich bitte nicht!“, lehnte Rya ab. „Achso kein Problem, wir haben auch
Kinderpunsch!“ „Ach super, dann nehme ich auch die alkoholfreie Variante!“, sagte Radan
und legte seinen Arm um Rya. Nachdem Rya und Radan auch versorgt waren und alle
angestoßen hatten, unterbrach Alex die Gespräche indem sie mit ihrem Messer gegen ihre
Tasse klopfte. „Hey Leute, könnt ihr mir kurz zuhören? Ich habe eine Bitte an euch, oder
zumindest an den musikalisch begabten Teil von euch!“, sagte sie lächelnd. „Die Kinder im
Waisenhaus würden sich super freuen, wenn ein paar von euch kommen würden und für sie
ein bisschen spielt und singt – sie bekommen keine großen Geschenke, deshalb würde ich
mich freuen wenn wir ihnen so eine Freude machen könnten!“ „Na klar, das machen wir doch
gerne!“, antwortete Leo sofort und auch alle anderen waren sofort dabei. „Siehst du ich hab
doch gesagt, sie machen mit!“, flüsterte Justin seiner Freundin zu, die scheinbar ziemlich
unsicher war, ob die anderen mitmachen würden. „Super das ist wirklich klasse von euch –
naja ich werde jetzt mal nach dem Essen sehen – nicht dass noch etwas anbrennt!“ „Ich
begleite dich, nicht dass die ganze Arbeit wieder an dir hängen bleibt!“, sagte Zoe. „Ach
Quatsch bleib sitzen, ihr seid heute unsere Gäste, da müsst ihr mir doch nicht helfen!“ „Keine
Wiederrede, außerdem muss ich dir eh noch etwas erzählen, also los jetzt!“, widersprach Zoe
und begleitete Alex. „Achja, was gibt es denn?“ „Naja, also, du darfst es aber wirklich noch
keinem erzählen, ok?“ „Oh mein Gott heiratet ihr? Oder bist du schwanger?“, fragte Alex
aufgeregt. „Meine Güte nein – eigentlich wollte ich dir nur erzählen, dass Joker und ich uns
überlegt haben vielleicht wieder zu euch zurückzukehren!“, erzählte Zoe lachend. „Ihr wollt
wieder einziehen? Das wäre ja wirklich toll. Gefällt es euch etwa nicht mehr auf dem Land?“
„Doch schon, es war auch ganz gut, dass wir die erste Zeit etwas Ruhe hatten mit Luca, aber
er wird älter und da es hier im Tribe inzwischen soviele Babys gibt, glauben wir einfach dass
es besser ist, wenn er hier aufwächst. Auch wenn es hier manchmal stressig ist!“ „Ja das hört
sich vernünftig an – und was ist mit Simon?“ „Also was sich so von den anderen gehört habe,
ist er nicht nur zu mir und Joker so… wir werden ihn einfach ignorieren!“ „Ja das tun die
meisten hier inzwischen. Und was sagt Joker zu dem Umzug?“ „Naja, er hat zwar gesagt,
dass es ihm auf dem Land gut gefallen hat aber er braucht einfach Action. Neulich nach der
Party war er wie ausgewechselt – er war total gut drauf und hat sich gefreut die ganzen
Jungs mal wieder zu sehen, vor allem Chris und Phönix. Die anderen bei denen wir derzeit
sind, sind eher aus meinem Freundeskreis, er hat nicht so nen Draht zu den Jungs die da
wohnen!“ „Also ich würde mich sehr freuen, wenn ihr zurückkommt!“, sagte Alex aufrichtig
und Zoe umarmte ihre Freundin. „Ich mich auch – aber bitte sag den anderen noch nichts –
so und jetzt lass uns kochen – ich hab schon sooo Hunger und es riecht wahnsinnig lecker!“
Nachdem Zoe und Alex alles serviert hatten, kehrte schnell Ruhe am Tisch ein, denn wie
jedes Jahr hatte Alex einfach köstlich gekocht. „Zum Glück haben wir den Kochplan
eingeführt, stellt euch vor Alex würde jeden Tag kochen, dann wären wir bald kugelrund!“,
lachte Jessi. „Soll das etwa eine Spitze gegen meine Spaghetti a la Lynn sein?“, fragte Chris
grinsend. „Oh nein, die waren doch super … ein bisschen schwarz, aber die Röstaromen
waren exquisit!“ „Er ist eben ein guter Vater und wenn das Töchterchen schreit, dann ist
alles andere egal – auch die Spaghetti, die schon ne halbe Stunde im Ofen waren!“, lachte
Bonny. „Ich hab von Anfang an gesagt ich kann nicht kochen, also sagt nicht ihr wärt nicht
gewarnt gewesen!“ „Also das hier schmeckt auf jeden Fall ausgezeichnet!“, sagte Joker und
Alex lächelte schüchtern. „So ich würde sagen dann können wir endlich Geschenke
auspacken!“, sagte Mary wenig später, als der Abwasch erledigt war. „Und so wi es aussieht
wird die Bescherung heute wieder ewig dauern!“, fügte sie dann lachend hinzu, als sie einen
Blick auf den Weihnachtsbaum geworfen hatte unter dem sich allerlei Geschenke
angesammelt hatten. Um das Ganze nicht ewig in die Länge zu ziehen begannen die
Starlights einfach sich querbeet zu beschenken. „Mh, also ein Ring ist das ja schonmal
nicht!“, sagte Estelle kichernd, als ihr Jake ihr Päckchen gab. „Hattest Du gedacht ich
schenke dir einen Ring?“, fragte Jake ein wenig enttäuscht. „Ach Quatsch nein, aber hätte ja
sein können. Mir gefällt unser Kaugummi-Automaten Ring ganz gut!“, kicherte sie und öffnete
dann hastig das Geschenk. „Oh mein Gott – bist du bescheuert?“, kreischte sie und sah den
Schuhkarton auf ihrem Schoß an als wäre es eine Bombe. „Du kannst doch nicht…ich…ach
Mann!“, jammerte sie und stellte den Karton vorsichtig auf den Tisch bevor sie hektisch
davonrannte. „Was ist denn jetzt passiert?“, fragte Jessi verwundert, doch Jake zuckte nur
mit den Schultern. „Keine Ahnung, aber ich werde ihr mal hinterhergehen um das
rauszufinden!“, sagte er relativ gelassen – inzwischen war er Estelles merkwürdige
Reaktionen bereits gewohnt. „Also wenn sie sie nicht haben will, dann nehm ich die Schuhe,
bevor sie im Müll landen!“, sagte Jessi lachend, nachdem sie einen Blick ins Kartoninnere
gewagt hatte. Nachdem Jake eine Weile gesucht hatte, fand er Estelle in der Küche, wo diese
gerade schluchzend die Reste der Nachspeise zerstörte. „Hier bist du ja – was ist denn los?
Ich dachte eigentlich du freust dich über mein Geschenk!“, sagte Jake und setzte sich neben
seine Frau. „Die billigsten Schuhe von Yves Saint Laurent kosten 495 Euro… weißt du was
mein Geschenk für dich gekostet hat? 20 Euro … du kannst mir doch nicht so teure Sachen
schenken…!“, sagte sie schluchzend. „Deswegen weinst du? Es geht doch gar nicht darum,
was ein Geschenk kostet, sondern was es dem anderen Wert ist. Würdest du auf Deichmann-
Schuhe stehen hätte ich dir die gekauft. Estelle wirklich, ich bin froh wenn mir überhaupt
jemand etwas schenkt!“, sagte Jake lachend. „Außerdem ist es nicht nur ein
Weihnachtsgeschenk sondern auch etwas für unsere Hochzeit! Also jetzt hör auf zu weinen
und schau dir endlich die Schuhe an!“ „Ok!“, antwortete Estelle weinerlich und trottete hinter
Jake her. Nachdem sie die Schuhe endlich begutachtet hatte, waren ihre Sorgen um den Preis
schnell vergessen. „Schreibt auf eure Checkliste für die Hochzeit schonmal einen Hocker auf
den du dich stellen kannst, sonst wird das nichts mit dem Kuss!“, sagte Sam lachend, als
Estelle mit ihren Schuhen neben Jake stand und ihn um einen halben Kopf überragte. „Ich
setze einfach einen Hut auf, dann sieht es nicht mehr ganz so schlimm aus!“ Bald waren alle
Geschenke ausgepackt und im Gegensatz zu Estelle freuten sich die anderen über ihre
Geschenke. „Wow ein Wellness Tag – das ist ja lieb!“, bedankte sich Mary bei Lily. „Ja, damit
du mal ein wenig entspannen kannst – auf Sunny muss solange eben Phönix aufpassen!“,
sagte Lily grinsend. „Na dann mach mal dein Geschenk auf!“, sagte Mary und musste schon
kichern und als Lily den Umschlag geöffnet hatte, wusste Lily auch warum. „Oh ein
Gutschein für einen Wellnesstag!“, sagte Lily und musste herzhaft lachen. „Und auch noch im
gleichen Hotel, ist ja witzig. Am besten machen wir gleich ein Wochenende daraus!“, schlug
Lily vor und Mary stimmte ihr zu. „Danach sind wir wahrscheinlich so entspannt, dass wir da
gar nicht mehr wegwollen. Obwohl – wahrscheinlich vermisse ich Sunny schon nach einem
Tag!“, sagte sie dann und sah sich nach Sunny um, die mit ihrem Vater gerade ihre neue
Barbie frisierte. „Na hoffentlich behält die ihre Haare länger als die letzte!“, scherzte Mary als
sie sich neben die beiden gesetzt hat. „Ich schneide sie nicht ab, versprochen!“, sagte Sunny
mit verschmitztem Grinsen. „Ja ja, da reden wir in ein paar Wochen nochmal drüber…hast du
deinem Papa eigentlich schon sein Geschenk gegeben?“, fragte Mary und Sunny die über ihre
neue Barbie scheinbar alles vergessen hatte. „Upsi, hab ich vergessen!“, sagte sie und eilte
zum Weihnachtsbaum, wo inzwischen nur noch ein paar vereinzelte Geschenke lagen. „Aber
du musst vorsichtig aufpacken!“, sagte Sunny, nachdem sie ihr Geschenk übergeben hatte.
Unter dem bunten Disney-Papier kam ein Kalender zum Vorschein den Sunny mit ihrer Mama
gebastelt hatte. „Wow, das hast du alles selber gemacht?“, fragte Phönix und seine Tochter
nickte stolz. „Das ist ja lieb, danke!“, sagte Phönix und gab Sunny einen Kuss auf die Wange.
Diese lächelte nur kurz und stürmte dann schon weiter: „Ich muss Alex meine neue Barbie
zeigen!“ „Sie und ihre Barbies. Wir sollten eine Wette abschließen, wie lange sie ihre Haare
tatsächlich behält!“, sagte Phönix während er die einzelnen Kalenderblätter betrachtete. „So
richtig freuen kannst du dich nicht oder?“, fragte Mary. „Nein, nicht wirklich. Ich habe die
letzten 8 Weihnachten mit Aereen verbracht. Wir waren zwar nicht immer zusammen und
manchmal, naja meistens waren wir vielleicht gerade zerstritten, aber sie war zumindest
immer da. Auch wenn sie sich die ganze Zeit eigentlich nur über Weihnachten beschwert
hat!“ „Irgendwie ungewohnt, mh?“ „Ich wollte jetzt eigentlich sagen beschissen, aber
ungewohnt ist auch in Ordnung!“, sagte Phönix etwas geknickt. „Naja, vielleicht taucht sie ja
bald wieder auf. Ja ich weiß, Lilys Schwester und Michael sind auch noch verschwunden, aber
wenn wir nicht nach ihr Suchen, dann finden wir sie auf keinen Fall. Und wenn es nach
Estelles Dickkopf geht, dann werden wir eh fast täglich nach ihr Suchen!“, sagte Mary
lachend. „Ja da hast du recht, sie ist wirklich ein Dickkopf – naja… wollen wir uns zu Joker
und Zoe setzen? Wenn sie schonmal da sind, sollten wir das auch ausnutzen!“ „Gute Idee –
ich hol mir nur noch schnell eine Tasse Glühwein, dann komme ich nach!“ In der Küche
angekommen, traf Mary auf Leo und Leylie, die sich ebenfalls gerade Nachschub holten. „Hey
Mary, Glühwein oder Punsch?“, fragte Leo und nahm Marys Tasse. „Glühwein – danke!“,
sagte sie und Leo gab ihr kurz darauf ihre volle Tasse zurück. „Das wegen neulich tut mir
übrigens Leid. Ich hätte Sunny nicht so anschnauzen dürfen. Mir sind irgendwie die Nerven
durchgegangen. Phönix und ich haben uns an dem Tag ziemlich in die Haare gekriegt und ich
war sauer!“ „Schon gut… so richtig bekommt ihr beiden das nicht auf die Reihe oder?“ „Nein,
nicht so wirklich… je mehr wir reden, desto schlimmer verkrachen wir uns!“, sagte Leo
seufzend. „Naja, ist schon schwierig wenn man sich nicht aus dem Weg gehen kann… dass ihr
beide Anführer seid, machts bestimmt nicht einfacher! Vielleicht braucht ihr einfach einen
Vermittler – ich könnte mich als Therapeutin anbieten!“, sagte Mary lachend. „Ja vielleicht
brauchen wir das wirklich… na egal – Weihnachten ist nicht der richtige Zeitpunkt um das zu
klären. Wenigstens die drei Tage möchte ich friedlich verbringen!“, sagte Leo lächelnd und die
drei machten sich auf den Weg zurück zu den anderen. „Na, hast du die beiden Monster
ruhiggestellt?“, fragte Leo als sie sich neben Bonny setzte. „Jap, endlich… aber es ist nur eine
Frage der Zeit bis es mit der Ruhe vorbei ist!“ „Das glaube ich – ziemlich ruhig die
Weihnachtsfeier dieses Jahr… im Gegensatz zu letztem Jahr!“, sagte Leo grinsend. „Na zum
Glück – nach unserem großen Auftritt letztes Jahr ist es ganz in Ordnung wenn es dieses Jahr
ein weniger ruhiger zugeht!“, grinste Bonny und Leo gab ihr Recht: „Oh ja – meine erste
Sicherheitsvorkehrung: Kein Glühwein!“ „Du kannst schon etwas trinken Leo, ich glaube dir
schon, dass du kein Alkoholproblem hast!“, sagte Bonny. „Ach Quatsch… doch nicht
deswegen. Ich mache das aus Solidarität zu dir. Wenn du die zwei kleinen Monster nicht
mehr stillen musst, dann gehen wir wieder so richtig auf die Piste!“, kicherte Leo und Bonny
sah sie zweifelnd an. „Na klar – und nach nem Glas Sekt bin ich dann betrunken.. ich glaube
das ganze lassen wir dann erstmal langsam angehen!“
Nach und nach lichteten sich die Plätze und immer weniger saßen am großen Tisch in der
Aula. „Hey sagt mal, wem gehört denn eigentlich das Geschenk, dass noch unterm
Weihnachtsbaum liegt?“, fragte Jake, als er die Beleuchtung ausmachte. „Ist das dein
Geschenk für Aereen?“, fragte er seine Frau, doch Estelle schüttelte nur den Kopf. „Nein, das
habe ich oben in meinem Zimmer. Ich schau mal nach!“, antwortete sie und krallte sich das
Päckchen. „Es steht drauf für alle, also kann ichs aufmachen!“, sagte sie und rupfte ziemlich
ungehalten die Schleife herunter. Doch in dem Karton war nichts außer einem Zettel: „Mein
Geschenk an euch – ich verschwinde hier! Merry Christmas Simon!“ las Estelle vor und sofort
herrschte Ruhe am Tisch. „Hä? Was soll das denn?“, fragte Estelle und hielt Zoe den Zettel
unter die Nase. „Ist das Simons Schrift?“ „Ja, ich denke schon… ist irgendetwas passiert?“,
fragte sie dann. „Naja… also neulich hab ich mal was gesagt, das war nicht so nett, aber er
hat mich einfach genervt, ok… es ging ja jedem so – er hat sich ja überall unbeliebt
gemacht…!“, rechtfertigte Chris sich. „Er war wirklich gemein… Christ hat Lynn und Logan nur
verteidigt!“, fügte Bonny hinzu. „Wartet erstmal ab, vielleicht ist es wieder nur so ne Show
von ihm…!“, sagte Zoe. „Ein Wunder dass niemandem aufgefallen ist, dass er weg ist so
friedlich wie es heute hier war!“, sagte Justin. „Ich werd mal in sein Zimmer rauf sehen,
wenn er wirklich weg ist, dann wird er ja seine Sachen mitgenommen haben!“, sagte Phönix.
Und tatsächlich war Simons Zimmer bis auf ein paar Dinge leer geräumt. „Ich glaube der
meint es wirklich ernst!“, sagte Phönix und Justin der ihn begleitet hatte, durchsuchte noch
einmal die Schränke, doch auch hier war alles leer. „Scheiße Mann…so ein Mist!“, fluchte
Phönix. „Was ist denn los?“, fragte Justin verwirrt. „Na es kann ja wohl nicht sein, dass
niemanden auffällt, wenn jemand hier seine komplette Bude leerräumt und dann einfach
geht. Ich meine er hat es uns nicht mal persönlich gesagt, wie bescheuert ist das denn?
Wieso sind wir denn ein Tribe wenn es eh keine Gemeinschaft gibt!“ „Naja, also Simon hat ja
alles dafür getan, damit sich niemand mehr für ihn interessiert… also er war ja nicht ganz
unschuldig daran!“ „Ja aber er hat sich ja auch nicht ohne Grund so geändert… egal…
irgendwie hast du auch Recht. Naja, ich schau nochmal nach Sunny und geh dann gleich ins
Bett – sagst du bitte den anderen Bescheid wegen Simon?“ „Ja klar kann ich machen!“,
antwortete Justin und ging nach unten um den anderen mitzuteilen, dass Simon es scheinbar
doch ernst meinte. „Ganz schön krass… er hat sich so verändert!“, sagte Zoe und klang dabei
fast ein wenig schuldbewusst, doch Joker nahm sie in den Arm. „Mach dir nicht so viele
Gedanken Zoe, das war seine Entscheidung. Und mit dir hat das sicher nichts zu tun. Wir sind
damals freiwillig gegangen, damit er es leichter hat, mehr hätten wir wirklich nicht machen
können!“ „Ja da hast du Recht…!“ „Na also, wo hast Du denn Phönix gelassen? Jetzt sind wir
schonmal hier und er geht um halbelf ins Bett oder was?“, fragte Joker und Zoe lachte.
„Schatz es ist bereits halbzwei! Vielleicht solltest du mit dem Glühwein ein bisschen langsam
tun. Sag mal Alex habt ihr vielleicht ein Zimmer für uns frei? In weiser Voraussicht hab ich
schonmal ein große Übernachtungstasche für uns drei gepackt!“, sagte Zoe grinsend. „Na
klar, euer altes Zimmer ist immer noch unbesetzt! Dort könnt ihr gerne schlafen!“ „Super, ich
geh jetzt erstmal rauf und hol Phönix. Er hat mir nämlich vorhin von eurem super
Himbeerlikör erzählt und den müssen wir heute unbedingt noch probieren!“, sagte Joker
bestimmt und wankte nach oben. „Jetzt weiß ich auch was du meinst Zoe – vielleicht solltet
ihr wirklich wieder zu uns zurückkommen – das Problem mit Simon wäre ja jetzt auch
gelöst!“, sagte Alex leise zu Zoe und diese grinste nur vielversprechend.
Während die anderen sich noch in der Aula versammelt hatten, hatten sich Lily und Mary in
Lilys Zimmer verzogen. „Dieser Film ist so toll!“, schwärmte Mary als der Abspann von
Nightmare before Christmas zu Ende war. „Ich freue mich darauf wenn Sunny alt genug dafür
ist und ich ihn mit ihr anschauen kann!“ „Na ich hoffe den Film mit mir anzusehen, war nicht
ganz so schlimm!“, sagte Lily lachend und Mary entschuldigte sich sofort. „Oh so war das gar
nicht gemeint… sorry, ich hatte das ein wenig blöd formuliert!“ „Schon in Ordnung…mir hat
der Abend jedenfalls super gefallen. Aber jetzt ist es wirklich schon spät und ich muss so
langsam ins Bett!“, sagte Lily und Mary begleitete sie zur Tür. „Wir können das auch gerne
wiederholen!“, sagte Mary und Lily lächelte breit. „Sehr gerne, also gute Nacht. Und Schlaf
gut!, antwortete Lily und gab Mary einen flüchtigen Kuss auf den Mund. „Dir auch gute
Nacht!“, sagte Mary hektisch und wollte die Tür schließen, denn diese Situation überforderte
sie gerade immens. Doch Lily hatte schnell verstanden, dass sie Mary mit ihrem Kuss wohl
ein wenig überrascht hatte: „Oh sorry Mary – ich wollte dich nicht küssen… also eigentlich
schon, weil sonst hätte ich es ja nicht gemacht. Naja, ich mach das ja auch schon länger
diese Lesben-Sache…für dich ist das ja komplett neu. Es tut mir Leid!“ „Gute Nacht!“,
wiederholte sich Mary noch einmal und schlug Lily die Tür vor der Nase zu.
„…5…4…3…2…1…0…frohes neues Jahr!“, riefen die Starlights und fielen sich gegenseitig in die
Arme. Nachdem Simon verschwunden war, hatten sie beschlossen wieder mehr gemeinsam
zu unternehmen und so verbrachten sie Silvester alle zusammen im Internat. „Soll ich dir nur
die Hand schütteln oder ist es in Ordnung wenn ich dich umarme um dir ein tolles neues Jahr
zu wünschen?“, fragte Lily Mary. Die beiden hatten seit dem „Vorfall“ an Weihnachten kein
Wort mehr gewechselt. „Na ok, irgendwann müssen wir wohl darüber reden. Also pass auf,
du machst diese Lesben-Sache vielleicht schon länger, aber ich bin auch schon ein Weilchen
mit dieser Mama-Sache vertraut. Und ich glaube Sunny wird es erstmal wundern, wenn ich
mit einer Frau zusammen bin, aber ich werde es ihr erklären und sie wird es hoffentlich
verstehen. Aber so lange ist rumknutschen einfach noch nicht drin, ok? Und das an
Weihnachten war nicht böse gemeint, ich war einfach nur überfordert, aber ich bin froh dass
du den ersten Schritt gemacht hast, denn ich hätte das wahrscheinlich nie gemacht!“,
erklärte Mary und Lily sah sie lächelnd an. „Oh Gott sei Dank – ich dachte schon ich hätte mir
nur eingebildet dass da zwischen uns etwas ist!“, antwortete Lily erleichtert. „Nein, hast Du
nicht – und umarmen darfst du mich – und wenn du willst darfst du mich sogar küssen, denn
Sunny schlummert schon tief und fest!“, sagte Mary und Lily ließ sich das natürlich nicht
zweimal sagen. Natürlich weckten die beiden damit natürlich sofort das Interesse aller
anderen Tribe-Mitglieder. „Seit wann macht Mary mit Frauen rum?“, fragte Justin und seine
Freundin sah sich erst ein wenig verwirrt um, bevor sie Lily und Mary entdeckte. „Seit gerade
eben vielleicht?“, sagte Alex die ebenso überrascht war wie ihr Freund. „Aber zumindest fängt
das Jahr für die beiden ja ganz gut an!“, fügte sie dann grinsend hinzu und machte sich
anschließend auf den Weg zu Mary um ihr ein frohes neues Jahr – mit ihrer neuen Liebe – zu
wünschen.
„Da bist Du ja endlich – ein gesundes neues Jahr!“, wünschte Jake seinem Bruder und
umarmte ihn sogar. „Was ist denn in dich gefahren – du hast mir zuletzt ein gesundes neues
Jahr gewünscht, da war ich 12!“, antwortete Phönix verwundert. „Das ist so typisch für dich.
Anstatt es mir mal anzurechnen, dass ich auf dich zugehe, fragst du dich gleich was
dahintersteckt!“, sagte Jake und verdrehte die Augen. „Ist ja gut sorry – und danke – und dir
natürlich auch ein schönes neues Jahr!“ „Danke, es war aber wirklich nicht meine Idee auf
dich zuzugehen sondern die von Estelle, aber trotzdem hab ich das gerade ernst gemeint!
Denn um ehrlich zu sein kann das nächste Jahr für dich ja nur besser werden, so beschissen
wie das letzte war!“ „Sehr tröstende Worte, das baut mich jetzt wirklich auf. Wieso will Estelle
dass wir uns vertragen?“ „Weil sie eben Estelle ist – außerdem nervt sie mich mit ihrem
Gefrage warum wir so zerstritten sind und bevor ich ihr unsere ganze verkorkste
Familienhistorie erzähle, tu ich ihr lieber ihren Gefallen und vertrage mich mit dir!“ „Ja das
ist auch besser so… Haben wir jetzt genug miteinander geredet, so dass sie es uns abkauft?“,
fragte Phönix und versuchte möglichst unauffällig zu sichten ob Estelle sie noch beobachtete.
„Vielleicht sollten wir noch etwas zusammen trinken – das wirkt vielleicht authentischer!“,
schlug Jake vor und so gesellten sich die beiden zu Chris und Justin an die Bar.
Während die anderen feierten hatten Rya und Radan die Zeit genutzt um ein wenig am See
spazieren zu gehen. „Also hier gefällt es mir viel besser – die Ruhe tut richtig gut!“, sagte
Radan und Rya lächelte ihn an. „Ja da hast du Recht!“, antwortete sie knapp und Radan blieb
stehen. „Rya ist wirklich alles in Ordnung? In letzter Zeit bist du ziemlich ruhig und
nachdenklich... liegt es vielleicht an mir?“, fragte Radan. „Oh nein – es liegt nicht an dir - gar
nicht. Ich weiß auch nicht warum ich so ruhig bin, mir ist das selber gar nicht aufgefallen!“,
log sie und war froh dass es dunkel war – sie war eine miserable Lügnerin und war knallrot
angelaufen. „Doch wirklich… ich mache mir so langsam schon ernsthaft Sorgen um mich. Du
kannst mir wirklich alles erzählen Rya!“, versicherte ihr Radan nochmal und Rya überlegte
tatsächlich ob sie ihm erzählen sollte dass sie vielleicht schwanger war. Doch als sie beginnen
wollte zu reden, schlug ihr Herz so stark, dass sie sich nicht überwinden konnte: „Es ist
wirklich alles ok – ich bin einfach ein Sommermensch – wahrscheinlich ist es der Winter der
mich so mitnimmt!“, sagte sie nur und küsste Radan dann. „Und jetzt wünsche ich dir – nein
ich wünsche uns ein tolles neues Jahr und hoffe dass alles so bleibt wie es ist!“