"Hey Saira, na alles fit, wann wollen wir denn los?“, fragte Estelle Saira, die gerade in die Küche kam.
„Ähm… ich treffe mich dann eigentlich mit Lily. Sie will mir beibringen wie man Schlagzeug spielt!“,
antwortete Saira. unsicher „Schlagzeug spielen? Ich dachte wir wollten nach Aereen suchen?“ „Nein,
für heute haben wir doch nichts ausgemacht, aber ich kann dir morgen ja wieder helfen!“, bot Saira
freundlich an, doch Estelle warf ihr einen tödlichen Blick zu: „Nein schon gut – vielleicht bringt dein
Getrommel Aereen ja wieder zurück!“ „Das ist doch kein Problem Estelle, dann helfe ich dir beim
Suchen!“, bot ihr Mann ihr an und Saira nickte dankbar. „Ja das ist lieb Schatz – es ist schön dass du
mir hilfst, obwohl du mit Aereen nichts zu tun hattest. Wenn ihre Freunde schon keine Zeit haben sie
zu suchen, dann müssen das eben andere für sie erledigen!“, antwortete sie biestig und Hannah die
sich die ganze Zeit zurückgenommen hatte, platzte der Kragen: „Jetzt hör doch mal auf so auf sie
loszugehen – sie ist doch fast jeden Tag mit am Suchen. Lass ihr doch mal ein wenig Erholung.
Vielleicht braucht Saira nur ein wenig Ablenkung… sie verarbeitet das vielleicht anders als du!“ „Dich
hat ja wohl niemand gefragt!“, entgegnete Estelle und stand energisch auf. „Ich hab keinen Hunger
mehr – ich mach mich fertig. Um zehn laufen wir los!“, sagte sie zu Jake und war schon
verschwunden. „Sie meint das nicht so – das ganze nimmt sie nur ziemlich mit… wie du schon sagst
Hannah, jeder verarbeitet so etwas anders!“, verteidigte er seine Frau. „Ist ja gut – ich kanns nur
nicht leiden, wenn jemand streitet… !“ „Ich auch nicht!“, sagte Saira leise, die ziemlich froh war, dass
Hannah ihr geholfen hatte. „Naja, du hilfst ihr ja morgen wieder – und du nimmst
Schlagzeugunterricht bei Lily? Ist ja cool!“, grinste Hannah und Saira nickte nur stumm. „Na sie wird
dir das schon beibringen… aber sie kann ganz schön streng sein, dass kann ich dir jetzt schon
verraten!“, fügte Hannah noch hinzu und stand dann gut gelaunt auf. „So ich werde jetzt mal Noemi
wecken – sie und ich haben heute zusammen Tierheim-Dienst. Ich hoffe ich krieg sie wach!“, sagte
sie noch und verließ dann die Küche. „Der arme Hund den sie Gassi führen!“, sagte Saira leise und
Jake lachte: „Na na, warum denn so feindselig!“ „Nein, so war das gar nicht gemeint – Hunde mögen
es nur nicht wenn es so laut ist und die beiden sind alleine ja schon ziemlich laut!“, rechtfertigte sich
Saira hastig. „War doch nur ein Scherz Saira, naja ich geh mal nach oben… Estelle wartet sicher
schon. Viel Spaß beim Schlagzeugspielen!“
„Radan, wenn ich dir jetzt schon dreimal gesagt habe dass ich nicht aufstehen möchte, und dass ich
nichts essen möchte, dann wird sich das auch nicht ändern, wenn du ein viertes Mal fragst!“, raunte
Rya ihren Freund an, der sie verblüfft ansah. „Und wenn du mich schon dreimal angeschnauzt hast,
dann wird es dich sicher nicht wundern, wenn ich keinen Bock mehr auf dein Gezicke habe und jetzt
gehe!“, entgegnete er zornig und verließ Ryas Zimmer. Sie war in letzter Zeit unausstehlich geworden
– so kannte Radan sie gar nicht. Nachdenklich machte er sich auf den Weg nach unten, wo er auf
Joker traf, der gerade mit Luca zum Frühstück „ging“ – wobei Luca noch ziemlich wackelig auf den
Beinen war und Joker ihn noch mit beiden Händen festhielt. „Guten Morgen … ähm Joker sagt mal,
ihr Jungs trefft euch doch noch ab und zu mal und macht Männerabende oder?“, fragte er. „Ja klar –
wir haben dich nur die letzten Male nicht mehr gefragt, weil du ja meistens mit Rya unterwegs
warst… sorry!“, entgegnete Joker. „Ach kein Problem, wenn ihr mal wieder weggeht, sagt Bescheid –
ich hab schon lange nichts mehr unternommen!“ „Haste wohl Stress mit deiner Alten, wa?“, fragte
Joker lachend, der längst kapiert hatte wo lang der Hase lief. „Sie macht Stress – keine Ahnung… in
letzter Zeit ist sie ziemlich launisch. Dabei lief es eigentlich immer so gut zwischen uns!“ „Naja, mal
ehrlich ihr zwei sitzt ja nur aufeinander, da kann es schonmal krachen – das renkt sich schon wieder
ein. In ner Beziehung streitet man sich halt ab und zu mal. Das ist doch normal!“, beruhigte Joker ihn
und Luca brabbelte vor sich hin, als er seine Mama am Frühstückstisch entdeckte. „Na du kleiner…
habt ihr schön Laufe geübt!“, fragte diese grinsend und Luca zog sich als Beweis gleich mal an ihrem
Stuhl hoch. „Sag mal hast du heut Abend was vor?“, fragte Joker und küsste seine Freundin auf die
Wange. „Nein, eigentlich nicht wieso?“ „Ach… Radan braucht ein wenig Ablenkung. Wir werden wohl
nen spontanen Männerabend machen!“, sagte Joker grinsend und klopfte Radan aufmunternd auf
die Schulter.
Am Abend als Estelle und Jake wieder nach Hause kamen, lief ihnen Saira über den Weg, die
allerdings nur ein leises ‚Hallo‘ sagte und dann schnell weiterlief. „Saira warte mal – Estelle wolltest
Du nicht etwas sagen?“, fragte er seine Frau und Estelle verdrehte die Augen. „Ja ist ja schon gut –
das von heute Morgen tut mir Leid. Das war blöd von mir – ich war einfach schlecht drauf!“, sagte
Estelle aufrichtig und Saira lächelte sie an. „Ist schon ok – kann ja mal vorkommen!“ „Na eben… so
ich will nur noch nach oben unter die warme Dusche und in mein Bett!“, stöhnte sie dann
theatralisch. „Na dann lasst euch von mir mal nicht aufhalten!“, antwortete Saira. Oben
angekommen kamen den beiden Joker, Chris, Radan und Justin entgegen. „Hey Jake – haste Lust mit
ins Pub zu gehen?“, fragte Chris gut gelaunt – die Jungs hatten scheinbar schon ein wenig vorgeglüht.
„Nee, lass mal. Ich lauf heute keine 50 Meter mehr. Aber viel Spaß – und übertreibt es nicht!“,
antwortete er nur, obwohl er genau wusste, dass sie seinen Rat eh nicht beherzigen würden…Und
natürlich taten sie das nicht – der Pub lag relativ nah am Internat und die vier waren froh als sie es
bei der Kälte endlich erreicht hatten. „Hast du dir überhaupt eine Erlaubnis von Rya geholt dass du
mitdarfst?“, scherzte Chris. „Ich hab ihr trotziges Schulterzucken einfach mal als ein JA
interpretiert!“, antwortete Radan grinsend, „los die erste Runde geht auf mich – schließlich ist das
hier ja sowas wie mein Einstand in eurer Gemeinschaft!“ „Ja eben wurde ja mal Zeit. blöd dass wir
heute so wenig sind, aber egal – dass soll der Stimmung ja keinen Abbruch tun!“, antwortete Justin.
„Wieso ist Phönix eigentlich nicht mit?“ „Er will morgen wieder mit nach Aereen suchen…!“,
murmelte Joker während er die Karte studierte und dabei gar nicht bemerkte dass Radan einfach vier
Guiness bestellt hatte. „Mh… verständlich … sie war zwar ein Miststück, aber irgendwie vermiss ich
sie trotzdem!“, sagte Chris nachdenklich. „Ja irgendwie schon.. komisch oder? Hoffentlich ist ihr
nichts Ernstes zugestoßen!“ „Naja, das wünscht man niemandem, egal wie sich derjenige Verhalten
hat. Joker, leg die Karte weg, ich hab schon längst bestellt!“, sagte Radan lachend. „Oh, gar nicht
mitgekriegt… wobei es ja eine Schande wäre in einem Pub kein Guinness zu trinken! Also Jungs –
Prost! Auf Radans ersten Männerabend!“ …
„Jetzt wartet doch ab, der hat wirklich noch offen – da sind wir nach den Partys immer hin!“, lallte
Chris, der die anderen drei Jungs bereits durch die halbe Stadt gejagt hatte, um diesen einen
bestimmten Imbiss zu finden. „Ach komm, lass uns nach Hause gehen – wir kochen uns einfach
was!“, lachte Justin, doch als sie in die nächste Straße bogen, entdeckten sie endlich das Objekt der
Begierde. „Yeah – Jungs das sind die besten Hotdogs in der ganzen Stadt!“, schwärmte Chris mit
vollem Mund. „Ich dachte du isst kein Fleisch Radan?“, fragte Justin ein wenig verwirrt, der noch
ungeduldig auf seinen HotDog warten musste. „Doch, doch – nur nicht wenn Rya dabei ist!“,
antwortete Radan mit einem schelmischen Grinsen. „Ach Du scheiße – also soweit würde ich für ne
Frau echt nicht gehen – da kann sie noch so scharf sein!“, antwortete Chris kopfschüttelnd. „Naja, sie
steht halt auf Tiere – also halte ich mich vor ihr zurück. Justin bestell mir gleich noch einen – ich muss
das hier unbedingt ausnutzen!!“
Am nächsten Tag kam wie erwartet das böse Erwachen... Radan blinzelte müde und begriff jetzt erst
das der furchtbare Lärm ein Klopfen an der Tür war. "Ja?", rief er und reagierte ziemlich überrascht,
als er Rya erblickte. "Guten Morgen... bist du krank?", fragte sie besorgt. "Nein... ich war nur gestern
mit den Jungs unterwegs und es wurde ein bisschen spät. Sehe ich so furchtbar aus?“, fragte er und
fuhr sich mit der Hand durch seine Haare. "Naja, wie das blühende Leben siehst Du nicht gerade aus.
Aber deshalb bin ich gar nicht hier - ich wollte mich für gestern entschuldigen! Ich habe ein wenig
überreagiert. Das tut mir Leid!" "Ist schon wieder vergessen!", antwortete er und sah seine Freundin
fragend an. "Ist alles ok bei dir Rya? Das gestern war ja nicht das erste mal dass du so überreagiert
hast. Beschäftigt dich irgendetwas oder liegt es vielleicht an mir?", fragte er. "Nein, es liegt wirklich
nicht an dir - du bist perfekt. Jeder andere würde das nicht mitmachen...Ich weiß selbst nicht warum
ich so zickig bin!" "Naja, manchmal hat man halt nen schlechte Tag - so wie ich heute!", antwortete
Radan grinsend. "Willst Du noch ein bisschen schlafen?", fragte Rya und Radan nickte nur. "Na dann
gute Nacht - wir können ja heute Abend etwas untern nehmen - ich lade dich in unser
Lieblingsrestaurant ein, ok?", schlug Rya vor und Radan nickte begeistert. Als Rya sein Zimmer
verlassen hat, ließ er sich missmutig in sein Bett zurückfallen. "Ich kanns kaum erwarten!" Die
anderen Jungs waren im Gegensatz zu Radan schon wieder fitter und hatten sich am
Frühstückstische getroffen um den gestrigen Abend noch einmal Revue passieren zu lassen. "Also
beim nächsten Mal gehen wir vorher zum Hot-Dog-Stand und nicht danach... mir ist so schlecht
heute, ich glaub ich lege mich gleich wieder hin!", stöhnte Justin und Jake der gerade mit Estelle in
die Küche kam, musste lachen als er Joker, Chris und Justin sitzen sah. "Einen wunderschönen guten
Morgen wünsche ich euch!", sagte er grinsend und erntete nur genervte Blicke. "Wars lustig
gestern?", fragte Estelle während sie sich Kaffee einschenkte. "Oh ja und wie... aber auch sehr
alkohollastig, was wir heute mal wieder bereuen!" "Ja das sieht man euch auch an... es ist schon
viertel nach elf... wir haben doch gesagt wir treffen uns um elf, oder?", fragte Estelle Jake. "Ja
eigentlich schon, Saira kommt bestimmt gleich. Aber wir können ja erst mal in Ruhe frühstücken!"
"Sucht ihr etwa wieder nach Aereen?", fragte Chris: "Ja Saira und ich ... und danach will ich noch mit
ihr shoppen gehen, als Überraschung weil sie mir immer hilft. Sie ist ja ein ganz süßes Mädchen, aber
die Klamotten die sie trägt gehen ja mal gar nicht!", erzählte Estelle. "Ich dachte Phönix wollte auch
mit? Naja wahrscheinlich hat ihn das Shoppen ein wenig abgeschreckt!", fragte Joker verwundert. "Ja
er wollte mit, aber er hat noch ein paar Sachen zu erledigen. Außerdem hat er heute Abend
Kochdienst, zum Glück mit Hannah - sie kann wenigstens Kochen, behauptet sie zumindest!" "Wer ist
Hannah?", fragte Chris verwirrt. "Na Lilys Schwester, sag mal wie viel Gehirnzellen hast Du dir denn
gestern weggesoffen?", fragte Estelle mit gerunzelter Stirn. "Achso sorry... bei uns ist Hannah die
kleine Lily - da kann man schonmal durcheinander kommen - außerdem ist es noch früh am
Morgen!", rechtfertigte sich Chris und Estelle schüttelte nur den Kopf. "Ich will gar nicht wissen,
welche Spitznamen wir anderen Mädels bei euch haben. Ah ich glaube jetzt kommt jemand!", sagte
sie dann als sie Schritte hörte. "Guten Morgen!", begrüßte Saira die anderen als sie in die Küche kam
und Estelle drückte ihr sofort eine Tasse Tee in die Hand. "Los los, wir müssen weitermachen, keine
Zeit zu verlieren... ich hab heute nämlich noch eine Überraschung für dich!", sagte sie grinsend und
Saira nickte unsicher - sie wusste nicht so Recht ob sie sich darüber freuen oder eher Angst haben
sollte... Doch obwohl es Saira nicht erwartet hatte, hatte sie am Nachmittag doch großen Spaß mit
Estelle. "Ich glaube nicht dass ich das anziehen kann - irgendwie ist mir das zu rosa...!", sagte sie,
während sie sich skeptisch im Spiegel der Umkleidekabine betrachtete. "Jetzt komm doch erst mal
raus!", rief Estelle, die schon wieder komplett beladen mit neuen Klamotten vor der Kabine stand.
"Oh ja du hast Recht, rosa ist nicht so deine Farbe!", gab Estelle zu und drückte Saira ein blaues Kleid
in die Hand. "Blau passt bestimmt super zu deinen blonden Haaren!", sagte sie lächelnd. "Ja ich
denke das ist schon eher mein Fall!", antwortete Saira lächelnd und verschwand wieder in der
Umkleide. Doch Estelle gab sich noch lange nicht zufrieden und so standen sie erst 2 Stunden später
an der Kasse. "Ähm... warte mal Estelle ich glaube ich habe gar nicht so viel Geld dabei!", sagte Saira
leise. "Hallo, ich habe dich eingeladen!", erinnerte Estelle sie. "Nein, wirklich das will ich nicht... du
brauchst Dein Geld nicht für mich ausgeben!" "Liebes, das ist nicht mein Geld - Jake hat es mir
gegeben, damit wir uns einen schönen Nachmittag machen können. Also jetzt hör endlich auf mit
diesem schlechten Gewissen - ich mache das gerne. Also jetzt her damit!", antwortete Estelle und
Saira sah ein, dass ihre Widerworte keinen Zweck hatten. "Schau das hab ich für Aereen
mitgenommen!", sagte Estelle, als die Kassiererin ein schwarzes Top abkassierte. "Als Überraschung,
wenn sie wiederkommt!", fügte Estelle noch hinzu. "Du bist wirklich eine tolle Freundin!", sagte Saira
als sie das Geschäft verlassen hatten. "Ach das ist doch gerne geschehen - wirklich!", wieder holte sie
sich nochmal und Saira schüttelte den Kopf. "Nein, das meinte ich gar nicht - das für Aereen!" "Naja...
irgendwie mache ich das auch für mich selbst... ich tu einfach so als ob sie da wäre... irgendwie doof
oder?" "Nein, überhaupt nicht, das ist doch total lieb - ich hoffe wir finden sie oder sie kommt von
selbst bald zurück!" ""Ja ich auch - weißt du was ich noch mache? Ich führe Tagebuch für sie - ich
schreib jeden Tag auf was im Tribe so los war... oder wenn Jake mich genervt hat - und wenn sie
wiederkommt kann sie alles nachlesen und hat dann nichts verpasst!", erzählte Estelle. "Wow, na
dann hast du ja jeden Tag einiges zu tun- hier im Tribe gehts ja ab und zu drunter und drüber!" "Ja
manchmal tut mir abends die Hand schon weh - aber mein Gott, was tut man nicht alles. So lass uns
mal rüber gehen zu der Konditorei, die haben die besten Cupcakes in der ganzen Stadt!"
"Und was sagst du?", fragte Saira am Abend ihre Schwester, als sie ihr die neuen Kleider vorführte.
"Naja, ein paar sind ein bisschen kurz, aber es geht - das nächste Mal gehe ich wieder mit dir
shoppen!", antwortete Leylie und Saira verdrehte die Augen. "Du hattest mir doch versprochen nicht
mehr so auf Estelle rumzuhacken - sie ist echt in Ordnung Leylie!", sagte sie und Leylie zuckte nur mit
den Schultern. "Ja ist ja ok!" "Was hast Du denn eigentlich den ganzen Tag gemacht? Leo hat vorhin
gefragt ob ich weiß wo du bist?" "Ich? Ähm... ich war ein bisschen auf dem Schulgelände mit meinem
Skateboard –das ist so riesig wahrscheinlich hat sie mich einfach nicht gefunden! Jetzt wo der Schnee
weg ist, muss ich das schließlich ausnutzen. Ich werde mal nach ihr suchen, vielleicht braucht sie ja
was!", verabschiedete sie sich dann und machte sich auf den Weg in Leos Zimmer. "Hey Blondchen,
was ist denn los?", fragte sie frech und Leo bleckte ihr die Zunge. "Ich hab dich heute Mittag nur
gesucht, weil Bonny und ich heute Abend DVD schauen wollten, willst Du auch kommen? Kannst ja
Saira mitbringen!" "Oh ja klar - aber Saira hat wahrscheinlich keine Lust. Sie war den ganzen Tag mit
Estelle unterwegs - Shoppen, glaub sie hat die Schnauze voll!" Einige Zeit später saßen die drei
zusammen in Leos Zimmer und grübelten gerade über der Filmauswahl. "Vielleicht können wir mit
dem Film noch warten - ich muss euch was erzählen!", unterbrach Leylie Leo und Bonny. "Uhhh,
neue Gerüchte, immer her damit!", kicherte Leo. "Nein kein Gerücht... zumindest nicht wenn ihr es
für euch behaltet. Ich war heute in der Stadt unterwegs um nach Simon zu suchen!", sagte sie und
ihre beiden Freundinnen sahen sie erstaunt an. "Alleine? Warum denn das?" "Ja alleine, weil ich
nicht wollte dass jemand was davon mitkriegt... außerdem war ich mit dem Skateboard unterwegs da
hätte mich eine Begleitung nur aufgehalten!" "Naja, aber ein Skateboard beschützt dich auch nicht
wirklich vor Entführern!", sagte Bonny ernst und Leylie verdrehte die Augen. "Ja ist ja schon gut -
habt ihr jetzt genug geschimpft, wenn ja kann ich ja weitererzählen. Also jedenfalls hab ich ihn
gefunden - und es geht ihm wirklich nicht gut. Ich mach mir ziemliche Sorgen um ihn!" "Wow, hast
Du ein Glück... vielleicht solltest Du auch mal losziehen um nach Aereen zu suchen, oder warte kurz.
Lieber doch nicht, nicht dass du sie noch findest!", sagte Leo biestig. "Naja, also um ehrlich zu sein,
war ich schon öfters unterwegs um ihn zu suchen... ich wollte ihn überreden dass er zurückkommt,
aber er ist total bockig. Er lebt in so ner Bruchbude wie der letzte Penner!" "Warum hast Du
eigentlich nach ihm gesucht?" "Naja, außer mir hat es ja scheinbar keinen gekümmert, was aus ihm
wurde... und man sieht ja dass er scheinbar Probleme hat. Ich verstehe gar nicht, warum sich jeder
auf die Seite von Joker und Zoe geschlagen hat. Ist ja auch egal - auf jeden Fall werde ich ihm jetzt ab
und zu mal etwas zu essen bringen - wenn er schon nicht zurückkommt, dann versuche ich ihm halt
so zu helfen!", erzählte Leylie. "Gibs zu, du hast dich in ihn verknallt, das damals war gar kein
einmalige Sache, oder?" "Ach so ein Quatsch... es tut mir einfach nur Leid, wie ihn jeder behandelt!",
rechtfertigte sich Leylie und wurde dabei knallrot. "Hör auf sie zu verarschen Leo - ich finde das super
von Leylie dass sie ihm helfen will! Wenn du willst kann ich dich gerne mal zu ihm begleiten, ok?",
bot sie an. "Ich glaube das ist keine gute Idee - er meinte ihr könnt ihm alle gestohlen bleiben...
außerdem ist der Weg zu ihm wirklich ungefährlich, der geht mitten durch die Stadt. Aber ihr müsst
mir eins versprechen - bitte sagt niemandem etwas davon! Auch nicht Saira, sie würde sich nur
Sorgen machen und mich wahrscheinlich auch noch verpetzen!" "Na gut!", antwortete Leo zögerlich.
"Aber du sagst uns immer Bescheid wenn du zu ihm gehst und du beschreibst uns den Weg, damit
wir wissen so du unterwegs warst. Und du wirst uns sagen, wann du wieder zurück sein wirst!", fügte
Bonny streng hinzu. "Ja Mamis, alles klar!", antwortete Leylie lächelnd - sie wusste dass sie sich auf
ihre Freundinnen verlassen konnte. „Wir war denn eigentlich dein Essen mit Jamie? Ihr hattet euch
doch bestimmt viel zu erzählen?“, wechselte Leo das Thema. „Ähm, wollten wir nicht eigentlich DVD
schauen?“, versuchte Bonny abzulenken. „Ach lass uns doch quatschen, ist doch viel witziger!“, sagte
Leylie und sah Bonny erwartungsvoll an. „Naja, wir haben halt ein bisschen geredet – über früher und
so und wo er die ganze Zeit war!“, sagte Bonny nur. „Und wie war es früher und wo war er?“, hakte
Leo, die scheinbar sehr an Bonnys Bruder interessiert war nach. „Ach das ist kompliziert… meine
Eltern haben sich getrennt. Schon vor dem Virus. Blöderweise war ich daran nicht ganz unschuldig.
Deshalb haben wir uns schon vor dem Virus kaum mehr gesehen!“ „Wieso was hast Du denn
angestellt?“, fragte Leo überrascht – obwohl sie und Bonny jetzt schon so lange befreundet waren,
wusste sie kaum etwas über ihre Vergangenheit. „Ach das war so ne böde Sache. Mein Vater hatte
eine Affäre. Ich habe das mitbekommen und habe es meiner Mutter erzählt, daraufhin haben sie sich
getrennt… und meine Mutter war auch noch böse auf mich, weil sie es lieber nicht gewusst hätte!“,
erzählte Bonny traurig. „Das war aber ganz schön hart von ihr, du hast es doch nur gut gemeint… es
war doch bestimmt auch eine große Überwindung deinen Vater zu verraten!“, erwiderte Leo und
Bonny zuckte nur mit den Schultern. „Naja, auf jeden Fall haben sie sich dann getrennt und ich blieb
bei meiner Mum und mein Bruder ist zu unserem Dad gezogen… und dann kam der Virus!“ „Dann
bist du ja jetzt bestimmt umso glücklicher dass Jamie wieder da ist!“, sagte Leylie lächelnd. „Ich
könnte es mir nicht vorstellen von Saira getrennt zu sein…. wir sind zwar total verschieden aber ohne
einander geht es einfach nicht!“ „Ich bin Einzelkind, ich kann das leider nicht nachvollziehen… wo war
Jamie dann als der Virus ausgebrochen ist?“, fragte Leo. „Na da interessiert sich ja jemand kaum für
meinen Bruder!“, sagte Bonny sarkastisch. „Bonny, du bist seine Schwester du siehst ihn mit völlig
anderen Augen… dein Bruder ist absolut heiß!“ „Das weiß ich selbst, aber du bist meine beste
Freundin… und das würde nicht gutgehen!“ „Ach Bonny, ich will ihn doch nicht heiraten – lass mich
doch ein bisschen mit ihm flirten!“ „Ja ja, nur flirten – ist klar!“
Es vergingen ein paar Wochen. Der strenge Winter ließ so langsam nach und es waren nur noch
wenige Wochen bis Ostern. "Backst du ein Osterlamm?", fragte Hannah neugierig, als sie Alex in der
Küche stehen sah. "Ja mache ich!", antwortete Alex nur knapp. "Oh da hab ich ein total leckeres
Rezept dafür! Ich kann schnell raufgehen und es holen!", bot sie an, doch Alex hielt sie auf: "Der
Tribe war die letzten vier Jahre ganz zufrieden mit meinen Backkünsten, ich glaube ich schafffe das
auch ohne dein Rezept, ok?!" "Ähm, ja ok - warum bist du denn jetzt so sauer?", fragte Hannah
verwundert. "Weil es mir auf den Keks geht, dass du mich ständig verbessern willst - bis jetzt waren
alle im Tribe voll des Lobes wenn ich gekocht habe - ich brauche deine Tipps also nicht. Ich brauche
hier nicht mehr lange, dann kannst Du die Küche haben und dein Osterlamm backen wie du willst!"
"Aber so war das doch gar nicht gemeint, ich wollte doch nur helfen. Ich hatte eigentlich gehofft dass
wir uns gut versehen, weil wir doch beide gerne Kochen und Backen... ich wollte dich nicht angreifen,
wenn das so rübergekommen ist, dann tut es mir Leid!" "Ach komm, jetzt tu nicht so - du lachst dir
doch ins Fäustchen, wenn dir irgendwas besser gelingt als mir!" "Alex, das tue ich wirklich nicht",
wiederholte Hannah sich und sah Alex aufrichtig an. "Ach nein, na dann ists ja gut - ich brauche dein
Rezept trotzdem nicht!", antwortete Alex schnippisch und Hannah verließ verwirrt die Küche.
„Yeah ich hab eins!“, jubelte Estelle und legte eines der Ostereier in ihren Korb. Phönix und Joker
hatten für den Tribe eine kleine Osterparty organisiert und dazu gehörte natürlich auch das
traditionelle Ostereier suchen. „Komisch, dass Ved noch nichts gefunden hat. Er müsste doch Experte
sein, schließlich ist er ja schon jahrelang auf der Suche nach seinen Eiern!“, sagte Chris gehässig und
Joker sah ihn verwundert an. „Na da ist aber jemand auf Krawall gebürstet. Was ist denn los mit
dir?“, fragte er lachend. „Er geht mir so auf die Nerven – ständig schwänzelt er um Bonny und die
zwei kleinen herum. Neulich meinte er zu mir ich muss mir keine Sorgen machen, weil er und Bonny
ja nur Freunde wären! Wieso sollte ich mir darum Sorgen machen?“, fragte Chris verständnislos.
„Weil du eifersüchtig auf ihn bist, vielleicht?“, sagte Phönix. „So ein Blödsinn, warum sollte ich
eifersüchtig sein, auf den Lutscher? Das ich nicht lache – und vor allem warum? Ich will nichts von
Bonny – zwischen uns läufts doch super wie es ist!“ „Ist doch in Ordnung, warum regst du dich denn
dann so auf?“, fragte Joker lachend. „Ach ihr versteht das nicht!“, antwortete Chris genervt.
„Natürlich, das wäre so als wenn ich auf Lily eifersüchtig wäre. Bin ich aber nicht, weil ich von Mary
nichts will – und du willst aber etwas von Bonny, deshalb bist du auch eifersüchtig auf Ved!“, erklärte
Phönix. „Das kann man doch gar nicht vergleichen – außerdem ist Mary ja jetzt eh ans andere Ufer
gewechselt und noch dazu bist du scharf auf die kleine Lily!“, antwortete Chris. „Ich bin nicht scharf
auf die kleine Lily. Sie ist nett und wir verstehen uns gut, mehr nicht!“, rechtfertigte sich Phönix.
„Außerdem warte ich auf Aereen. Wenn ich jetzt etwas mit ner anderen anfangen würde, wäre das ja
absolut daneben… das wäre es doch oder?“ „Du und Aereen wart nicht mehr zusammen, als sie
verschwunden ist… sie hat dich beschissen. Mit Simon, schon vergessen?“, erinnerte ihn Joker. „Nein
hab ich nicht aber trotzdem… aber ist doch eh egal, die kleine Lily ist nett und wir verstehen uns gut.
Das wars auch schon!“ „Natürlich ist klar – bin ich froh dass ich in ner Beziehung bin, wie hab ich den
Stress als Single eigentlich ausgehalten!“, sinnierte Joker grinsend. „Höchstwahrscheinlich damit!“,
sagte Chris und hielt sein Bier hoch. „Ja da könntest Du wohl Recht haben. Prost Jungs, auf ne tolle
Party!“
„Bist Du heute schon wieder mit Luca dran? Ich dachte wir können endlich mal was miteinander
trinken und ein bisschen feiern!“, sagte Alex enttäuscht. „Ich kann doch auch feiern ohne zu trinken –
wir könnten ein bisschen tanzen, wenn du willst?“, fragte Zoe gut gelaunt. „Nein, ich möchte mich
betrinken und über Hannah lästern!“, antwortete Alex und Zoe sah ihre Freundin überrascht an. „Oh
wow – was ist denn los?“ „Sie nervt mich – am Anfang habe ich mich ja gefreut als sie gesagt hat dass
sie gerne kocht und backt, aber jetzt meint sie dauernd sie muss mich korrigieren oder mir
irgendwelche Tipps geben!“ „Ach komm Alex, sie meint es bestimmt nicht so. Vielleicht bringt sie es
nur falsch rüber und selbst wenn braucht dich das doch nicht zu kümmern, wieso stört dich das denn
so?“ „Na weil sie mir meine Rolle wegnimmt!“, antwortete Alex und stürzte ihr Glas Prosecco auf Ex
hinunter. „Welche Rolle denn?“, fragte Zoe verwirrt. „Zoe, Kochen und Backen ist das einzige was ich
wirklich gut kann…. ich mache keinen Sport, ich bin nicht musikalisch und ich bin auch nicht
besonders kreativ. Und jetzt kommt Hannah daher und kann Kochen und Backen, sieht dazu noch gut
aus und zeichnet und näht… sie nimmt mir meine Aufgabe weg!! Das klingt jetzt wahrscheinlich total
psycho, aber ich versuche wirklich mich damit abzufinden, dass Justin kein Baby will, also hab ich mir
eben eine andere Aufgabe gesucht. Ich bemuttere jetzt eben den Tribe!“ „Ich würde dir jetzt wirklich
gerne sagen, dass das gerade nicht psycho klang aber das tut es, Süße!“, antwortete Zoe. „Schau mal,
sieh es doch positiv – du und Justin ihr könnt machen was ihr wollt. Bei Joker und mir muss immer
jemand auf das Baby aufpassen. Ihr könnt heute zusammen feiern, trinken, tanzen – bei uns ist das
nicht mehr so easy…!“, versuchte Zoe ihre Freundin zu überzeugen. „Aber mir würde das nichts
ausmachen – wenn ich in der Kindergrippe bin ist das die totale Erfüllung für mich. Ich liebe Kinder
und Justin versteht das einfach nicht, dabei ist es mir so wichtig!“ „Ach Süße, euch bleibt doch noch
genug Zeit für Kinder… genießt doch noch ein bisschen eure Zeit zu weit. Und darüber dass Hannah
dir den Rang abläuft, brauchst Du dir auch keine Gedanken machen – ihr Osterlamm dass sie
gebacken hat ist nämlich staubtrocken!“, sagte Zoe mit einem Augenzwinkern und Alex musste
lachen. „Vielleicht sollten wir wirklich tanzen gehen – ich muss mir mal wieder so richtig den Kopf
freimachen!“
„Sagt mal habt ihr Radan gesehen?“, fragte Rya Estelle und Saira die gerade am Buffet standen. „Nein
leider nicht!“, antwortete Saira höflich. „Vielleicht hat er sich unter ihrem Zirkuszelt, das sie als
Oberteil trägt versteckt!“, lästerte Estelle und Saira sah sie tadelnd an. „Ist ja schon gut, vielleicht
sollte ich auch mal mit ihr shoppen gehen, würde auf jedenfall nichts schaden. Du siehst heute so süß
aus Saira. Das Kleid ist wie für dich gemacht!“, sagte Estelle und Saira zupfte nervös an ihrem Kleid
herum. „Wollen wir tanzen gehen?“, schlug Estelle vor. „Ähm, Leylie hat mich gefragt ob wir heute
Abend ein bisschen miteinander feiern wollen – wir beide haben schon lange nichts mehr gemacht,
aber du kannst gerne mit rüberkommen!“ „Ach Liebes, ich weiß dass mich deine Schwester nicht
leiden kann… ist doch kein Problem. Ich finde schon jemanden, schau Jessi steht auch ganz verlassen
auf der Tanzfläche – ich werde zu ihr gehen. Schönen Abend noch!“, sagte Estelle aufrichtig und
gesellte sich zu Jessi und den anderen tanzenden Starlights. Währenddessen war Rya weiterhin auf
der Suche nach Radan, doch niemand hatte ihn gesehen, er war wie vom Erdboden verschluckt. Um
auf Nummer Sicher zu gehen, entschied Rya sich auch den Schulhof nach ihm abzusuchen. Als sie
nach draußen ging, sah sie sich nur kurz um und entschied sich dann wegen der Kälte schnell wieder
in die Aula zu gehen. Doch gerade als sie die Tür öffnete, hörte sie Stimmen. Sie trat ein paar Schritte
in den Schulhof um zu lokalisieren woher die Stimmen kamen und sah in einiger Entfernung das
glimmende Ende einer Zigarette. Leise ging sie in die Richtung – sehen würde sie hier niemand,
schließlich war es stockfinster, lediglich ihre Schritte könnten sie verraten. „Und was hat der Boss
gesagt?“ Sofort blieb Rya wie angewurzelt stehen – das war eindeutig Radans Stimme. „Naja, also
anfangs war er ziemlich ungehalten, kein Wunder. Alter du solltest etwas über sie herausfinden und
nicht gleich mit ihr in die Kiste springen – Wayne war nicht gerade amüsiert und Zenna ist total
ausgeflippt als sie mitgekriegt hat, warum Wayne so tobt!“, antwortete ein Junge, der Rya völlig
unbekannt war. „Er hat doch gesagt ich soll vollen Einsatz zeigen – und wie man sieht geht meine
Strategie ja voll auf. Die alte frisst mir aus der Hand – wobei sie mir in letzter Zeit echt auf den Sack
geht… aber ich muss sagen, Wayne hat sie ganz schön eingeschüchtert. Sie hat noch kein Wort über
ihren Bruder verloren, dabei erzählt sie mir sonst jeden Mist… im Tribe weiß auch niemand davon,
dabei weiß in diesem Scheißhaufen wirklich jeder über jeden Bescheid!“, ertönte nun wieder Radans
Stimme und Rya stiegen die Tränen in die Augen. „Sollte sie Probleme machen, meldest du dich
sofort bei uns – Wayne mit seinen Tussen… ich hoffe nur er schießt Zenna nicht ab, die lässt uns
sonst den ganzen Laden hochgehen!“ „Ja klar ich melde mich – keine Sorge. Nur Interessehalber –
war bei den neuen in letzter Zeit eine kratzbürstige Gothic-Tante dabei?“ „Komm schon, du weißt
doch dass ich eher auf dunkelhäutige Mädels stehe… aber ich glaube Jan hat neulich was von einer
erzählt, soll ziemlich rebellisch sein die Kleine, aber das wird er ihr schon noch austreiben… vermisst
ihr wohl jemanden?“ „Ach die Alte von unserem Anführer ist auf mysteriöse Art und Weise
verschwunden.. die Beschreibung könnte ganz gut auf sie passen. So ich muss jetzt wieder rein –
sonst schöpft sie noch Verdacht! Also machs gut und richte den anderen schöne Grüße aus –
vielleicht besuche ich euch mal wieder!“, verabschiedete sich Radan und lief schnellen Schrittes aufs
Internat zu. Rya konnte sich gerade noch gegen die Mauern die das Schulgebäude umgab pressen,
denn Radan lief direkt neben ihr vorbei. Als er in sicherer Entfernung war holte Rya tief Luft und
begann laut zu schluchzen – sie konnte nicht glauben was sie gerade mitbekommen hatte. Wie hatte
Sie sich so in Radan täuschen können?
„Sagt mal hab ihr Rya gesehen?“, fragte Radan als er wieder in der Aula war und schon eine Zeitlang
nach ihr gesucht hatte. „Nein, keine Ahnung wo sie ist – hab sie schon länger nicht gesehen!“,
antwortete Joker, der scheinbar gerade ein wenig abgelenkt war. „Kannst Du mir nochmal kurz
erklären, warum du mit Leo Schluss gemacht hast, Phönix?“, fragte er dann, als er seinen Blick wieder
von Leo und Bonny reißen konnte, die gerade tanzten. „Diese Informationen unterliegen leider der
Schweigepflicht!“, antwortete Phönix, „außerdem ist Aussehen nicht alles…und du solltest lieber
nicht so auffällig zu ihr starren, sonst schaust du nicht schnell genug und Zoe zerrt dich wieder mit in
die Pampa!“ „Ach du warst mit Leo zusammen?“, fragte Jamie, der immer noch versuchte sämtliche
Beziehungen der Tribe-Mitglieder untereinander zu verstehen. „Ja war er, aber wir wissen immer
noch nicht warum sie nicht mehr zusammen sind. Wir glauben ja inzwischen schon dass sie auf
irgendwelche abgefahrenen perversen Sachen steht!“, kam Chris Phönix zuvor. „Außerdem war
Phönix mit Mary und mit Aereen zusammen… und wir wundern uns ab und zu dass ihn noch niemand
von den dreien vergiftet oder aber nachts mit einem Kissen erstickt hat!“, fügte Joker lachend hinzu.
„Ihr glaubt ja wohl nicht allen Ernstes dass ich ruhig schlafen kann, ohne dass ich meine Zimmertür
verriegelt habe!“, antwortete Phönix lachend. „Das schlimme ist ja dass wenn man sichs mit ner Frau
verscheisst, gleich noch drei vier andere Freundinnen dran hängen!“ „Du bist das falsch angegangen,
du hättest dir einfach Frauen aus demselben Freundeskreis suchen müssen, dann hättest du das
Problem nicht!“ „Wie realistisch ist es, dass ne Frau was mit dir anfängt, wenn du gerade eben erst
ihrer Freundin das Herz gebrochen hast!“, brachte sich Jamie in das Gespräch ein. „Ihr Anfänger – das
ist das Beste was passieren kann. Das Mädel hasst dich und weiß genau, dass sie mit dir nichts
anfangen sollte, aber genau das macht dich in diesem Moment interessant! Wie bei Bonny und mir -
erst konnte sie mich nicht ausstehen und jetzt haben wir zwei Babys!“ „Chris ich glaube das lag
damals am Tequila und nicht an deiner Theorie!“, lachte Joker, „aber wahrscheinlich will das Jamie
gar nicht so genau wissen!“, fügte er dann noch hinzu. Die Jungs mussten sich wohl erst noch daran
gewöhnen, dass Bonny Bruder jetzt auch mit an Board ihrer Männerrunde war.
Während die Jungs ziemlich viel Spaß hatten, saß Stella ziemlich verlassen auf einer Couch, denn Lisa
und Sam waren bereits nach oben gegangen um sich um Larissa zu kümmern. „Warum sitzt du denn
so alleine rum?“, fragte Ved der gerade vorbeikam um sich noch etwas vom Buffet zu holen. „Ach ich
weiß nicht… Lisa ist schon weg, ich glaube ich gehe auch gleich nach oben!“, antwortete sie.
„Blödsinn, komm ein bisschen rüber zu uns!“, schlug Ved vor und deutete auf Bonny und Leo. „Ach
ich weiß nicht – ich will euch nicht stören!“, sagte sie, doch das ließ Ved nicht durchgehen. „Das war
keine Frage – jetzt komm!“ „Na gut!“, antwortete Stella zögerlich und folgte Ved zu den beiden
Mädels. „Ach für uns hast du wohl nichts mitgebracht?“, fragte Leo und setzte einen Schmollmund
auf, doch als sie sah dass Jamie soeben ans Buffet gegangen war, kam ihr das gerade Recht. „Du
musst unbedingt die Club-Sandwiches probieren!“, empfahl sie ihm und Jamie grinste sie an. „Ach ich
suche eigentlich nur Zitronen für Cuba Libre, hab gehofft dass hier vielleicht ein paar zur Deko liegen!
Aber da siehts wohl eher Mau aus!“ „Wir können kurz rübergehen in den Wintergarten, vielleicht
sind welche reif!“, schlug Leo vor. „Ok, klar. Wusste nicht dass ihr hier so etwas habt…!“ „Na aus dem
Supermarkt kommen die Zitronen nicht!“, kicherte Leo.
„Was wird das denn?“, fragte Bonny, als sie Jamie und Leo gemeinsam verschwinden sah. „Na dein
Bruder hat sich ja schon gut eingelebt!“, grinste Stella und auch Ved konnte sich ein Lachen nicht
verkneifen. „Ich glaubs ja nicht… also… also…!“, Bonny wusste gar nicht was sie sagen sollte. „Ach
komm Bonny, mach dir keinen Kopf. Vielleicht holen sie nur was oder gehen eine qualmen!“,
beruhigte Ved sie. „Ja das hoffe ich für die beiden, ansonsten können sie sich echt etwas anhören…
Oh das auch noch!“, stöhnte sie dann als plötzlich das Babyphone Alarm schlug. „Ich geh mal nach
oben, bevor Lynn noch voll in Fahrt kommt!“ „Los lass uns mal rausschauen, ich will wissen wo Jamie
und Leo hin sind!“, sagte Stella kichernd und Ved und sie gingen nach draußen, doch von den
anderen beiden war weit und breit keine Spur. „Puh ist das kalt!“, jammerte Stella, die nur einen
dünnen Pulli trug. „Geh ruhig schon wieder rein, ich hol noch schnell ein paar andere CDs aus dem
Internat!“, sagte Ved und lief zügig über das Gelände. So frühlingshaft es tagsüber inzwischen schon
war, nachts waren die Temperaturen noch um den Gefrierpunkt. Als Ved das Internatsgebäude
beinahe erreicht hatte, erschrak er allerdings fast zu Tode, als er plötzlich Rya auf einer der Bänke
kauern sah. „Himmel Rya, was machst Du denn hier?“, fragte er immer noch klopfendem Herzen.
„Ich dachte du bist irgendein Freak, der hier rumsitzt!“ „Ich wollte ein bisschen alleine sein!“,
antwortete sie mit klappernden Zähnen. „Und wie lange schon? Du bist ja eiskalt?“, stellte Ved fest,
als er Ryas Hand berührte. „Komm lass uns reingehen, Radan sucht dich auch schon!“, versuchte er
sie zu überzeugen, worauf Rya wieder anfing zu schluchzen. „Oh… ok, wahrscheinlich wolltest du
wegen Radan alleine sein. Komm wir gehen rüber ins Internat, dann kannst Du mir erzählen, was
passiert ist, wenn du möchtest!“, sagte Ved und zog Rya von der Bank hoch, die bis sie das Internat
erreichten, kein Wort gesprochen hatte. „Wollen wir uns in die Küche setzen? Oder lieber zu mir
hochgehen?“, fragte Ved Rya mitfühlend. „Gehen wir zu dir!“ antwortete sie leise – sie wollte nicht
dass Radan sie finden konnte. „Geh schon mal vor, ich koch dir nen Tee, du hast ja schon blaue
Lippen!“, sagte Ved kopfschüttelnd und sah Rya fragend hinterher, als diese eilig die Treppe zu den
Wohnräumen hochlief.
„Also los jetzt, raus mit der Sprache! Habt ihr euch gestritten?“, fragte Ved noch einmal. Die beiden
saßen jetzt schon seit einer halben Stunde in Veds Zimmer, doch Rya hatte noch kein Wort gesagt.
„Ich bin schwanger!“, antwortete sie plötzlich und Ved sah sie schockiert an. „Oh wow! Und Radan
hat wahrscheinlich nicht so reagiert, wie du gehofft hast?“, vermutete er, doch Rya schüttelte den
Kopf: „Er weiß noch gar nichts davon, aber ich habe Angst es ihm zu sagen – am liebsten würde ich
davonlaufen!“, sagte sie schluchzend… „Radan liebt dich doch – vielleicht freut er sich über das Baby!
Du musst mit ihm sprechen Rya – wie weit bist Du denn schon?“, fragte er. „Im vierten Monat… lange
kann ich es nicht mehr verstecken!“ „Dann solltest Du wirklich dringend mit ihm sprechen!“, riet Ved
ihr und Rya nickte. „Ja du hast ja Recht, es ist nur so schwierig… wir haben uns noch nie über Kinder
unterhalten… und…!“ „Und was?“, fragte Ved, doch Rya schüttelte nur den Kopf. Sie konnte Ved
nichts über ihren Bruder erzählen, der von den Nomaden entführt worden war. Wenn Wayne dass
rausbekommen würde, würde er ihrem Bruder am Ende noch etwas antun, und das wollte sie auf
jeden Fall vermeiden. „Ich werde eine Nacht darüber schlafen und morgen mit Radan sprechen!“,
sagte sie dann entschieden und Ved lächelte sie an. „Du wirst sehen, wahrscheinlich freut er sich
total darüber!“ „Ja vielleicht!“, sagte sie und ging dann zur Tür. „Und Danke Ved. Danke dass du mir
immer zugehört hast!!“ „Das werde ich auch weiterhin tun!“, sagte Ved und begleitete Rya noch bis
zu ihrem Zimmer. „Also gute Nacht – ich gehe wieder rüber. Stella wartet bestimmt schon auf mich!“
„Ja mach das – achja und sag Radan dass ich schon ins Bett bin und er sich keine Sorgen machen
braucht!“ „Alles klar, kein Problem!“, verabschiedete sich Ved und Rya wartete noch eine Weile
hinter der halb geschlossenen Tür, bis sie die Haustür ins Schloss fallen hörte. Hastig schloss sie die
Tür und zog eine gepackte Reisetasche unter ihrem Bett hervor. Anschließend zog sie ihre Schuhe
und eine dicke Jacke an – sie musste weg und zwar sofort. Wenn Radan davon Wind bekommen
würde, dass sie das Gespräch zwischen ihm und dem anderen Jungen mitbekommen hatte, dann
wäre sie, ihr Bruder und wahrscheinlich auch die Starlights nicht mehr sicher…
Während Rya das Internat schon einige Meter hinter sich gelassen hatte, waren die andern Starlights
noch am Feiern, und niemand bekam mit, dass Rya sie verlassen hatte. „Alter, ich kann gar nicht
sagen, wie froh ich bin wieder hier zu sein – es ist so super! Die Mädels, wo wir gewohnt haben,
waren furchtbar…. nicht dass mich andere Mädels interessieren würden, schließlich hab ich ja Zoe
und sie ist echt wunderbar. Aber ab und zu kucken kann man ja wohl!“, sagte Joker angetrunken,
während er zu Hannah und Noemi sah. Zoe hatte inzwischen wie viele andere die Party verlassen und
Joker genoss seine kurzfristig gewonnene Freiheit natürlich ausgiebig. „Jamie, was sagst du zu den
Mädels aus unserem Tribe?“, fragte Chris. „Ich glaub ich brauch noch ein bisschen um das bewerten
zu können!“, lachte dieser. „Noemi ist scharf, wieso hab ich mich eigentlich nie an sie rangemacht!“,
sagte Chris nachdenklich. „Wahrscheinlich weil sie die Klappe nicht hält, ich frage mich ob sich Noemi
und die kleine Lily eigentlich gegenseitig zuhören, oder ob sie beide einfach nur reden!“, lachte Joker.
„Wie ist denn eigentlich Jessi so drauf?“, fragte Jamie dann und Chris prustete los. „An der wirst Du
dir die Zähne ausbeißen – sie ist ne Lesbe, so traurig wie es ist!“ „Oh… ok – naja, wie gesagt, ich
brauch noch ein wenig um mich in die Wirren eure Tribes zu denken!“ „Sagt mal, was haltet ihr
davon wenn wir ins Rektor-Zimmer hochgehen und ein bisschen Pokern?“, schlug Joker vor. „Du
willst unseren geheimen Daddy-Club entweihen?“, fragte Chris mit gespieltem Entsetzen. „Klar wir
nehmen die Mädels mit hoch und pokern ne Runde – ist doch besser als hier dumm rumzusitzen!“
„Alles klar, ich fang sie schonmal ein, geht ihr schonmal hoch und bereitet alles vor – jetzt geht die
Party richtig los!“, lachte Chris und ging mit breitem Grinsen auf Bonny, Leo, Hannah und Noemi zu.
„Na ihr habts euch hier aber ganz nett eingerichtet!“, staunte Leo wenig später. „Eigentlich müssten
wir hier mal eine Party veranstalten, also im ganzen Schulhaus und in den einzelnen Klassenzimmern
gibt es verschiedene Bars!“, sinnierte Joker. „Ich glaube wir sollten die Partyplanung auf einen
anderen Tag verschieben und uns lieber um die wichtigen Dinge kümmern!“, antwortete Chris und
sah die Whiskeyflaschen an, als hätte er tatsächlich eine Ahnung davon, bevor er schließlich wahllos
irgendeine herauspickte. „Ich kann nicht pokern, ich schau nur zu!“, sagte Hannah. „Blödsinn, wir
machen einfach Teams – vier Teams. Im Casino gibt’s schließlich auch immer schöne Frauen, die
hinter einem stehen um die Gegner abzulenken. Los Bonny, wir hauen die anderen um!“, rief Chris
und zog Bonny, die ziemlich überrascht schien, zu sich. „Na alles klar, ich hoffe du kannst pokern!“,
sagte Hannah und setzte sich zu Phönix, während sich Leo zu Jamie und Noemi zu Joker gesellten.
Endlich konnte das große Pokern beginnen. „Ich erhöhe!“, sagte Jamie und setzte die Hälfte seiner
Chips. „Bei den Karten?“, fragte Leo naiv und die anderen lachten. „Leo, lass mich mal machen!“,
antwortete Jamie seufzend – natürlich stiegen die anderen sofort ein, da sie ja dank Leo wussten,
dass Jamie nur bluffte. Doch als alle ihre Karten auf den Tisch legten, waren es plötzlich Jamie und
Leo die lauthals zu brüllen begannen, sie hatten die anderen nämlich nur reingelegt. „Tja, da hat euch
das dumme Blondchen wohl allen einen Strich durch die Rechnung gemacht!“, sagte Leo
triumphierend und begann die neu gewonnenen Chips vor sich zu stapeln. „Solche billigen Tricks
haben wir nicht nötig – los, nächste Runde!“, sagte Chris gelassen und teilte die Karten neu aus. Das
Spiel wurde von Runde zu Runde lustiger, was höchstwahrscheinlich an der Flasche Whiskey lag, die
von Runde zu Runde leerer wurde. „Sagt mal sind das eure Zigaretten die so komisch riechen?“,
fragte Noemi nach ner Weile, worauf sich Hannah und Phönix ein Lachen verkneifen mussten.
„Zigaretten sind was für Anfänger, ich hab die Sache ein klein wenig gepimpt!“, kicherte Hannah, zog
eine Box aus ihrer Tasche und legte sie geöffnet auf den Tisch. „Bedient euch – selbstgedreht und mit
Haschischöl verfeinert - ich habs meinem Ex geklaut, ich schmeiß ne Runde!“ „Die kleine Lily hats voll
drauf!“, lachte Chris worauf er von Bonny einen tadelnden Blick erntete. „Na dann kann die Party ja
jetzt richtig steigen!“
„Ich glaubs nicht, erst zerrst du mich in mein Zimmer, damit ich ja nicht mit deinem Bruder anbandel
und was machst Du? Springst mit Chris in die Kiste?“, fragte Leo am nächsten Tag lachend, während
Bonny auf ihrer Couch saß. „Ich habe dich in dein Zimmer geführt meine Liebe – schließlich konntest
Du ja kaum mehr laufen. Und das mit Chris hat sich halt so ergeben!“, antwortete Bonny zerknirscht
und Leo zuckte mit den Schultern: „Ach komm, ist doch nicht schlimm – ich hoffe allerdings ihr habt
diesmal dran gedacht dem kleinen Chris ein Mützchen aufzusetzen!“, kicherte Leo. „Ja natürlich – ich
war ja schließlich nüchtern, also fast… zumindest hab ich nichts geraucht wie Chris. Wahrscheinlich
hat er nur deshalb mit mir geschlafen! Die kleine Lily ist ja wirklich hardcore – ob Lily weiß wie
durchtrieben ihr kleines Schwesterchen ist?“ „Das glaube ich ja wohl mal nicht…wer weiß wie lange
die noch gemacht haben! Und dafür das Joker mit Zoe zusammen ist, hat er sich gestern auffällig gut
mit Noemi verstanden!“, erwähnte Leo. „Schon, oder? Er hat dir ja auch jedes Mal in den Ausschnitt
gestarrt als du dir neue Karten geholt hast! Aber das war bei dem Oberteil, das du gestern an hattest
ja auch kein Wunder!“ „Hey ich bin Single okey, ich muss schließlich sehen wo ich bleibe!“, grinste
Leo, „komm lass uns frühstücken – ich hab total Hunger! Naja, oder sagen wir lieber Mittagessen!“
Leo und Bonny waren nicht die einzigen Spätaufsteher an diesem Tag. Chris, Joker, Jamie, Estelle,
Jake, Mary und Lily saßen am Tisch und sprachen über den letzten Abend. „Ach Mann, bei der
nächsten Party bleibe ich bis zum Schluss – immer verpasse ich das beste!“, jammerte Estelle. „Ja du
hast wirklich was verpasst, aber ich war auch nicht bis zum Schluss!“, antwortete Chris. „Phönix und
ich sind eben gewissenhafte Anführer und sind bis zum Schluss geblieben. Phönix war sogar so
gewissenhaft dass er die kleine Lily ins Bett gebracht hat!“, erwähnte Joker beinahe nebensächlich,
doch für Estelle und Lily war das überhaupt keine Nebensache. „Ups, ich glaub ich hätte das nicht
sagen sollen!“, sagte er dann. „So eine Nutte!“, rief Estelle und Lily sah sie zornig an. „Vorsicht
Mädchen, du redest hier über meine Schwester! Hey wohin gehst Du?“, rief sie und lief Estelle zornig
hinterher. „Na zu deiner Schwester!“ „Alles klar, aber sei nicht so zimperlich mit ihr – auf mich hört
sie eh nicht! Ich gehe zu Phönix!“ „Super, frag ihn doch mal ob er sich noch an Aereen erinnert. So
ein Arschloch – mach ihn fertig!“, sagte Estelle kampflustig und ging ohne zu Klopfen in Hannahs
Zimmer. „Hey kleine Lily, mach die Augen auf, ich muss dir was zeigen!“, sagte sie trocken und riss
die Vorhänge zur Seite. „Estelle? Was willst Du denn hier? Ich will schlafen…!“, antwortete Hannah
verschlafen, doch Estelle dachte gar nicht daran sie in Ruhe zu lassen, sondern warf ihr ein Foto von
Aereen und Phönix aufs Bett. Nachdem Hannah einen kurzen Blick darauf geworfen hatte, sah sie
Estelle fragend an: „Und was willst Du mir jetzt damit sagen?“ „Aereen und Phönix waren ein Paar,
und wenn sie wiederkommt, werden sie das auch wieder! Also lass gefälligst die Finger von ihm. Sie
ist nicht da, also muss ich mich wohl um so kleine Geschmacksverirrungen wie dich kümmern!“ „Hey
hey, stopp Estelle. Ich glaube du übertreibst gerade ein wenig – wir haben gestern nur ein bisschen
rumgeknutscht – da war gar nichts weiter. Und wenn du schon meinst du musst Aereen verteidigen,
dann verdräng bitte nicht, dass sie und Phönix gar nicht mehr zusammen waren als sie verschwunden
ist!“, konterte Hannah. „Das ist überhaupt nicht relevant, sie waren öfter mal nicht zusammen…. also
ab und zu meine ich… und eigentlich geht dich das ja auch gar nichts an!“, antwortete Estelle
schnippisch und ging zur Tür. „Willst Du dein kleines Erinnerungsfoto nicht wieder mitnehmen?“,
fragte Hannah und hielt es Estelle entgegen. „Ach nein, behalt es lieber, nicht dass du sonst wieder
vergisst, dass Phönix sowas von Tabu für dich ist. Schönen Tag noch!“, sagte Estelle und schlug die
Tür hinter sich zu.
Währenddessen war Lily nicht so erfolgreich. Nachdem sie vergeblich an Phönix Tür geklopft, bzw.
gehämmert hatte, gab sie es auf und wollte gerade gehen, als Phönix ihr doch noch öffnete. „Na
endlich, sag mal bist du taub? Ich stehe jetzt schon fünf Minuten vor deiner Tür!“ „Ich weiß,
deswegen bin ich ja jetzt auch aufgestanden!“, antwortete Phönix verkatert und setzte sich wieder
auf sein Bett. „Tja, dein Pech. Ich bin auch gleich wieder weg – beantworte mir nur eine Frage – wie
viel ist 23 – 16?“, fragte Lily und Phönix sah sie ratlos an: „Sag mal, willst du mich gerade verarschen
Lily?“ „Nein, will ich nicht – die Antwort ist 7. Meine kleine Schwester ist sieben Jahre jünger als du,
und trotzdem meinst Du, du musst mit ihr schlafen! Was stimmt denn nicht mit dir?“ „Also ich hab
gestern echt viel getrunken, aber ich weiß dass wir definitiv dass nicht miteinander geschlafen haben.
Wir haben uns nur geküsst…komm mal wieder runter Lily, ich finde du reagierst gerade ein wenig
über!“ „Nein finde ich ganz und gar nicht! Ich finde sogar dass ich gerade noch ziemlich ruhig bin.
Meine Schwester ist kein Mädel dass sich auf irgendwelchen Partys die Zunge von irgendnem
fremden Typen in den Hals stecken lässt. Sie ist echt total anständig, ok?“ „Mann Lily, ich hätte ihr
auch was ganz anderes in den Hals stecken können, es war doch nur ein Kuss!“, antwortete Phönix
genervt, worauf Lily ihn schockiert ansah. „Sorry, aber vergiss das ganze doch einfach – wir waren
halt bekifft und fandens scheinbar witzig… keine Ahnung. Aber ehrlich gesagt geht’s dich eigentlich
gar nichts an!“ „Bekifft? Ihr ward bekifft?“, kreischte Lily. „Ich glaub ich sag jetzt besser nichts
mehr!“, antwortete Phönix und rieb sich die Schläfen. „Ich will auch gar nichts mehr hören – ich sag
nur noch eins – lass meine Schwester in Ruhe! Bekifft… Hannah ist das anständigste Mädchen das ich
kenne, also wenn du nocheinmal auf die schmalspurige Idee kommst, meiner Schwester Drogen zu
geben, dann gnade dir Gott!“, schrie Lily und verließ das Zimmer nicht ohne Phönix noch einen
tödlichen Blick zuzuwerfen.
Als Phönix eine halbe Stunde später nach unten kam, saßen Chris, Jamie und Joker immer noch am
Frühstückstisch. Sie mussten sich wohl erst mit dem Gedanken anfreunden, überhaupt etwas zu
essen. „Sorry Phönix, ich hab mich total verplappert, aber wie wir ja erfreut feststellen können, hat
Lily dir deinen Kopf nicht abgerissen!“, entschuldigte sich Joker sofort. „Na also um ehrlich zu sein
hätte sie mir wahrscheinlich lieber was anderes abgerissen….!“ „Sie war gerade nochmal hier und hat
uns auch zur Sau gemacht„ wieso denkt sie wohl du hast das Hash mitgebracht?“, fragte Chris
lachend, den das ganze unglaublich amüsierte. „Auf mich ist sie eh schon sauer, da macht es das
auch nicht mehr schlimmer – außerdem bindet sie Hannah sonst wahrscheinlich an ne Kette, wenn
sei erfährt, dass ich Schwesterchen Fräulein Haschisch ist… Ich glaub ich hätte lieber gar nicht sagen
sollen, irgendwann ist sie zum Glück gegangen. Dann war ich erstmal kotzen, hab Zähne geputzt und
hab nochmal gekotzt … ein wunderschöner Morgen!“ „Na das ist doch mal ein Wort - Ich werde jetzt
ein wenig an die frische Luft gehen – die zwei kleinen, brauchen ihren Auslauf!“, sagte Chris und
stand auf. „Achja Phönix, vor Estelle solltest Du dich vielleicht auch in Acht nehmen, sie ist glaub ich
momentan nicht so gut auf dich zu sprechen!“, grinste er und ging nach oben, wo Bonny bereits
dabei war die zwei kleinen dick einzupacken. „Willst Du wirklich mit? Du kannst ruhig hier bleiben!“,
sagte Bonny . „Ach Quatsch, ich geh gerne mit – die frische Luft wird mir guttun!“ „Naja, aber ich
wollte heute die große Runde machen!“, sagte Bonny und Chris sah sie grübelnd an: „Ist irgendwas
mit dir? Du bist irgendwie komisch!“ „Nein Quatsch…. hey wir sind beide Erwachsen und die Sache
gestern Nacht ist einfach passiert, kein Grund dass es nicht weiterhin super klappt mit uns und den
Babys!“, sagte Bonny und Chris ging so langsam ein Licht auf: „Achso, wow – also um ehrlich zu sein
dachte ich ich habe einen Film geschoben und wir haben gar nicht miteinander geschlafen… aber
hey, es war ein verdammt guten Film!“ „Ähm… ja danke für das Kompliment?!“, antwortete Bonny
verwirrt. „Wir haben doch aber dieses Mal verhütet, oder?“, fragte Chris dann beinahe ein wenig
ängstlich. „Ja klar – ich war ja noch in einem vernünftigen Zustand… im Gegensatz zu dir!“ „Dann hast
Du mich also ausgenutzt? Du hast mich abgefüllt!“, sagte Chris plötzlich anklagend. „Nein, das hab
ich nicht…. ich…!“ „War doch nur ein Spaß Bonny!“, unterbrach Chris sie lachend während er Lynn
fertig anzog. „Sehr witzig!“, antwortete Bonny ironisch und gab Chris einen liebevollen Klaps auf die
Wange.


„Rya ist weg!“ „Wie Rya ist weg?“, fragte Ved überrascht und Radan der völlig aufgelöst in der Tür
stand zuckte nur mit den Schultern. „Weg, nicht mehr da –– hast Du mit ihr geredet?“ „Ähm… ja
gestern Abend, aber sie hat nichts davon gesagt, dass sie weg will… habt ihr etwa Probleme?“, fragte
Ved und mimte den Ahnungslosen. „Nein… also naja… in letzter Zeit war sie ein bisschen komisch!“,
sagte Radan grübelnd und mit einem Mal schien ihm ein beunruhigender Gedanke zu kommen.
Vielleicht hatte sie sein Gespräch mit dem Nomaden belauscht? Vielleicht wusste sie schon länger
dass er ein falsches Spiel mit ihr spielt – und wenn ja wusste Ved davon? Radan musterte Ved eine
Weile und schloss dann die Tür hinter sich. „Was wird das denn?“, fragte Ved und schluckte. Radans
Gesichtsausdruck hatte sich plötzlich geändert und nun sah er ihn ziemlich bedrohlich an. „Du weißt
also nicht wo Rya hin ist?“, fragte er noch einmal und zog plötzlich ein Messer aus seiner Tasche.
„Alter – was soll das? Ich habe keine Ahnung wo sie ist, ok? Aber sie war gestern Abend ziemlich
fertig, leg das scheiß Messer weg, dann sag ich dir auch warum!“, entgegnete Ved mit zitternder
Stimme. „Alles klar – dann schieß los, ich bin ganz Ohr!“, antwortete Radan und klappte das Messer
wieder ein. „Sie hat mir erzählt, dass sie schwanger ist! Und sie wollte heute mit dir darüber reden –
sie hat auch erwähnt, dass sie am liebsten weglaufen würde, aber ich dachte ich hätte sie überzeugt,
dass sie es nicht tut… aber ich glaube sie hat auch andere Probleme- allerdings hat sie mir nicht
gesagt was los ist!“, erzählte Ved. „Na so ein Glück für dich!“, antwortete Radan, doch bevor Ved
antworten konnte, spürte er ein feuchtes Tuch vor seiner Nase und plötzlich wurde ihm schwarz vor
Augen.

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